Energiefresser bändigen
30.05.2007 | 10:29 Uhr 2007-05-30T10:29:20+0200NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben: Städte und Gemeinden müssen jetzt die Weichen stellen. Sanierungsquote bei Altbauten verdoppeln
"Unsere Städte und Gemeinden müssen jetzt die Weichen stellen, um langfristig nicht von Energiekosten erdrückt zu werden", konstatierte gestern NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben auf einer Fachtagung der Energie-Agentur NRW in der Küppersmühle.
Vor 120 Vertretern der Wohnungswirtschaft und Kommunen wurden Strategien für einen effizienten Umgang von Energie vorgestellt. "Wir verplempern Energie in unvorstellbarem Umfang in allen Bereichen", sagte Thoben. "Energiefresser" in den Kommunen rissen große Löcher in die Verwaltungshaushalte.
Thoben präsentierte verschiedene Instrumente des Landes - von der Energieberatung bis zum Projekt "Energie Schule NRW". Sie rief die Kommunen auf, alle Möglichkeiten der Effizienzsteigerung zu prüfen.
Wichtiger Aspekt der Tagung waren die energetisch zu sanierenden kommunalen Liegenschaften. Thoben bezeichnete sie als "eine der größten Herausfoderungen der Gegenwart". Das gelte für das Rathaus, die Schule oder das Mehrfamilienhaus gleichermaßen. "Wir müssen die Sanierungsquote im Altbaubestand verdoppeln", lautete Thobens Botschaft. Die nötigen Investitionen würden durch zinsgünstige Konditionen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt.
Bürgermeisterin Doris Janicki verwies darauf, dass Duisburg zahlreiche Klimaschutz-Projekte bereits initiiert, weitere in Vorbereitung habe. So habe der Rat vor zwei Jahren beschlossen, jährlich 30 000 Euro für die Überarbeitung des Klimaschutzkonzeptes bereit zu stellen.
Doris Janicki erinnerte daran, dass die Geschäftsstelle Klimatisch seit Oktober 2003 Hauseigentümer über energetische Sanierungsmaßnahmen und Fördermittel kompetent berät. 350 Anträge seien bisher bewilligt worden. Die damit eingesparten CO2-Emissionen liegen bei rund 1 750 Tonnen CO2 im Jahr.
An dem Energiesparprojekt "Espadu" beteiligen sich seit 2005 insgesamt 59 Schulen mit 40 000 Schülern, 2 200 Lehrern und 90 Hausmeistern. Sie alle zusammen sparten 623 000 kWh Strom, 693 000 kWh Wärme und 173 730 E ein. -rits

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