Endlich mal eine gute Nachricht

Die „Kleine Nachtmusik“ von Mozart gab das Oktett am Freitag zur Wiedereröffnung des kleinen Saals der Mercatorhalle. Ein beziehungsreicher Titel – wenn man so will – um ein dunkles Kapitel Duisburger Baugeschichte zu beenden. Schließen wird sich dieses Buch erst, wenn im nächsten Jahr auch der große Saal wieder bespielt werden kann.

Auf der Grundlage eines umfänglichen Beweissicherungsverfahrens vor dem Sanierungsbeginn versucht die Verwaltungsspitze, die zum Zeitpunkt des Baus noch nicht im Amt war, Ansprüche auf Schadensersatz einzuklagen. Ob das möglich sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Die Erfahrungen aus anderen Fällen geben wenig Anlass zum Optimismus.

Das Mäntelchen des Vergessens über derartig gravierenden Pfusch am Bau zu hängen, ist gleichwohl keine Lösung. Kaum zu glauben, dass da nicht zumindest fahrlässig, wahrscheinlich auch vorsätzlich, eventuell auch mit krimineller Energie gehandelt wurde. Leistungen, die offensichtlich nicht erbracht wurden, seien dennoch abgerechnet worden, hieß es am Freitag. Dieses festzustellen ist die eine, gerichtsfeste Nachweise zu führen die andere Sache. Wer war an welcher Stelle inkompetent, hat intensiv weggeschaut, statt zu kontrollieren und dafür eventuell die Hand aufgehalten, wer hat in Treu und Glauben gehandelt oder ist einfach dem Druck der Zeit und Politik erlegen. Die Grenzen sind oft fließend, die Erfolgsausichten gering, schon weil bei Verantwortlichen nichts zu holen ist und Firmen beizeiten pleite gehen.

Jetzt kommt wieder Leben in Obergeschoss des City-Palais, das ist eine gute Nachricht für die Stadt, ihre Bürger und nicht zuletzt für die Gastronomen um die Halle, die unter der Durststrecke zu leiden hatten. Zu lang war sie für den „Planet Hollywood“ – dieser Stern erlosch zum Jahresende.