Elvis lebt in Neudorf
15.11.2009 | 13:56 Uhr 2009-11-15T13:56:00+0100
Duisburg. Elvis lebt! In Neudorf. Kein Scherz. Egal, ob mit Sträflingsklamotten a la Jailhouse Rock, mit Pepita-Sakko und weißer Krawatte, im weißen Gospel-Gehrock oder im glitzernden Las Vegas-Overall, immer steckt Elvis drin.
Der Mann ist unsterblich. Zumindest für Fans wie den 17-jährigen Marvin Krupp. Der junge Mann hört nicht nur die Songs des King of Rock'n'Roll, er ist Elvis. Zumindest auf der Bühne.
Schuld war in seinem Fall nicht die vielzitierte Mutter. Die hört lieber die Ärzte oder Punk. Es war ein Gemeinschaftswerk von Vater und Opa. Letzterer hat „bestimmt alle Platten” von Elvis und machte bereits in Marvins jungen Jahren reichlich von ihnen Gebrauch. Frühkindliche Prägung heißt das Fachjargon. „Bei denen dreht sich alles um Rock'n'Roll”, sagt Marvin.
Das Presley-Virus hat bestens überlebt, der Wirt hat seinen Spaß daran. Spastik in den Beinen und der rechten Hand zum Trotz. Denn für Marvin ist Elvis ein Revolutionär, einer, der sich getraut hat eine ganz neue Musikrichtung zu entwickeln. „Toll” findet Marvin, wie Elvis es schafft, mit kleiner Bewegung eine große Menge in Hysterie zu versetzen. „Das ist das (!) Phänomen”, sagt der 17-Jährige.
Einmal Graceland
Deshalb will der junge Mann mit der Tolle und den – naja nicht ganz so dicken – Koteletten auch unbedingt mal zu Elvis Heim nach Graceland, dort das Haus besuchen und das Grab mit dem Engel drauf. „Ich geh jeden nachmittag ins Internet und gucke über Webcam...” Wie bitte, jeden Nachmittag ein Grab anschauen? Ist das nicht ein bischen morbide? Marvin lacht. „Nee, natürlich die Besucher.”
Ansonsten übt er oft für seine Auftritte. Zwei erste Plätze in Mini-Playback-Schauen in Deutschland und Spanien spornen ihn seit Jahren an. „Ich beschäftige mich jeden Tag mit Musik. Fußballspielen kann ich ja nicht.” Am liebsten würde er ja als Elvis sein Geld verdienen, aber... „Erst mal machst Du eine Ausbildung”, ertönt sofort die mütterliche Stimme der Vernunft. Die Vaterseite ergänzt: „Das kann man nur als Hobby betreiben.” Jeder einigermaßen vernunftbegabte Teenager weiß, das an diesem Punkt jegliche Diskussion zwecklos ist, vollkommen vergebene Liebesmüh.
Da weist er lieber auf seinen nächsten großen Auftritt hin, den er am 28. November im Gabrielhaus in Neudorf hat. „Elvis erleben – The Show” ist der Abend übertitelt, dessen Erlös der der Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) zugute kommt. Warum gerade dieser Einrichtung? „Ich hatte über lange Jahre hinweg einen Physiotherapeuten, der mir beigebracht hat auf zwei Beinen zu stehen. Da ist eine richtige Freundschaft entstanden. Der ist an Leukämie gestorben.” Wer Marvin – pardon – Elvis erleben möchte, kann unter Telefon 0176/83116329 Karten bestellen.

13:04
Die Lebensgeschichte dieses Jungen hat mich sehr bewegt, ich habe mir sein angekündigtes Konzert am 28.11. angesehen und war verblüfft, selten habe ich eine so gelungene Vorstellung eines Elvis Interpreten gesehen, 2,5 Stunden Musik pur, live, Stimmung, Kulisse, Kostüme. Hut ab vor dieser Leistung! Wünsche dem 17-jährigen Marvin weiterhin jede Menge Mut und Auftritte!