Eltern gehen auf die Barrikaden
18.12.2009 | 17:31 Uhr 2009-12-18T17:31:00+0100Der Kulturdezernent bezeichnet die Gerüchte über einen Schließungs-Auftrag für die Musik- und Kunstschule als "schlichtweg Quatsch".
Mit einem knappen „schlichtweg Quatsch” kommentiert Kulturdezernent Karl Janssen, was zur Zeit an der Musikschule kursiert: Danach sei Schulleiter Gero Natzel damit beauftragt, die Schließung der Einrichtung vorzubereiten. „Dass die Aufregung und die Ängste groß sind, kann ich verstehen”, sagt Janssen. Doch er bleibe bei seiner schon mehrfach wiederholten Äußerung: „Der Verwaltungsvorstand arbeitet an einem Konsolidierungskonzept. Geprüft wird alles. Es gibt keinerlei Beschlüsse.” Das fertige Konzept werde der Oberbürgermeister dem Rat vorstellen, der dann das Wort habe.
Was zur Zeit – und auch bei der nächsten Klausur am Dienstag – auf der Tagesordnung stehe, seien „Diskussionslisten”. Dabei werde geprüft, welche Maßnahmen zu wie hohen Einsparungen im städtischen Haushalt führen würden.
Dass die Musikschule eine wichtige Rolle für die kulturelle Bildung in Duisburg spielt, kann VHS-Chef Dr. Gerhard Jahn mit Zahlen belegen. Die „Niederrheinische Musik- und Kunstschule” ist der Volkshochschule angegliedert. Insgesamt 122 Lehrer, davon 79 im Projekt „Jedem Kind ein Instrument” (Jeki), unterrichten rund 6300 Schüler; wobei von den 122 Lehrern weniger als die Hälfte vollzeit arbeiten. Die Jeki-Stiftung trägt die Kosten für das Jeki-Programm. 1568 Jahreswochenstunden – von der musikalischen Früherziehung bis zur Studienvorbereitung, plus 270 Jeki-Stunden – gab es 2009. Die Musikschule erzielte Einnahmen von 1,2 Millionen Euro, der städtische Zuschuss belief sich auf rund 2,3 Millionen Euro.
„Die Aufgaben der Musikschule sind sowohl die kulturelle Grundversorgung als auch die Elite-Förderung – das gehört dazu, da spricht ein Frank Peter Zimmermann ja für sich”, erinnert Jahn an den gebürtigen Duisburger (Jahrgang 1965), der heute zu den bekanntesten Geigern seiner Generation zählt. Auch seine Karriere begann mit dem Wettbewerb „Jugend musiziert”, der ebenso zu den Fördermaßnahmen der Musikschule gehört wie andere Preise, bei denen etwa die Köhler-Osbahr-Stiftung mit der Musikschule zusammenarbeitet.
Öffentliche Musikschulen erfüllten Aufgaben, die private Institute nicht übernehmen könnten, so Jahn. Privatschulen müssten Geld verdienen. „Das, was teuer ist, bieten sie nicht an.” „Teuer” sei beispielsweise „die gesamte musikalisch Früherziehung”. Die gebe es schon für Kinder ab den ersten Lebensmonaten. Nicht zuletzt habe die Musikschule einen sozialen Auftrag: Sie könne Schülern Ermäßigungen gewähren. Man könne stolz darauf sein, dass die Musikschüler die Sozialstruktur Duisburgs widerspiegelten.
Mit Bestürzung reagierten viele Duisburger Eltern auf die mögliche Schließung der Niederrheinischen Musikschule. „Das wäre jammerschade”, so Katja Heidmann, Mutter von drei Töchtern, die alle zur Musikschule gehen. „Die Musik ist ein wichtiger Bestandteil im Leben meiner Kinder.”
Auch Ute Dreyhaupt wäre traurig, wenn die Schule ihre Tore schließen würde: „Hier gibt es gute Lehrer und individuellen Unterricht.” Ohne die Schule wäre vielen Kindern der Weg zur Musik versperrt. Sie und andere Mütter sammeln derzeit Unterschriften gegen die Auflösungs-Pläne. 288 Unterschriften haben sie schon.
Clara Witzel, Lehrerin an der Musikschule Essen, lebt in Duisburg und konnte die Hiobsbotschafen nicht glauben: „Musik ist eine kreative Freizeitgestaltung . In der musikalischen Bildung liegt die Zukunft. Man muss gegen eine mögliche Schließung protestieren. Leider hat die Musikschule nicht so eine Lobby wie Opel.” Besonders sozialschwache Familien würden durch eine Auflösung benachteiligt: „Hier werden viele Schülerschaften aufgefangen, die sonst gar nicht das Geld haben”, erklärt Witzel.
Der achtjährige Sohn von Katrin Bleul ist begeisterter Keyboarder. Auch sie ist sauer über die Pläne: „Gerade NRW schreibt sich Kultur auf die Fahne, so etwas kann nicht angehen. Wo sollen denn dann die Kultur-Talente gefördert werden, wenn nicht hier?”
Seit 25 Jahren unterrichtet Marie-Therese Schmitz an der Musikschule. Sie versucht gelassen zu bleiben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich jemand die Absicht hat, so eine Institution zu schließen”, erklärt sie. Musik sei wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung und der Grundstein dafür würde oft in der Musikschule gelegt.

10:31
musische Erziehung schafft im allgemeinen
glückliche, ausgeglichene Menschen. Für
unsere Sozialdarwinisten: leistungsfähige.
Gerade in einer Zeit, in der ein rein materialistisches und mechanisches Bild des
Menschen (Beschleunigung) letztendlich Elend
ohne Ende schafft, ist Sparen in diesen Bereichen
ein Verbrechen!
11:40
Herr Pollmann, sie sollten sich lieber fragen, warum dieser Kommentar überall passt wie die Faust aufs Auge!
Sauerlands Parteiklüngelmischpoke ist wohl versorgt. AUF UNSERE KOSTEN und die Kinder sind es NICHT!
08:31
Hörsken bedient sich mit Hilfe Sauerlands bei uns Duisburgern, sein Kumpel der CDU General Wüst bei der Krankenkasse.
Wie würde der Staatsanwalt dazu stehen, wenn beide arbeitslos wären und sich bei der ARGE bedient hätten?
23:23
Soll die Stadt mal lieber den Herrn Hörstgens einsparen und wegschließen. Das hier eingesparte Geld nebst Dienstwagen läßt sich sicherlich sinnvoller nutzen und in die Kultur einbringen.
19:50
#2 Warum ist die Wahrheit Blödsinn?
Der Party OB und seine CDU/Grünen Dezernenten Truppe sind untragbar. Ihre Vorschläge sind Duisburg feindlich. Nur für sich selbst nehmen sie alles in Anspruch.
Outet euch, wer hat die gewählt?
18:11
Fällt dir nichts neues mehr ein das du zu allen den selben blödsinn kopierst??????
13:36
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Nicht-ohne-meinen-Mercedes-id2282946.html
Es sind nicht die Extremisten, die unsere Demokratie hier gefährden.
Es sind auch nicht die Terroristen, die unsere Demokratie gefährden.
Es sind auch nicht die Islamisten, die unsere Demokratie gefährden.
Es sind unsere eigenen Eliten. Wenn ein Oberbürgermeister Sauerland auf der einen Seite einen harten Sparkurs als absolut notwendig verkauft und auf der anderen Seite seinem persönlichen Klientel unglaublich teurere Wohltaten zukommen lässt, dann sind es die extremen Parteien, die zulauf finden werden.
Wenn unsere Bundesregierung ausgerechnet die deutsche Schlüsselindustrie -das Hotelgewerbe!- mit Milliarden subventioniert aber beim Klimaschutz knausert, dann sind es die extremen Parteien, die davon profitieren werden.
Unser Oberbürgermeister sollte sich „von Sauerland“ nennen, wenn er schon nach Gutherrenart handelt!
Herr Hörstgen ist für mich ein Parteibuchkarrierist reinsten Wassers. Wer sich in dieser Situation Duisburgs mit 2000000000 Euro Schulden und einem B2 Gehalt mit einer Luxusbürosuite und einen Luxuswagen als Dienstnotwendigkeit beschenken läßt, kann nur ein Egomane sein!
Bei den Kindern sparen und den Parteifreunden schenken, tolle Wurst Herr von Sauerland!