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Elf Firmen ziehen nach Altkleider-Veto der Stadt vor Gericht

22.04.2014 | 06:00 Uhr
Elf Firmen ziehen nach Altkleider-Veto der Stadt vor Gericht
Bis zu 500 Euro bringt jede Tonne Alttextilien ein.Foto: WAZ

Duisburg.   Wirtschaftsbetriebe wollen weiterhin nur gemeinnützigen Organisationen das Sammeln erlauben und die restlichen Alttextilien selbst verwerten. Die Erlöse kommen auch den Bürgern zugute. Doch über 30 Firmen hätten gern Teil an dem lukrativen Geschäft mit dem Ausrangierten.

Opas alter Mantel und die Damenjacke nach Art der vorvorletzten Saison taugen immerhin noch, um für massiv Ärger zu sorgen. Elf kommerzielle Sammler von Alttextilien klagen gegen die Stadt, weil sie ihnen das Einsammeln von ausrangierter Kleidung nicht gestattet.

Hintergrund ist eine Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetz, nach der gewerbliche Sammlungen bei der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde, das ist in Duisburg das Amt für Umwelt und Grün, angezeigt werden müssen. Die Stadt kann diese Anzeige ablehnen, wenn für die betroffenen Fraktion ein funktionierendes Sammelsystem angeboten wird, muss es aber nicht.

Veto für Firmen

Linie der Stadt ist es indes, nur Altkleidersammlungen von gemeinnützigen Einrichtungen zu tolerieren, nicht aber gewerbliche. Von diesen Unternehmen hatten sich 34 um Grünes Licht für eigene Sammelaktionen beworben, besagte elf ziehen jetzt vor Gericht. Dabei geht es ausschließlich um mobile Sammlungen, die in der Regel mit Zetteln im Briefkasten angekündigt werden.

Was die Stadt antreibt, so rigoros „Nein“ zu sagen, ist die Tatsache, dass der größte Teil der Alttextilien in Duisburg in den Containern der Wirtschaftsbetriebe landet. Da kommt einiges zusammen: 1200 Tonnen waren es 2012, rund 2,5 Kilogramm pro Jahr und Einwohner vom Säugling bis zum Greis. Der Erlös richtet sich nach einem schwankenden Preis, der sich zuletzt zwischen 200 und 500 Euro pro Tonnen bewegte. Und damit durchaus attraktiv ist für kommerzielle Verwerter.

Doch die Stadt ist bestrebt, diese Einnahmequelle den Wirtschaftsbetrieben zu sichern, da damit die Erlöse aus dem Altkleideraufkommen in die Gebührenkalkulation für die Mülltonnen der Bürger eingehen. Und zwar gebührendämpfend, wenn die Einnahmen entsprechend ausfallen.

Die Wirtschaftsbetriebe haben im gesamten Stadtgebiet rund 200 Altkleider-Container aufgestellt, die mindestens 14-täglich geleert werden. Was die Bürger dort einwerfen oder bei den Recyclinghöfen an ausgemusterten Textilien ankommt, wird an Verwerter geliefert, die auch die Sortierung vornehmen. Was noch geeignet ist, gehe an Kleiderkammern, erläutert Wirtschaftsbetriebe-Sprecherin Silke Kersken den Stoff-Fluss. Ein Teil der Textilien werde exportiert, beispielsweise nach Afrika.

Und auch was überhaupt nicht mehr verwendbar scheint, wird immer noch als Putzlappen verwertet und kommt wieder auf den Markt.

Willi Mohrs

Kommentare
22.04.2014
10:31
Elf Firmen ziehen nach Altkleider-Veto der Stadt vor Gericht
von Wunderratte | #1

Ich kann die Stadt verstehen. Ich habe meine Altkleider bisher immer nur an zwei gemeinnützige Einrichtungen gespendet - die Diakonie, die ja hier DU...
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2014-04-22 06:00
Duisburg