Eisberg oder Flugfeld?

Haben Sie die Nacht geschlafen? Ich höchstens stundenweise. Bei der Hitze bleiben einem sowieso nur zwei Möglichkeiten: Entweder man findet sich mit 28 Grad im Schlafzimmer ab, auch wenn man sich dabei fühlt wie ein Eisberg, den die Strömung über Nacht in die Karibik getrieben hat.

Oder man setzt auf Ventilatoren. Ich hatte für die Nacht drei rund um mein Bett aufgestellt. Sie können sich vorstellen: es fühlte sich an, als würde der Mistral durchs Zimmer blasen. Sehr angenehm. Andererseits erinnert die Geräuschkulisse an ein Kleinflugfeld bei intensivem Propellerflugverkehr. Auf Stufe 3 hört es sich an, wie eine Cessna kurz vor dem Start. Noch besser wird es, wenn sie Industrie-Ventilatoren einsetzen: Das ist der Sound großer Turbo-Prop-Maschinen für den Atlantikflug. Tatsächlich hebt im Zimmer alles ab, was sie vor dem Start der Rotoren nicht angenagelt oder mit einem massiven Briefbeschwerer fixiert haben. Das Problem bei dem Lärm ist nur: Sie kriegen kein Auge zu.

Sie wollen auf Klimageräte setzen? Vergessen Sie das mal! Bei dem Stromverbrauch können Sie sich auch gleich vor die offene Kühlschrank-Tür legen, oder ein eigenes Kleinkraftwerk kaufen.

Ich werde mal nach einem kleinen, leisen Ventilator suchen, der den dicken Eisberg langsam wieder gen Norden treiben lässt. Ich hoffe er schafft das, bevor sich der Berg aufgelöst hat.