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Eis im Rhein-Herne-Kanal gefährdet Nachschub für die Industrie

10.02.2012 | 12:45 Uhr
Eis im Rhein-Herne-Kanal gefährdet Nachschub für die Industrie
Wie viele andere Kanäle liegt auch der Rhein-Herne-Kanal in Duisburg inzwischen unter einer dicken Eisschicht.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.Die weiterhin anhaltende Frostperiode macht nicht nur den Binnenschiffern selbst zu schaffen: Sollte bald auch der Rhein-Herne-Kanal wegen Eisbildung nicht mehr schiffbar sein, müssen unter anderem Chemiebetriebe und Kraftwerke, die über die Kanäle versorgt werden, auf ihre Reserven zurückgreifen.

„Die halten maximal zehn Tage“, so der Pressesprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg, Dirk Radermacher. „Danach wird die Produktion beispielsweise in den Chemiebetrieben eingeschränkt!“ Ein Umladen der Frachten im Duisburger Hafen auf Lastwagen sei logistisch so gut wie unmöglich: „Eine Schiffsladung kann 2000 Tonnen betragen.“

Am Donnerstag fiel jetzt auch noch der Eisbrecher „Ruhr“ aus und musste eine Werft ansteuern: „Die Schraube ging kaputt.“ Deshalb beorderte das Wasser- und Schifffahrtsamt den Eisbrecher „Lippe“, der eigentlich auf dem Wesel-Dattel-Kanal für freie Fahrt sorgen soll, nach Duisburg, um im Rhein-Herne-Kanal die Eisschollen zu zerkleinern. Am heutigen Freitag soll die „Ruhr“ aber wieder einsatzbereit sein.

Auch für die Eisbrecher wird es schwierig

Wie lange im Rhein-Herne-Kanal noch geschleust werden kann, ist fraglich. Wie Dirk Radermacher erklärte, sinken die Temperaturen in den nächsten Tagen wieder in den zweistelligen Minusbereich. „Die Eisschollen schieben sich jetzt übereinander. Dadurch haben wir eine Eisdecke von 20 Zentimetern. Da wird es langsam auch für die Eisbrecher schwierig.“

Die Zahl der Schiffe, die in den Rhein-Herne-Kanal hineinfahren ist seit Dienstag schon über die Hälfte gesunken. Radermacher: „Die meisten fahren jetzt raus.“ Am Dienstag waren es noch 70 Schiffe, die in den Kanal hinein und wieder heraus fuhren, am Donnerstag nur noch 20 bis 30. Festsitzen wollen die Schiffer möglichst vermeiden. Doch auch sie müssen sich wie Lastwagen-Fahrer an Ruhezeiten halten. „Sie dürfen maximal zehn Stunden fahren.“

Damit wenigstens das noch auf dem Rhein-Herne-Kanal gelingt, fährt der Eisbrecher die Strecke zwischen Duisburg und Gelsenkirchen einmal am Tag hin und zurück. Radermacher: „Das reichte bislang aus.“

"Zwischendurch ein heißer Kaffee"

Eiszeit für Ruhr und Rhein-Herne-Kanal...

Jan Heitmann, Pressesprecher von „duisport “, erklärte, dass der Frost bislang keinen spürbaren Einfluss auf den Umschlag im Duisburger Hafen habe. Mit Ausnahme des Werfthafens, wo der Eisbrecher zum Einsatz komme, seien alle Hafenbecken frei. Heitmann: „Wir können ganz normal arbeiten.“

Auf den Friedhöfen macht der gefrorene Boden den Baggern kaum zu schaffen. „Keine Einschränkungen durch den Frost!“, erklärte der Sprecher der Wirtschaftsbetriebe , Volker Lange. Der Frost sitze 20 bis 25 Zentimeter tief und sei für die Bagger kein Problem. Zusätzlich kann ein Meißel montiert werden, der den Bodden erst einmal aufbricht.

Marcus Schmitt aus Meiderich muss bei jedem Wetter aufs Rad: Er fährt für „Die Stadtkuriere“. Auch bei minus 14 Grad steigt er morgens um 8 Uhr aufs Fahrrad. Allein am Mittwoch legte er über den Tag 127 frostige Kilometer zurück. Gegen die Kälte schützen ihn die Bewegung und die richtige Kleidung „und zwischendurch ein heißer Kaffee“.

Alfons Winterseel

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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