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Eine Wohnbrücke über den Rhein

30.11.2007 | 14:12 Uhr
Eine Wohnbrücke über den Rhein

Zum 5. Mal hat die Haniel-Baustofftochter Xella zu einem Architekturstudenten-Wettbewerb aufgerufen. Das Thema diesmal: "Eine Wohnbrücke über den Rhein für Duisburg".

Diese Idee kommt einem irgendwie bekannt vor: Eine gewaltige Wohn-Brücke, 800 Meter lang, groß genug für ein paar tausend Bewohner - so lautet der Plan - soll die beiden Ufer eines großen Stromes dieser Stadt mit einander verknüpfen. Doch von der so genannten „Living Bridge” über die Ruhr, jenes bemerkenswerte Bauprojekt, das jüngst die Stadt auf der Expo-Real, der Immobilienmesse in München, vorgestellt hat, ist hier nicht die Rede.

Die Rede ist vom 5. Xella-Studentenwettbewerb, der Architektur-Studenten dieser Republik zu herausragenden Ideen rund um eine Aufgabenstellung in Duisburg ermuntern will: „Leben auf dem Rhein”, so heißt das Wettbewerbsthema. Konkret geplant werden soll „eine Wohnbrücke für Duisburg”, die den Bogen zwischen dem "Rheinpark" in Hochfeld und dem Rheinvorland südlich von Logport in Rheinhausen spannen soll.

Leben über dem Rhein - Eine Wohnbrücke für Duisburg 5. XELLA Studentenwettbewerb REPRO Friedhelm Geinowski

 Der Wettbewerb von Xella, der Haniel-Tochter im Baustoffhandel, ist an den Hochschulen für Architektur und Bauingenieurwesen bereits eine hochanerkannte Institution, weswegen regelmäßig 200 bis 300 Entwürfe an die Fachjury eingereicht werden. Gestern kamen erst mal 160 Architekturstudenten aus dem ganzen Land in Duisburg zusammen, um im Zuge des Wettbewerbverfahrens zusammen mit dem Ausrichter und der Stadt ein so genanntes „Rückfrage-Kolloquium” abhalten zu können.

Am 16. März 2008 müssen die angehenden Architekten ihre Visonen von einer Brücke über den Rhein vorgelegt haben. Reale Visonen ja, verrückte Utopien - nein! Die Siegerentwürfe, nach einem gestaffelten Regional- und Bundeswettbewerb ausgefiltert, sollten im Prinzip in die Realität umgesetzt werden können. „Das ist eine riesige Aufgabe für die Studenten”, schwärmte gestern Planungsdezernent Jürgen Dressler beim Pressegsepräch mit Xella-Projektbegleiter Paul Dimitz. Dressler. „Die Studenten müssen alles beachten, die technischen, die planerischen, die rechtlichen, die wasserrechtlichen Belange, nicht aber die wirtschaftlichen.”

Schön und eher unbezahlbar dürfen sie also werden, die Visionen von der Duisburger Wohnbrücke über den europäischen Schifffahrtsweg Rhein. Sie muss, um die Schiffnarkeit zu gewährleisten, den Rhein über eine Länge von 250 Metern bei einer Höhe von 38 Metern stützenfrei überspannen. Wie hoch und wie breit sie dabei insgesamt wird, die Brücke, bleibt den Nachwuchsplanern überlassen. Hauptsache es passen dort viele Wohnappartments, Maisonette-Wohnungen, Restaurants, Läden, Büros und Hotels hinein. Auch müssen die Studenten nicht jene Baumaterialien mit einplanen, mit denen die Haniel-Tochter gewerbsmäßig handelt. Na fein!

Übrigens: In der Hafenstadt Hamburg wird derzeit in der Bürgerschaft bereits ein Für und Wider einer "Living Bridge" über die Elbe ( 380 Mio. Euro) diskutiert. Planer dort ist Hadi Teherani, jener renommierte Architekt, der die „Living Bridge” in Duisburg über die Ruhr entworfen hat.

Stefan Endell

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Kommentare
01.12.2007
04:37
Eine Wohnbrücke über den Rhein
von charmeur | #2

Weder die Ruhr- noch die Rheinwohnbrücke werden sich bei qm-preisen von über €5000,-- realisieren lassen.

30.11.2007
17:35
Eine Wohnbrücke über den Rhein
von marthrax | #1

Solange dies Theorie bleibt hab ich nichts dagegen. Eine Wohnbrücke über den Rhein ist zwar eine gute Idee, aber der Standort muss sorgfältig ausgewählt werden. Der Rheinpark ist definitiv der falsche Standort für solch ein Projekt, da die vorhandenen zwei Brücken bereits heute das Sichtfeld auf die andere Rheinseite einschränken und durch eine weitere Brücke die Restidylle auch noch beseitigt werden würde. Drei Brücken würden das Sichtfeld zu stark einschränken, das darf nicht sein! Außerdem hätte man dann von der Wohnbrücke aus keine freie Sicht auf den Rhein, da sie zu beiden Seiten von Brückenbauwerken eingegrenzt wäre. Ich fänds eher besser wenn man die Eisenbahnbrücke durch eine Wohnbrücke ersetzen würde und man den Schienenverkehr in einen Tunnel verlegt. Eine andere Alternative wäre eine Wohnbrücke zw. Ruhrort und (Alt-)Homberg (von der Mercatorinsel über den Pontwert bis zur Rheinstr. in Homberg).

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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