Eine Volkskrankheit, aber immerhin heilbar
15.09.2011 | 12:00 Uhr 2011-09-15T12:00:00+0200
Duisburg.In Deutschland sind rund vier Millionen Menschen depressiv und deutlich mehr als nur „schlecht drauf“, wie Laien das Auftreten oft bezeichnen. Die WAZ holt Experten ans Telefon.
Depression wird nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation schon in wenigen Jahren die Volkskrankheit Nummer eins sein. Arbeitsunfähigkeitszeiten und Frühverrentungen haben schon heute um ein Vielfaches zugenommen. Dagegen stemmt sich das Duisburger Bündnis gegen Depression.
Vorurteile abbauen, Ängste nehmen
Dessen Botschaft lautet: „Depression ist heilbar.“ Das betont der Vorsitzende Dr. Albert-Franz Ernst. „Es gibt heute gute psychotherapeutische Methoden sowie medikamentöse Behandlungsansätze“, erklärt der Psychiater, es müsse nur angewandt werden.
Ein Fragebogen gibt Anhaltspunkte, ob womöglich eine Depression vorliegt. Beantworten sie die Fragen mit „Ja“, wenn die Aussage seit mehr als zwei Wochen zutrifft. Fragen, die mit „ja“ beantwortet werden, zählen je 1 Punkt, Frage 14 zählt 5 Punkte. Mehr als fünf Punkte könnten Zeichen einer Depression sein.
1. Sind Sie oft ohne Grund bedrückt oder mutlos ? 2. Sie können sich schlecht konzentrieren und fühlen sich oft bei kleinen Entscheidungen überfordert? 3. Sie haben keinen Antrieb mehr, empfinden oft eine bleierne Müdigkeit oder innere Unruhe? 4. Selbst Dinge, die Ihnen sonst Freude gemacht haben, interessieren Sie jetzt nicht mehr?
5. Sie haben das Vertrauen in Ihre Fähigkeiten verloren? 6. Sie quälen sich mit Schuldgefühlen und Selbstkritik? 7. Sie zermartern sich den Kopf über die Zukunft und sehen alles schwarz? 8. Am Morgen ist alles am Schlimmsten?
9. Sie leiden an hartnäckigen Schlafstörungen? 10. Sie ziehen sich von Kontakten zurück? 11. Sie haben körperliche Symptome, für die keine organische Ursache gefunden wurde? 12. Sie haben keinen Appetit ? 13. Sie haben keine Lust mehr auf Sexualität?
14. Sie sind verzweifelt und möchten nicht mehr leben?
Das Bündnis, das aus einer bundesweiten Initiative heraus entstanden ist und von Fachleuten wie Betroffenen unterstützt wird, will Vorurteile abbauen und Ängste nehmen. Ernst kennt sie alle: „Von Antidepressiva wird man abhängig“, oder „Einmal Psychiatrie, immer Psychiatrie“. Ein bisschen sei schon in Bewegung gekommen, glaubt Ernst, denn immerhin frage kaum noch ein Patient nach Terminen in den dunklen Abendstunden, damit ihn keiner beim Betreten der Praxis sieht.
Die Krankheit früh erkennen
Laut Statistik erhalten aber nur zehn Prozent aller betroffenen Menschen überhaupt eine Behandlung. Deshalb ist ein weiteres Ziel des Bündnisses, etwa Polizisten, Lehrern oder anderen, die in ihrer Profession depressiven Menschen begegnen könnten, Schulungen anzubieten, um die Krankheit früh zu erkennen.
Ein dritter Aspekt ist die Vernetzung der Institutionen, damit etwa nach einer stationären Behandlung auch eine ambulante Nachbetreuung erfolgt. Dr. Ernst nennt es „Netzwerk des Wissens“.
WAZ-Leser, die sich fragen, an wen man sich wenden kann, wenn es einem schlecht geht, die sich über Behandlungsmethoden und Heilungschancen informieren wollen, können am Dienstag, 20. September, von 13 bis 14 Uhr drei kenntnisreiche Experten des Duisburger Bündnisses anrufen: Prof. Dr. med. Peer Abilgaard, Leiter der Psychiatrischen Abteilung des Katholischen Klinikums Duisburg sowie die niedergelassenen Psychologen und Psychotherapeuten Dr. merc. Hans-Peter Mayr und Dr. phil. Peter Schmalz.

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Zur Behandlung von Depressionen möchte ich auch auf die Biblische Krankenheilung (Aufklärung und Beratung) hinweisen. Grundlage sind Aussagen der Bibel.
Jesus Christus spricht in Matthäus 11,28:
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich will euch erquicken.
Psalm 146,8:
Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.
Mit guten Segenswünschen
Claus F. Dieterle Heilpraktiker / Psychotherapie