Eine TÜV-Plakette für die Mensa der Uni Duisburg-Essen

Dass es auch anders geht, hat die Mensa immer wieder bewiesen: Thirawat Sukluang, Frank Kalkowski , Achim Herrmann und Sternekoch Sascha Stemberg brutzelten neulich gemeinsam für die Studenten.
Dass es auch anders geht, hat die Mensa immer wieder bewiesen: Thirawat Sukluang, Frank Kalkowski , Achim Herrmann und Sternekoch Sascha Stemberg brutzelten neulich gemeinsam für die Studenten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Neue Qualitätsleitlinien für den Gastrobetrieb des Studentenwerks Duisburg-Essen. Kochmützen-Konzept der Hochschule Niederrhein als Standard.

Duisburg.. Zahlreiche Hochschul-Mensen, unter ihnen die der Uni Duisburg-Essen, werden bald vom TÜV Rheinland nach dem Kochmützen-Konzept der Hochschule Niederrhein überprüft. „Es ist für uns zwar nicht die erste Zertifizierung, aber wir beteiligen uns gerne. Ein Qualitätssiegel vom TÜV ist für uns etwas besonderes“, so Petra Karst, Sprecherin des Studentenwerks Duisburg-Essen.

Ziel: bundesweit gültiges Gütesiegel

Zuvor hatten die Studentenwerke neue Qualitätsleitlinien für ihre Mensen entwickelt. Auf deren Basis erfolgen nun die Überprüfungen. Insgesamt werden 24 Studentenwerke, zu denen jeweils mehrere Hochschulmensen gehören, überprüft.

„Es ist uns und dem TÜV gelungen, mit dem Deutschen Studentenwerk und seinen über 400 Mensen einen der größten Gemeinschaftsverpfleger Deutschlands von unserem Kochmützenkonzept zu überzeugen“, erklärt Prof. Dr. Volker Peinelt, Leiter der AG Schulverpflegung der Hochschule Niederrhein und Entwickler des Konzepts. Peinelt sieht damit die Arbeit seiner Kollegen am Fachbereich Oecotrophologie bestätigt: „Mit diesem Konzept können alle qualitätsrelevanten Kriterien geprüft werden“, sagt Peinelt. Für die speziellen Anforderungen der Studentenwerke wurden einige Änderungen vorgenommen.

Hygiene, Vollwertigkeit und Umweltschutz sind wichtig

Der Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein arbeitet seit Jahren eng mit den Studentenwerken zusammen. Gemeinsam wurden unter anderem Qualitätsleitlinien entwickelt, die das gastronomische Handeln der Studentenwerke bestimmen sollen. „Dabei geht es um weit mehr als ein schmackhaftes Essen“, sagt Peinelt. „Vorgaben für die Vollwertigkeit des Angebots sind genauso zu beachten wie Hygieneanforderungen, das Reklamationsmanagement oder ein Umwelt- und Arbeitsschutzkonzept.“

Das Prinzip der Zertifizierung ist einfach: Einmal im Jahr wird über einen umfangreichen Fragebogen erhoben, welchen Qualitätsstandard die Studentenwerke in den Bereichen Produktion, Angebotsgestaltung, Hygiene, Arbeitsschutz, Umweltschutz, Ausgabe, Weiterbildung und Soziales erreichen. Der TÜV Rheinland wertet die Befragung unabhängig aus und stellt für gute Ergebnisse eine Bescheinigung aus. Alle drei Jahre müssen die Studentenwerke zudem dem TÜV Rheinland für systemrelevante Prozesse Belege vorlegen.

Ziel ist ein bundesweit gültiges Gütesiegel

Das Verfahren wurde in den Studentenwerken Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Thüringen erfolgreich getestet. Das Studentenwerk Düsseldorf hat sich bereits erfolgreich vom TÜV Rheinland zertifizieren lassen. 19 Studentenwerke aus dem gesamten Bundesgebiet wollen im kommenden Jahr die Qualitätsleitlinien einführen.

„Wir wollen damit den vielen Millionen Gästen der Studentenwerke eine Art bundesweit gültiges, einheitliches Gütesiegel anbieten – und zeigen, auf welch hohem Niveau die Studentenwerke ihre Gastronomie betreiben,“ erklärt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde.

Prof. Dr. Jens Wetterau, der neben Volker Peinelt in das Konzept involviert ist, bescheinigt dem Studentenwerk die richtige Vorgehensweise. „Mit dem Ansatz, Qualitätsleitlinien zu beschließen und die Einhaltung dann zu überprüfen, gehen die Studentenwerke einen Weg, mit dem transparent und objektiv die hohe Leistungsfähigkeit bewiesen werden kann.“