Eine Realschule bleibt auf jeden Fall

So wird es in Duisburg voraussichtlich nicht kommen: Eine Realschule wird es mindestens noch weiterhin geben.
So wird es in Duisburg voraussichtlich nicht kommen: Eine Realschule wird es mindestens noch weiterhin geben.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Duisburg.. In Duisburg wird es vorerst weiterhin auch eine Realschule geben. Das ist eines der Ergebnisse, die aus den Gesprächen in den einzelnen Stadtbezirken zur Einführung der Sekundarschule resultieren.

Wie berichtet, will Duisburg als einzige Großstadt in NRW die Sekundarschulen innerhalb von drei Jahren einführen. Zunächst zum Schuljahr 2014/15 in den Stadtbezirken Hamborn und Süd, und zum Schuljahr 2015/16 in Walsum (1), Mitte (2) und Rheinhausen (1). In den Bezirken Homberg-Ruhrort-Ort-Baerl und Meiderich ist keine Sekundarschule geplant.

Überraschung für Meiderich

Während schon länger klar war, dass auf der linke Rheinseite nur in Rheinhausen eine Sekundarschule entstehen soll, ist die Änderung für Meiderich eine Überraschung. Nach den aktualisierten Prognosen der Schülerzahlen wird die Mindestzahl von 75 Schülern nicht erreicht. Die Folge: Die Gustav-Stresemann-Realschule (Beeck) wird zunächst weiter bestehen.

„Duisburg wird damit in drei Jahren nicht ohne Realschule sein“, bestätigte der Geschäftsführer der Bildungsholding, Ralf Hörsken. Im Bezirk Meiderich würde zunächst „alles so bleiben, wie es ist“.

Hintergrund ist, dass die Gesamtschule Theodor König mit der Realschule um leistungsstarke Schüler konkurriert. Eine weitere Sekundarschule würde die Situation noch verschärfen. Fachleute fürchten eine „Kannibalisierung“ im Kampf um die guten Schüler, wovon weder die eine, noch die andere Schule etwas hat. Weil eine Sekundarschule unter 75 Schülern nicht genehmigungsfähig ist, rückt man nun von deren Einführung im Bezirk Meiderich ab.

Der Elternwille ist entscheidend

Die Befürworter werden sich über den Fortbestand einer Realschule in Duisburg freuen. Nur wenn die Zahl der Anmeldungen unter 55 sinken würde und keine Eingangsklassen mehr gebildet werden könnten, würde sich die Realschule quasi selbst auflösen.

Doch auch für alle anderen Sekundarschulen ist der Elternwille entscheidend, egal, was politisch gewollt ist: So müssen sich in der Zeit um Ostern 2013 herum mindestens die Eltern von 75 (bei Dreizügigkeit einer Sekundarschule) bzw. 100 (bei Vierzügigkeit) Erst- und Zweitklässlern pro Bezirk (zunächst Hamborn und Süd) Interesse an der neuen Schule bekunden.

Zuvor werden im Herbst dieses Jahres die Schulkonzepte von den Gründungsteams erstellt. Das werden in der Regel Schulleiter und interessierte Lehrer sein. „Das wird kein geschlossener Kreis sein“, verspricht Hörsken. Ein Vorteil für die Teams: Bereits 50 Sekundarschulen in NRW haben solche Konzepte erstellt, deren Ergebnisse nun als Basis dienen können.

Mit den fertigen Konzepten beginnt anschließend die Öffentlichkeitsarbeit in den Schulen und bei den Eltern der Erst- und Zweitklässler in den Grundschulen.

Erste Kostenschätzung vom IMD

Parallel ist das Duisburger Immobilienmanagement (IMD) gefragt: Von ihm wird im Oktober ein Umsetzungsplan und eine erste Kostenschätzung erwartet. Gut erhaltene Gebäude und ein funktionierender Ganztag sind zwei der Auswahlkriterien. Ein weiteres: Wie weit liegen Schulgebäude auseinander für den Fall, dass eine Sekundarschule zwei Standorte hat? So wird nach ersten Analysen in Walsum über einen „Ringtausch“ der Grundschulen nachgedacht.

Spannend bleibt bis Februar 2014 die Frage: Wie werden sich die Eltern tatsächlich verhalten? Denn nur mit 75 bzw. 100 Anmeldungen wird es auch tatsächlich eine Sekundarschule geben. Wird die Zahl nicht erreicht, gibt es keine Genehmigung vom Land.