Eine gemeine Geschichte: Harold Pinters „Der Hausmeister“

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Einzige Premiere unter den neun Produktionen des Theatertreffens ist „Der Hausmeister“ von Harold Pinter. Das 1960 uraufgeführte Stück, das seinen Autor weltberühmt machte, „ist zu Unrecht von den Spielplänen verschwunden“, findet Schauspiel-Intendant Michael Steindl. Für die Eigenproduktion hat er Regisseur Philipp Kugler gewonnen, der 2013 mit Edward Albees „Zoogeschichte“ zu Gast war.

Ihm gefällt „die krude, krumme, kalte, gemeine Geschichte“, die in die Gegenwart passe. Es geht um drei Männer: Aston (Peter Götz) lebt in einer heruntergekommenen Wohnung in London, die ihm sein Bruder Mick (Stefan Kolkenbrock) zur Renovierung überlassen hat. Der schleppt in einer Winternacht den Obdachlosen Davies (Michael Altmann) an. Aston lässt den alten Nörgler bei sich übernachten und bietet ihm sogar einen Hausmeisterposten an. Mick ist nicht begeistert von dem neuen Mitbewohner. Davies umschmeichelt ihn und beginnt, über Aston herzuziehen. Als auch Mick ihm die Hausmeisterstelle anbietet, will Davies Aston sogar aus dem Haus drängen.

„Es geht um Egoismus, soziale Kält, Abgrenzung“, so Kugler. Und um fehlende Hilfsbereitschaft. „Keiner gönnt dem anderen was.“ Das wird aber nicht realistisch erzählt. „Die Figuren sagen viel zu wenig und widersprechen sich; jeder sieht nur seine Wahrheit“, so Steindl, der Pinter eine „tolle Radikalität“ bescheinigt. Offen bleibt etwa, ob Mick tatsächlich „ein Bett“ im Haus hat. Er taucht auf und verschwindet wieder. In seinen Transporter? Alle drei seien „uneingerichtet, unfertig“, sagt Kugel. Warum, erfährt der Zuschauer nicht. Auch in diesem Punkt bleibt er im Ungewissen. „Sie hausen zusammen, schlagen sich durchs Leben, kommen aber nicht weiter – das hat mich an dem Stück gepackt“, so der Regisseur, der sich einen „Fan des Nicht-Beantwortens“ nennt.

Die Premiere ist am 12. März um 20 Uhr im Foyer III, weitere Vorstellungen gibt es am 13. und 16. März.