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„Eine der verkehrssichersten Großstädte in NRW”

09.02.2010 | 17:21 Uhr
„Eine der verkehrssichersten Großstädte in NRW”

Die Duisburger Polizei hat ihre Unfallstatistik für 2009 vorgestellt. Zwar ist die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, die Zahl der Schwerverletzten ging aber deutlich zurück.

Duisburg im Jahre 1956. Das Überqueren der Straßen ist lebensgefährlich, wer sich vor die Tür wagt, muss hellwach und vorsichtig sein. Unglaubliche 144 Verkehrstote gibt es in diesem Jahr. Fast drei Mal pro Woche stirbt ein Mensch bei einem Unfall im Straßenverkehr. 53 Jahre später sieht die Realität anders aus: „Duisburg ist eine der verkehrssichersten Großstädte in NRW”, fasste Polizeipräsident Rolf Cebin gestern den Verkehrsbericht für 2009 zusammen.

Auf den ersten Blick wirkt die Bilanz gar nicht so gut. Es gab zehn Tote und damit einen mehr als im Vorjahr (+11%). Die Zahl der Verkehrsunfälle ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 381 auf 14 481 (+2,7%) gestiegen. Die Zahl der Leichtverletzten stieg geringfügig auf 1404 Personen (+0,7%). Anders sieht es da schon bei der Zahl der Schwerverletzten aus. Hier sank die Zahl um 71 auf 208 Personen (-25,5%). Das ist einer der Gründe, warum Polizeidirektor Rainer Blaudzun feststellt: „Wir haben das beste Ergebnis der Nachkriegszeit und darauf sind wir stolz.”

Im Vergleich mit den 15 anderen Polizeibehörden in NRW, die für mehr als 200 000 Einwohner zuständig sind, steht Duisburg glänzend dar. Bei der Unfallhäufigkeit pro 100 000 Einwohner liegt Duisburg auf Rang 3 – Schlusslicht ist Düsseldorf, wo es rund 50% mehr Unfälle gab. Bei der Zahl der Verunglückten sogar auf Platz 2 – nur in Bochum gab es weniger Verletzte. In genau dieser Reihenfolge stehen die beiden Ruhrgebietsstädte auch an der Spitze der Städte mit den wenigsten verunglückten Kindern. 2009 kamen 167 Kinder bei Unfällen zu Schaden. 2008 waren es noch 194, 2003 gar 309.

Schlechte Aufklärungsquote nach Fahrerfluchten

„Wir wollen zu den besten drei Behörden gehören”, erläuterte Blaudzun den Duisburger Anspruch. „Das tun wir seit Jahren.” Grund für die gute Verkehrsstatistik sei auch der gut ausgebaute Autobahnring um Duisburg und die Tatsache, dass Unfälle, die auf den Autobahnen passieren, nicht in die lokale Statistik einfließen. „Doch wir haben auch gute Arbeit gemacht und etwa mit unserer Kampagne Eltern dafür sensibler zu machen, ihre Kinder im Auto besser zu sichern, viel erreicht”, so Blaudzun.

Gefährlichste Kreuzungen

Grund zur Sorge bereiten dagegen andere Entwicklungen. Die Zahl der verunglückten jungen Erwachsenen ist 2009 um 36 auf 272 gestiegen. Dennoch rangiert Duisburg auf Platz 4 der Vergleichsliste. Mehr Verletzte gab es auch bei den Radfahrern. Deswegen will die Polizei 2010 verstärkt diese beiden Gruppen kontrollieren. Nur den vorletzten Platz gibt es für die Aufklärungsquote nach Fahrerfluchten. Von 3087 Flüchtigen konnten 2009 nur 44,4% ermittelt werden.

Marco Hofmann

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