Eine Chance ist vertan

Das ist bitter: Die Vertreter der muslimischen Verbände und Gemeinden in Duisburg laufen Gefahr, ihrer Rolle als Vermittler zwischen ihren eigenen Glaubenbrüdern und der deutschen (christlichen wie religionsfernen) Mehrheitsgesellschaft nicht gerecht zu werden. Pflichtgemäße Solidaritätsbekundung und rituelles Kondolieren - mehr ist von dem Vorsitzenden der Merkez-Moschee-Gemeinde in Duisburg-Marxloh wie auch vom Vorstand der Alevitischen Gemeinde Duisburg nicht zu hören. Verknüpft mit dem Appell: „Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten und unsere Position weiter in der Mehrheitsgesellschaft darstellen.“ Das stimmt leider. Aber wo wäre das aktuelle Handeln zu diesem Appell zu sehen? Wäre es nicht eine gute Idee gewesen, statt zwei kurze Presseerklärungen zu senden, in der Stadt, in der Zehntausende Moslems leben, eine Kundgebung gegen Intoleranz und Gewalt in Gang zu setzen? Verantwortung zu übernehmen und ein Zeichen zu setzen, wo im Schmelztiegel Duisburg die Glocken hängen? Der Rat der Muslime in Deutschland tut dies am Montag in Berlin. Wäre es nicht eine gute Idee gewesen, wenn auch in Duisburg eine solche Initiative von den Moslems gekommen wäre? Solidarität in der Stunde der Not, dies ist der Boden auf dem Freundschaft blüht.