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Eine Bekassine macht noch keinen Sommer

03.01.2013 | 17:13 Uhr
Eine Bekassine macht noch keinen Sommer
Eine Bekassine diente Niki de Saint Phalle wohl nicht als Vorlage für den „Lifesaver“. Jürgen Hinke vom NABU zeigt ein Poster des seltenen Vogels.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg. 2010 in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens, da sind sie sich zum letzen Mal begegnet, Jürgen Hinke und die Bekassine. Nun wurde der taubengroße Vogel mit dem langen Schnabel zum „Vogel des Jahres 2013“ ernannt und der Vorsitzende des Naturschutzbunds (NABU) Duisburg hofft, ihn bald wieder öfter zu sehen.

„In Duisburg haben wir die Möglichkeit, ihn in der Rheinaue zu beobachten“, erzählt Hinke. Wenn er ab Februar aus Südeuropa wieder nach Norden fliegt, macht er auf den feuchten Wiesen gerne Rast. „Bis zu 40 Exemplare haben sich da schon getummelt“, erklärt der NABU-Vorsitzende. Doch die Bekassine ist selten geworden, in NRW gibt es noch etwa 70 Brutpaare, schätzt Hinke, in ganz Deutschland sind es 5500 bis 6700 – damit hat sich der Bestand in den vergangenen 20 Jahren halbiert.

Bekassinen verlieren natürlichen Lebensraum

Gründe dafür sind nicht ihre natürlichen Feinde wie Greifvögel oder Füchse, es ist der Eingriff des Menschen in die Natur. Moore verschwinden durch den Torfabbau, feuchte Wiesen weichen harten Maisfeldern. Doch nur in diesem Lebensraum mit seinem weichen Boden kann die Bekassine Nahrung finden. „Ihr langer Schnabel ist so was wie ein Hightech-Gerät“, sagt Hinke. Mit ihm tastet der Vogel in der Erde nach Würmern, Insekten, Schnecken und zieht sie dann wie mit einer Pinzette heraus. „Sie sind angewiesen darauf, dass der Boden nicht hart ist“, deshalb sei die Bekassine als „Vogel des Jahres“ auch eine Botschafterin für den Erhalt solcher Lebensräume. „Durch das Konsumverhalten kann jeder etwas dafür tun“, betont Hinke. Wer Blumenerde kauft, solle darauf achten, dass diese keinen Torf enthält.

2012 pickte der NABU die Dohle als „Vogel des Jahres“ heraus, ihr Lebensraum sind Gebäude und Kirchtürme. Mit zahlreichen Kirchengemeinden habe der NABU zusammenarbeiten können, erzählt Jürgen Hinke, um Brutplätze zu schaffen. Der jährlich wechselnde Fokus könne damit durchaus die Populationen beeinflussen – wenn man es bei der nun schon geringen Zahl von Bekassinen auch nicht gleich im nächsten Jahr in den Statistiken werde ablesen können. Doch im nächsten Monat in der Rheinaue , da wird man sie wohl wieder sehen können.



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