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Opernpremiere

Ein wunderschöner Matratzenberg

10.01.2013 | 12:00 Uhr
„Die Prinzessin auf der Erbse“ feiert am Wochenende Premiere.Foto: HANS JOERG MICHEL

Duisburg. Das ist kein Märchen: Mehr als 50.000 Zuschauer haben die drei Märchenopern bislang gesehen, die Regisseurin Svenja Tiedt, Ausstatterin Tatjana Ivschina und Chorographin Amelie Jalowy für die Rheinoper auf die Bühnen in Düsseldorf und Duisburg gebracht haben. Nach „Robin Hood“, „Der gestiefelte Kater“ und „Die Nachtigall“ darf das Publikum jetzt gespannt sein auf „Die Prinzessin auf der Erbse“, die am Samstag, 12. Januar, um 18 Uhr Premiere im Theater am König-Heinrich-Platz hat.

Die Komposition von Ernst Toch (1887-1964) aus den 20er Jahren steht selten auf den Spielplänen. Auch Toch sei ihm bis dahin kaum bekannt gewesen, so Kapellmeister Christoph Altstaedt, der die Duisburger Philharmoniker leitet. Nicht als „Kinderoper“ komponiert, habe sie einen eigenen Humor. „Er macht bewusst falsch, was in der klassischen Musik hoch und heilig ist“, sagt Altstaedt über Tochs gesellschaftskritisches Werk. So sei es für die Sänger schwierig, eben nicht den Ton zu singen, der sich aus ihrem Gefühl eigentlich als nächster ergeben würde, sondern knapp daran vorbei. Das relativ kleine Orchester sei solistisch gefordert. „Pfiffig und motorisch“ nennt Altstaedt die Musik, zum Beispiel begleiten Bassklarinette und Tuba das Versenken der Erbse im Matratzenberg.

Perfekt übersetzt in die Gegenwart

„Wir haben uns vom Satirisch-Grotesken der Musik inspirieren lassen“, sagt Svenja Tiedt. Und seien dabei auf Bilder von Spieluhr, Zirkus, aber auch TV-Castings gekommen. Schließlich bewerben sich anfangs gleich sechs Prinzessinnen um den Prinzen. Das Andersen-Märchen, in dem es auch um überlebtes Königtum, und aufsteigendes Bürgertum geht, übersetzt in die Gegenwart: „Perfekte Prinzessin gesucht.“ Das soll die Mädchen im Publikum ebenso ansprechen wie der „wunderschöne Matratzenberg“, der mehr als eine Erbse verbirgt. Auf keinen Fall lautet die Botschaft, Prinzen würden durch besondere Empfindlichkeit erobert. Aber auch die Herzen der Jungs sollen erobert werden – zum Beispiel durch die Clowns.

Moderator und Zeremonienmeister

Hinzu gefügt hat Svenja Tiedt eine Schauspielerrolle: Guido Wachter spielt den Moderator, Zeremonienmeister und das „Mädchen für alles“ am Hof, der am Ende auch dafür sorgt, dass der Prinz die richtige Prinzessin bekommt. „Das wird alles sehr lustig und leicht“, verspricht die Regisseurin. Zuschauer ab sechs Jahren dürften ihren Spaß haben.

Backstage in der Oper

Bei der Bühne habe sie eine kostbare Spieluhr vor Augen gehabt, sagt Tatjana Ivschina. Und die wird sich kräftig drehen – fast wie ein Karussell. Den Kostümen wird man ansehen, dass an diesem Hof nicht Luxus herrscht schon einiges zusammen geflickt werden musste.

Allererste Garnitur ist die Riege der Darsteller mit Timo Riihonen (König), Elisabeth Selle (Königin), Corby Welch (Prinz), Alma Sadé (Eine fremde Prinzessin), James Bobby (Kanzler), Florian Simson (Minister) und Susan Maclean (Amme).

Von Anne Horstmeier



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