Ein Wohlfühl-Wohnzimmer für Kids in Duisburg

Steffen Brieden möchte Kinder und Jugendliche mit seinem Projekt von der Straße holen.
Steffen Brieden möchte Kinder und Jugendliche mit seinem Projekt von der Straße holen.
Foto: Lars Heidrich
Mit gerade mal 24 Jahren leitet Steffen Brieden den Verein „livingroom“ für Kinder und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien in Meiderich.

Duisburg.. Steffen Brieden ist ein Macher, steht mit gerade einmal 24 Jahren mit beiden Beinen im Leben. Er ist verheiratet, hat sein Maschinenbaustudium bereits abgeschlossen, arbeitet als Softwareingenieur und ganz nebenbei engagiert er sich auch noch ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien in Meiderich. Vor drei Jahren gründet Brieden dazu den Verein „livingroom“ und stößt mehrere erfolgreiche Projekte an – und bleibt bei all dem auch noch bescheiden.

Fast zurückhaltend erzählt der gläubige Duisburger, wie er 2012 als 21-Jähriger der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Meiderich beitritt und feststellt, dass im Stadtteil „viele Kinder von Armut betroffen sind, keine warmen Mahlzeiten bekommen und in der Schule benachteiligt werden“. Brieden will helfen, Kinder von der Straße holen und ihnen ein „Wohnzimmer zum Wohlfühlen bieten“, wie er sagt. Passend gibt er seiner Initiative den Namen „livingroom“.

Gemeinde fördern und begleiten

Gemeinsam mit seiner Frau Irina Brieden und Jenny Drost, Jugend- und Gemeindereferentin der Ruhrstadtinitiative, versucht er Jugendliche im Alter von acht bis 21 Jahren im Gemeindehaus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde zu fördern und zu begleiten. Es gibt Hilfe bei Hausaufgaben oder Sport-, Musik- und Bastel-Workshops.

„Ohne Steffen wäre das Projekt nie entstanden“, sagt Jenny Drost. „Er ist immer mit Herzblut dabei und unterstützt die Kinder mit Leidenschaft.“ Aus diesem Grund hat sie ihn für den dm-Preis für Engagement vorgeschlagen. Mit Erfolg. Der junge Ehrenamtler überzeugt mit seinem Projekt nicht nur auf regionaler Ebene, sondern auch landesweit.

Von der Straße holen

Der Vereinsgründer ist stolz und dankbar: „Wir haben so viel erreicht. Trotz anstrengender Arbeit werden wir von allen Seiten unterstützt.“ Ob nun von Sponsoren, der Stadt, von den Gemeindemitgliedern oder ehrenamtlichen Mitarbeitern, die den Kindern bei den Hausaufgaben helfen – Briedens Projekt hat schnell Anklang gefunden.

Doch was bewegt den jungen Mann dazu, sich für die jüngere Generation einzusetzen? „Ich mache einfach das, was mir selbst Spaß macht.“, erzählt er. Fußballspielen, Basteln oder auch Mathe erklären – in den Workshops geht er seinen eigenen Interessen nach und hilft den Jugendlichen gleichzeitig, Potenzial zu entwickeln. Nicht ohne Grund lautet das Motto des Vereins: „Pflänzchen zum Wachsen bringen“.

Persönlichkeitsentfaltung und Integration

Denn genau das ist es, was Brieden erreichen möchte: Persönlichkeitsentfaltung und Integration in die Gesellschaft, indem er Hoffnung und Zuversicht in den Alltag der Meidericher Jugendlichen bringt. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man beobachten kann, dass sich die Kinder zum Positiven entwickeln und gute Leistungen vollbringen.“