Ein Stück HipHop-Geschichte - 15 Jahre „Mad Flava“

Was wir bereits wissen
Von kleinen Partys bis zu Konzerten mit Tausenden Besuchern: „Mad Flava“ hat in den letzten 15 Jahren Rap ins Revier geholt. Feier im Grammatikoff.

Duisburg.. Mit der Abschluss-Party seiner Schulklasse fing es an, die hat Tim Wilke vor knapp 20 Jahren organisiert. Kurz darauf der nächste Schritt, er holte das Rap-Duo Creutzfeld & Jakob für ein Konzert nach Moers. „Das waren aber nur die ersten Gehversuche“, wiegelt Tim Wilke heute ab. Denn das, was noch kommen sollte, ist für HipHop-Fans ziemlich beeindruckend: KRS One und MF Doom aus den USA, die Deutsch-Rap-Legenden Stieber Twins und Torch, die Chart-Stürmer Marteria sowie Casper – Wilke ist zu einem der wichtigsten Veranstaltern in der Region geworden, wenn es um Rap-Musik geht. Dass er seine kleine Firma „Mad Flava“ vor 15 Jahren gegründet hat, feiert er am Samstag im Grammatikoff.

„Diese Veranstaltung gehört nach Duisburg, und sie gehört ins Grammatikoff“, sagt Wilke. Denn seine ersten Konzerte in hoher Schlagzahl fanden im Vorgänger-Club, dem Hundertmeister, statt. „Das ist die Location, in der wir groß geworden sind.“ An das erste Konzert am Dellplatz erinnert er sich sofort: „DJ Hype, DJ Static und die Lone Catalysts“. Vor 15 Jahren war das ein Indie-Thema, trotzdem kamen 350 Gäste, die Nullerjahre waren gute Zeiten für HipHop.

Lange Schlangen am High 5 Club in Duisburg

Für Tim Wilke kamen noch bessere. „Der Höhepunkt war 2011 die Eröffnung des eigenen Clubs“, gemeinsam mit seinem Partner Carsten Butterwegge. Im ehemaligen Europa-Kino neben der Zentralbibliothek eröffneten sie den High 5 Club. „Zu keiner Zeit haben wir so viele Konzerte veranstaltet wie in diesen zwei Jahren.“

Die Schlangen am Einlass gingen oft quer über die Düsseldorfer Straße, das Nachtleben Duisburgs fand wieder über die Grenzen der Stadt hinaus Beachtung. Bis das Amt für Bauordnung zwei TÜV-Berichte zum Brandschutz zurückwies und der Club im März 2013 über Nacht schließen musste. „Da bin ich in ein tiefes Loch gefallen und es wurde unser passivstes Jahr“, erzählt Wilke. „Wir sind mit der Firma zurück nach Moers und mir stand nach der Enttäuschung nicht der Sinn danach, gleich wieder große Konzerte zu machen.“

Aber auch das hat sich inzwischen geändert, „Mad Flava“ ist wieder umtriebig. Im Grammatikoff laufen regelmäßige Partys und auch Konzerte stehen auf dem Programm. Ende Februar veranstaltet Wilke die Shows von Kool Savas in der Dortmunder Westfalenhalle und der Oberhausener Turbinenhalle, Tausende Tickets sind schon verkauft. Am Samstag bleibt aber alles eine Nummer kleiner. Was Wilke darunter versteht? Neun Stunden Live-Musik mit 15 Künstlern. „Aber es geht mir hauptsächlich darum, mit netten Leuten bei anspruchsvoller Musik zu feiern.“ Das macht „Mad Flava“ seit 15 Jahren möglich.