„Ein schwieriges Jahr für Duisburg“

Firmenschließungen wir beim Schienenwerk TSTG sind nicht zu kompensieren.
Firmenschließungen wir beim Schienenwerk TSTG sind nicht zu kompensieren.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Die Arbeitsplatzverluste sind höher als die Neuansiedlungen von Arbeitsplätzen. Solche Probleme prägen den Duisburger Arbeitsmarkt.

Duisburg.. „Die Zahl der Arbeitsplatzverluste hat auch im Vorjahr wieder die der Neuansiedlungen deutlich überstiegen“, blickte Ulrich Käser, der Chef der Agentur für Arbeit, auf 2014 zurück, aus seiner Sicht ein „schwieriges Jahr“ für den Arbeitsmarkt.

Gute Wirtschaftsprognosen, aber steigende Arbeitslosenzahlen und eine nur „moderate“ Nachfrage nach Arbeitskräften hätten das erste Halbjahr 2014 bestimmt. Die zweite Jahreshälfte sei dagegen geprägt gewesen von einer „sich ständig verschlechternden Stimmung“ bei den Unternehmen und „gleichzeitig rasant steigender Kräftenachfrage bei sinkender Arbeitslosigkeit“.

Positive Signale reichen nicht

Niedergeschlagen am Arbeitsmarkt habe sich der Stellenabbau in der Stahlindustrie, der zwar stets sozialverträglich durchgeführt werde, aber beispielsweise auf Subunternehmer durchschlage. Erhebliche Verluste an Arbeitsplätzen habe es zudem in den Jahren 2013 und 2014 gegeben durch Schließungen, Umstrukturierungen oder Verlagerungen von Unternehmen wie TSTG Schienentechnik in Bruckhausen, Autozulieferer ISE in Huckingen, Papierhersteller Norske Skog in Walsum, Möbelwerk Elastoform in Rheinhausen oder Alltours im Innenhafen.

Neuansiedlungen habe es auch gegeben, so Käser weiter, vor allem in den Branchen Logistik und Call- Center, beispielsweise durch Schnellecke und Synchreon im Hafengebiet. Das seien „positive Signale, sie reichen aber nicht aus“, so der Agentur-Chef. Jedoch habe er mit den neuen Unternehmen sehr gut kooperiert bei der Suche nach Arbeitskräften und festgestellt: „Wir haben hier das Potenzial, neue Stellen zu besetzen.“

Als weniger problematisch als befürchtet habe sich der Zuzug von Menschen aus südosteuropäischen Ländern wie Rumänien und Bulgarien entwickelt: Zwar habe sich die Zahl der Arbeitslosen aus den beiden EU-Staaten im Vorjahr auf rund 900 verdoppelt, aber darauf sei man personell vorbereitet gewesen, habe zusätzliche Kräfte eingestellt: „Das hat sich bewährt.“ Die Zuwanderer, die bleiben wollten, werde man fit machen für den Arbeitsmarkt.

Enttäuscht äußerte sich Käser über die geringer gewordene „Ausbildungsneigung“ der Arbeitgeber im vergangenen Jahr. Dabei sei absehbar, dass die Unternehmen angesichts der demografischen Entwicklung Nachwuchs brauchen: „Der Wettbewerb um die jungen Menschen wird zunehmen.“

Die Arbeitsmarktdaten für Dezember: Die Zahl der Arbeitslosen stieg im vergangenen Monat um 121 auf 30.669. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich dadurch um 0,1 Punkte auf 12,5 Prozent.