Ein Rosenmontag nach Maß

Geduld ist manchmal eine Tugend: Die Besucher des Duisburger Rosenmontagszuges mussten gestern lange warten, ehe die Karawane der Kamellewerfer richtig ins Rollen kam. Grund für den zwischenzeitlichen Stillstand waren Verletzungen gleich mehrerer Narren. Eine Frau zog sich laut Polizei am Streckenrand in Neudorf beim beherzten Sprung nach Kamelle einen komplizierten Beinbruch zu. Weil der Notarztwagen nicht so einfach durch die Menge an die Unglücksstelle herankam, musste der Zug für über 30 Minuten stoppen. Dieser tragische Zwischenfall konnte den Narren die gute Laune insgesamt aber nicht verderben.

„Es ist bis auf die Zwischenstopps alles super gelaufen“, freute sich Zugleiterin Janine Eylander. Und Michael Jansen, der Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval, jubilierte: „Es war einfach nur fantastisch. Die Straßen waren rappelvoll. Die Duisburger haben fast ausnahmslos friedlich und diszipliniert gefeiert. Daher ein Riesen-Kompliment an unser Jecken-Volk“, so Jansen.

Bei bestem Wetter drängten sich wieder Zehntausende Besucher am Streckenrand, die meisten wie üblich am Opernplatz vor dem Stadttheater. Das lauteste „Duisburg, helau!“ erklang dort aus tausenden Narren-Kehlen, als Karnevalsprinz Thomas I. in seinem Gefährt vorbeirollte. „Das war ein einmaliges Erlebnis und der größte Moment meiner karnevalistischen Laufbahn“, sagte Thomas Erlacher. „Toll, wie voll es überall an der Strecke war.“ Allen Verletzten wünschte er im Namen der Jecken: „Gute Besserung.“

Nicht nur der Karnevalsprinz, auch die Polizei zog ein äußerst positives Fazit. „Für eine Veranstaltung dieser Größenordnung hat es erstaunlich wenige Zwischenfälle gegeben“, so Norbert Kaufmann, Erster Polizeihauptkommissar.

Der Rosenmontagszug kam viermal für längere Zeit zum Stehen. Neben besagtem Beinbruch erlitten ein Mann sowie ein Kind einen Schwächeanfall. Ein Zugteilnehmer zog sich eine Schnittverletzung zu. Jedesmal bremste das die Narren aus.

Laut Polizei gab es zwei kleinere Schlägereien mit zwei Leichtverletzten. Hier wurden zwei Anzeigen wegen Körperverletzung geschrieben. Ein Beteiligter kam ins Gewahrsam. Die Polizei sprach zudem fünf Platzverweise aus. Alles verschindend geringe Zahlen im Vergleich zu früheren Jahren. Es gab zwei vermisste Kinder. Die wurden aber schnell gefunden und ihren erleichterten Eltern übergeben. 27 Pkw mussten abgeschleppt werden – die meisten in Neudorf.