Ein plumper Versuch - ein Kommentar von Wilhelm Klümper
02.08.2012 | 19:08 Uhr 2012-08-02T19:08:00+0200
Wir als Journalisten sind Einflussnahme gewohnt. Meistens kommt das Gewogenmachen galant daher, wie das anerkennende Schulterklopfen von Honoratioren und Politikern, wenn ihnen unsere Berichterstattung gefallen hat.
Es gibt aber auch die plumpe Variante, zu der Norbert Knabben, Sprecher des Grünen-Ortsverbandes Duisburg-Mitte, nun gegriffen hat. In unserer Mittwochausgabe der Lokalausgabe Duisburg hatte unsere Mitarbeiterin Anna Neifer einen großen Artikel über die Alte Feuerwache in Hochfeld geschrieben. Dabei hat sie geschildert, dass Knabben das mit öffentlichen Mitteln toprenovierte Haus möglicherweise übernehmen könne – unter fragwürdigen Umständen und für den symbolischen Wert von einem Euro – um dort als Privatmann kommerzielle Veranstaltungen zu organisieren. Unsere Autorin zitierte überdies die Geschäftsführung des Steinbruchs, des Steinhofes und des Djäzz, die sich allesamt entsetzt und empört über diesen Vorgang äußerten. Von Wettbewerbsverzerrung und grünem Filz war da die Rede.
Wir haben Verständnis dafür, dass sich Knabben über diesen Artikel geärgert hat. Aber was reitet einen grünen Politiker dazu, unsere Lokalredaktion anzurufen, um für den heutigen Freitag zu dem Feuerwachenthema eine Pressekonferenz einzuberufen, allerdings nur unter der Bedingung, dass unsere Autorin Anna Neifer nicht erscheint.
Knabben hat wohl beim Staatsbürgerunterricht geschwänzt und die basisdemokratischen Scharmützel bei den Grünen verpennt. Die unabhängige deutsche Presse entscheidet allein, wen sie zu einer Pressekonferenz schickt. Eine Vorauswahl durch den Veranstalter der Pressekonferenz lassen wir nicht zu. Als Knabben das von unserer Lokalredaktion gesagt bekam, wollte er auch keine Pressekonferenz mehr machen. Das ist uns einerlei. Selbstredend werden wir auch ohne Pressekonferenz sehr genau verfolgen, wie das mit der Alten Feuerwache weitergeht.

15:46
Ich um Verständnis wegen dieses Versuches. Da sind alle grünen Mitstreiter und Mitstreiterinnen, die das Duo Kantel/Janicki massiven Verfehlungen zum Trotz (Reisschnapsfahrt nach Wuhan, Interview mit der rechtsextremen Jungen Freiheit, Schule schwänzen) die Stange gehalten haben zwischenzeitlich bei der Stadt oder städtischen Gesellschaften versorgt, nur der Norbert noch nicht. Das muss einfach frustrieren! Zumal sich die Verhältnisse der Seilschaft nicht zum besten entwickeln. Da liegen die Nerven schon mal blank...
15:17
Hundertmeister 2.0
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12:33
Die unprofessionelle Reaktion des Herrn Knabben untermauert, dass der Artikel von Frau Neifer gut und richtig recherchiert war. Beugt sich die Redaktion nicht seinen Vorstellungen, braucht er seltsamer Weise auch keine Pressekonferenz mehr. Demnach gibt es offenbar auch nichts, was am Inhalt des Artikels richtig zu stellen wäre. Es ist interessant zu erfahren, welche Knöpfe unsere Lokalgrößen hinter den Kulissen zu drücken versuchen. Manche lokale "Geflogenheiten" ändern sich eben auch nach der OB-Abwahl nicht, leider.
08:46
"Knabben hat wohl beim Staatsbürgerunterricht geschwänzt und die basisdemokratischen Scharmützel bei den Grünen verpennt."
Da hat der Sprecher des Grünen-Ortsverbandes Duisburg-Mitte und früherer KBW-Sympathisant (KBWchtig - klein und nichtig) wohl ein Eigentor geschossen.