Ein musikalisches Schwergewicht
16.02.2009 | 14:40 Uhr 2009-02-16T14:40:00+0100Als „Geschenk von Gott” würdigte Generalmusikdirektor Jonathan Darlington die neue Orgel für die Mercatorhalle.
Am 8. Juni wird das 16 Tonnen schwere Instrument - eine englische Konzertorgel - aber nicht vom Himmel fallen, sondern mit einem Spezialtransport von der Firma Eule aus Bautzen nach Duisburg geliefert. Intendant Dr. Alfred Wendel und die Mitglieder der Duisburger Orgel-Kommission stellten gestern die Pläne für den Einbau der Orgel vor.
Dabei war in einer eigens dafür vorgesehenen Nische an exponierter Stelle oberhalb des Orchesterraumes bereits jetzt schon die komplette Orgel zu sehen - mit Hilfe eines Diaprojektors, der ein Bild auf die große Medienwand der Halle warf. An dieser Stelle soll in den kommenden Konzerten, so Alfred Wendel, mit immer mehr Puzzlestückchen dem Publikum das Bild der neuen Orgel vertraut gemacht werden.
Die von den Spezialisten der Firma Eule - seit Generationen einer der gefragtesten Orgelbauer-Familien der Welt - geschaffene Orgel soll nach der Anlieferung am 8. Juni bis November eingebaut werden. Dies erfordert auch eine Pause im sinfonischen Konzertleben der Stadt. Die Einweihung des mächtigen Instrumentes - eine weltweit einzigartige Konzertorgel - erfolgt dann am 14. November. Am 15. November ist ein Tag der offenen Tür in der Mercatorhalle vorgesehen. Nach Aussage von Alfred Wendel ist in den Monaten darauf eine neue Konzertserie geplant, in der die Orgel als Instrument zur Geltung kommt. Wendel: „Die Orgel ist erst die Vollendung des Konzertsaales. Sie bietet uns neue Möglichkeiten.”
Diemit 1,5 Mio Euro von der Alfried Krupp von Bohlen- und Halbach-Stiftung finanzierte Orgel verfügt über 61 Register mit etwa 5000 Pfeifen. Für Götz Faubel-Gäb, Architektor der Mercator-Halle, hat das Instrument bei der Gestaltung des Konzertsaals immer eine Rolle gespielt. Aus der Konzeption des Gesamtraums ergibt sich ein flächiger Orgelprospekt, der aber bei Kongressveranstaltrungen durch eine Medienwand abgedeckt wird. Es ist beabsichtigt, den Klangkörper der Orgel in einer ausgewogenen Kombination aus Lamellenflächen und offenen Bereichen akustisch in den Konzertsaal einzubinden.
Marcus Strümpe, Mitglied der Orgelkommission und Kantor der Salvatorkirche, betonte die Möglichkeiten des neuen Instrumentes, das keine Kirchenorgel sei, und damit auch für Veranstaltungen mit Filmmusik genutzt werden kann.

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