Ein musikalischer Magier zwischen Blues und Jazz

Der Name Scott Henderson genießt in der internationalen Gitarristen-Szene einen fast magischen Ruf. Der von Jimi Hendrix und Jeff Beck beeinflusste amerikanische Fusion- und Blues-Gitarrist gehört mit seinen orgiastischen Sound-Explosionen seit vielen Jahren zu den großen Virtuosen auf seinem Instrument. Da ist es schon fast eine Sensation, dass es Veranstalter Sebastian Schwenk gelungen ist, den Schöpfer des Albums „Well to the bone“ auf die Bühne des Grammatikoff zu bekommen. Gemeinsam mit seinem Bassisten Travis Carlton, Sohn des Gitarristen Larry Carlton, und dem Drummer Alan Hertz ließ der 60-jährige Gitarren-Guru aus Florida seinen begeisterten Fans mit elektrisierendem Blues-Gewittern kaum Zeit zum Luft holen.

Es ist wahrlich keine brave Rockmusik oder gar verbindliches Indie-Geplänkel, mit dem dieses fulminante Trio langweilen könnte. Vielmehr macht Henderson mit seiner umwerfenden Gitarren-Technik deutlich, dass die Mischung aus hochenergetischem Blues und Jazz immer noch ein höllisches Feuer entfachen kann.

Bereits nach den ersten Akkorden, die die alten und auch vielen jungen Fans dieser urgewaltigen Blues-Dröhnung spontan mit Beifall bekundeten, war der große Meister in seinem Element. Spielen andere Gitarren-Stars wie Pat Metheny schon mal zwischendurch gefühlvolle Balladen, so bleibt Scott Henderson ein kompromissloser Hochgeschwindigkeitsmusiker, der noch jeden der vielen Gitarristen im Saal vor Neid oder Hochachtung erblassen ließ. Auch wenn Bassist und Schlagzeuger, beides sehr ordentliche Handwerker, hin und wieder mal ein Solo spielen durften, so ist dieses Trio durch und durch eine Ein-Mann-Show. Scott Henderson, optisch und als Typ irgendwo zwischen T.C.Boyle und Keith Richards einzuordnen, sprengt mit seinem ekstatischen Blues-Rock alle Grenzen des Genres und ist in dieser Form der Alptraum aller biederen Party-Gitarristen. Mit „Black Market“ von Weather Report gab es dann auch einen prominenten Kracher zu hören. Aber es waren auch amerikanische Landsleute im begeisterten Publikum, die offenbar alle hier gespielten Songs kannten. Viel Beifall für einen großen Gitarristen, der sich modisch nie verbiegen ließ. Im Mai erscheint seine neue CD.