Ein Liedermacher bietet gesungene Lebenshilfe

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Konflikte gehören für den Sänger Uwe X. offenbar zum Leben. Er sieht nur eine kleine Chance, alle Probleme dieser Welt zu lösen: „Wenn alle Leute wären so wie ich“, hieß es in einem selbstironischen Lied, das er beim Konzert im Ruhrorter Gemeindehaus spielte. Eingeladen hatte ihn das „Kreativquartier“ und die „Christengemeinde“ des Stadtteils.

Früher, als Uwe X. noch jung war, hat man Leute wie ihn wohl als Liedermacher bezeichnet. Auch seine musikalischen Vorlieben weisen in die 70er Jahre: Rockige Riffs, Bluesharmonien und Elemente des anglo-amerikanischen oder irischen Folks prägen seine Songs. Ein Virtuose der Saiten ist er sicher nicht, eher ein erfahrener, geschmackssicherer und souveräner Rhythmus-Gitarrist. Für musikalische Finessen sorgte da schon eher sein Partner Jojo Wolter am Akustik-Bass.

Die Texte, die Uwe X. mit kraftvoller Stimme und gutem Timing vortrug, gehen von alltäglichen Beobachtungen aus und führen zu einer Art überschaubarer Moral. Das ist nicht ganz überraschend, denn der Sänger mit dem grauen Zopf heißt mit bürgerlichen Namen Uwe Schäfer und ist von Beruf Pastor. Menschen mit Ecken und Kanten sind ihm lieber, als die, die sich in Selbstüberforderung oder im Konjunktiv auflösen. Mit „Jenta Mi“ hat er auch schon ein Lied für die eigene Beerdigung geschrieben, frei von Wehleidigkeit und fast ein bisschen tänzerisch.

Spötter mögen seine Lieder als gesungene Lebenshilfe abtun, doch Uwe X. wirkt sowohl textlich als auch in der Wahl seiner musikalischen Mittel authentisch. Seine künstlerischen Ambitionen hat er ganz in den Dienst des von ihm mitgegründeten „SchlussStrich e.V.“ gestellt, der Projekte gegen Kinderprostitution finanziell unterstützt.

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