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Ein ganzer Stadtteil feiert

02.07.2013 | 00:22 Uhr
Ein ganzer Stadtteil feiert

Neuenkamp. Gefeiert haben sie auch schon vor 65 Jahren ganz ordentlich – nämlich Richtfest bei jedem der 131 Häuser, die die Männer in Eigenarbeit aufgebaut haben. Rund 3200 Stunden musste jeder werkeln, dafür gab’s das Grundstück für eine Mark den Quadratmeter. 65 Jahre später haben alte und neue Bewohner der Peter-Maaßen-Siedlunge ein Geburtstagsparty organisiert. Sämtliche Nachbarn feierten mit – und noch mehr: Halb Neuenkamp war auf den Beinen.

Sperrstunde verlängert

„Mein Mann war damals erst 15 Jahre alt, als die Häuser gebaut wurden. Da wurden ihm seine Arbeitsstunden nur halb angerechnet“, erinnert sich Wally Pabst. Doch die schweißtreibende Arbeit haben die meisten vergessen – jetzt wird gefeiert. Sie haben die Paul-Rücker-Straße mit Blumen geschmückt und dutzende Tonnen Sand angekarrt, auf denen nun Fußball gespielt wird. Da kicken beim „Fun-Cup“ die „Beachboys Neuenkamp“ gegen „Die Straße“ oder „Wacker Walsum“. „Das geht ganz schön in die Beine“, weiß Manuel Heinze, der das Turnier mitorganisiert hat. Jeweils vier Kicker treten gegeneinander an – und die sprinten und grätschen über den aufgeschütteten Strand. Am Ende darf die Mannschaft „Die Straße“ den riesigen Pokal mit nach Hause nehmen. Auch für die Bambini , die D- und die F-Jugend gibt es Turniere und Preise.

Während die anderen sich amüsieren, hat Harald Schellhaas den ehrenwerten Job des Abspülers ergattert. „Ich hab gesehen, dass wir fast keine Gläser mehr haben. Da hab’ ich gehandelt“, erklärt der Siedler. Auf dem Trockenen soll schließlich niemand sitzen. Er wohnt und engagiert sich schon seit vielen Jahren in Neuenkamp. Noch besser fände er allerdings, wenn die Politik etwas mehr für den Lärmschutz tun würde. „Die A 40 läuft genau hinter unseren Gärten vorbei, da hört man alles.“

Später sorgt ein Gaukler für ein Spiel mit dem Feuer. Gerlinde Brunet schlägt die Hände vor ihr Gesicht, als der Fackel-Fachmann und ein Helfer sich die Keulen über ihren Kopf hin- und herwerfen. Zum Glück verstehen die beiden ihr Handwerk, es geht alles glatt.

Und weil sich alle so schön feiern, haben sie extra die Sperrstunde verlängert. Um zehn Uhr abends will hier niemand ins Bett.

Fabienne Piepiora

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