Ein ganz normaler Psychopath mordet in Duisburg

„Ruhrmord“ ist bereits das zwölfte Buch von Dieter Ebels. Und sein bester Krimi, denn nachdem er die Urlaubsinseln Juist und Wangerooge zum Schauplatz schrecklicher Morde gemacht hatte („Die Bestie von Juist“), heißt der Tatort jetzt Duisburg. Mit der Geschichte seiner Heimatstadt hat sich der 59-Jährige bereits in anderen Büchern beschäftigt, für „Ruhrmord“ hat der Hobby-Autor auf eigenes „Geheimwissen“ zurück gegriffen und noch einmal aufwendig recherchiert.

Besser als bislang gelingt es ihm, die Atmosphäre eines Ortes einzufangen. Sei es ein fast romantischer Tatort wie die Ruhrauen unterhalb der A-59-Brücke, in denen der Täter sein erstes Opfer umbringt, oder seien es die düsteren „Katakomben“, die die ehemalige Hauptpost unterirdisch mit den Gleisen des Hauptbahnhofs verbanden und als Transportwege für die Postsäcke dienten. „Ich habe sie als Jungpostbote kennengelernt“, sagt Ebels. Das Pressehaus und „Lucky Bike“ werden auch zur Kulisse. Der ebenso intelligente wie skrupellose Mörder und der ziemlich vertrackte Fall sind eine harte Nuss für die Kommissare Silvia Muisfeld (ja, wie die Duisburger „Hexe“ Agnes) und Sven Söhlbach. Sie sind befreundet, gehen kumpelhaft miteinander um. Insgesamt ist Ebels auch bei der Figurenzeichnung glaubwürdiger geworden. Silvia Muisfeld gerät sogar in die Fänge des Täters, der zunehmend Freude am Töten entwickelt. Da entwickelt sich zum Schluss des Krimis eine spannende Jagd.

Auch am Anfang fackelt Dieter Ebels nicht lange, der flott geschriebene Krimi nimmt schnell Fahrt auf. Dabei ist der Mörder seinen Jägern immer einen Schritt voraus. Mag er auch ein Psychopath sein, er wirkt auf andere „ganz normal“ und kennt sich nicht nur in Duisburg bestens aus. Leider macht der Verlag, der die Ebels-Krimis veröffentlicht, einen nachlässigen Eindruck. Es ist dem Duisburger zu wünschen, dass er einen Partner für seine Bücher findet, der sich mehr für den Autor engagiert.