Das aktuelle Wetter Duisburg 9°C
Alltagskultur

Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel

05.08.2009 | 11:00 Uhr

Duisburg. Anders wohnen in der Großstadt: Seit fünf Generationen lebt die Familie Cremerius an der Großenbaumer Allee in einem kleinen Fachwerkhaus - ein seltener Anblick zwischen Großmärkten und Mehrfamilienhäusern, die heute das Bild der Umgebung prägen.

Das Fachwerkhaus der Familie Cremerius. Foto: Udo Milbret

Es ist ein Stück Zeitgeschichte, was da in Großenbaum an der Großenbaumer Allee steht: Inmitten von Großmärkten und Mehrfamilienhäusern trotzt ein altes Fachwerkhaus dem Wandel. Es ist das Haus der Familie Cremerius. Familienoberhaupt Josef: „Das Haus wurde 1862 gebaut und befindet sich in der fünften Generation im Familienbesitz.” Damals sah Großenbaum anders aus: „Es gab hier viel mehr Fachwerkhäuser, direkt nebenan war ein Bauernhof”, erinnert sich Cremerius, der in dem Fachwerkhaus zur Welt gekommen ist. Ringsum wurde das Grundstück von Feldern eingezäunt.

Früher sei auch die Großenbaumer Allee noch nicht so stark befahren gewesen wie heute. „Aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit”, so Josef Cremerius. „Außerdem haben wir irgendwann Isolierverglasung eingebaut, das hält den Lärm draußen.” Obwohl das Haus mittlerweile zum täglichen Bild in dem Stadtteil gehört, bleiben immer noch manche Leute stehen und bestaunen das alte Gebäude. Sogar der WDR war schon einmal mit einem Filmteam bei Familie Cremerius zu Gast.

Drei Jahre renoviert

Das Freizeit in einem solchen Haus ein seltener Luxus ist, hat Josef Cremerius schnell gemerkt: „Es gibt immer etwas zu tun, Langeweile gibt es hier nicht.” Ganze drei Jahre wurde das Fachwerkhaus renoviert, von 1980 bis 1983. Doch schon in den Jahren vorher wandelte sich das Gebäude nach und nach.

Dort, wo heute das Ehepaar Cremerius schläft, war früher der Pferdestall, das Wohnzimmer fungierte als Abstellraum. Die meisten Umbauarbeiten hat Josef Cremerius selbst vorgenommen. Nur an die Gasleitungen traut sich der gelernte Elektrotechniker nicht. „Die könnte ich zwar auch reparieren, aber falls doch was passiert, ist es versicherungstechnisch besser, wenn ein Fachmann da dran war, auf den man alles schieben kann”, scherzt Josef Cremerius.

Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel

Simon Rahm



Kommentare
19.12.2009
22:49
Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel
von Der Appel aus dem Sauerland | #6

Das Haus war auch schon vor dem Umbau ein kleines Schmuckstück. Ich erinnere mich noch an manche wilde Fete (Anfang-Mitte der Siebziger) und an die legendären Feuerzangenbowlen zu Sylvester. Lieber Josef,
Glückwunsch zu Deinem Schmuckkästchen.
Vielleicht bekommen wir ja die alte Truppe noch einmal zusammen.

05.08.2009
19:19
Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel
von Auchwassagen | #5

Schönes Haus, guter Artikel. Es gibt im Ruhrgebiet viele solcher Häuser, die oft zweihundert Jahre alt, einfach stehen geblieben sind, während die Umgebung von der industriellen Revolution überrollt, im Krieg zu Asche zerbombt, und nach dem Krieg von Bausünden umzingelt wurden. Sie stehen einfahch nur da und erinnern an eine vorindustrielle Vergangenheit. Man könnte eine Artikelserie daraus basteln.

05.08.2009
17:35
Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel
von strubbel | #4

ich rolle fast täglich an dem haus vorbei und es kommt mir immer wieder anheimelnd vor.hoffentlich bleibt es noch lange,lange erhalten.

05.08.2009
16:08
Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel
von Roderich Roman Tylski | #3

Schade das man das Haus nicht sehen kann. Kein Foto, oder Fotostrecke.

05.08.2009
15:51
Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel
von Angelika 1 | #2

Mein Patenonkel ist in diesem Haus vor ca. 50 Jahren die steile Treppe heruntergestürzt und ist dabei zu Tode gekommen.Viel mehr weiß ich leider nicht über dieses Haus, was so wunderbar erhalten wurde.

05.01.2009
17:35
Ein Fachwerkhaus trotzt dem Wandel
von strubbel | #1

ich rolle fast täglich an dem haus vorbei und es kommt mir immer wieder anheimelnd vor.hoffentlich bleibt es noch lange,lange erhalten.

Aus dem Ressort
Landes-Asyl in Duisburg soll im November belegt werden
Flüchtlinge
Das geplante Landes-Asyl in Duisburg im ehemaligen St. Barbara-Krankenhaus soll tunlichst noch im November mit ersten Flüchtlingen belegt werden. Der Berliner Projektentwickler hat das Gebäude jetzt dem Bistum Essen abgekauft und baut es für das Land um.
Wollte Duisburgerin ihren Mann mit Giftfrikadellen ermorden?
Prozess
Wegen versuchten Mordes muss sich eine Frau aus Duisburg seit Dienstag vor Gericht verantworten. 2011 soll sie versucht haben, ihren damaligen Gatten mit vergifteten Frikadellen umzubringen. Als Motiv für den heimtückischen Plan nannte die 34-Jährige am ersten Verhandlungstag Eheprobleme.
Duisburger Zoo liegt in diesem Jahr fast im Besucher-Soll
Tiere
Nach seiner Zahlenübersicht liegt der Duisburger Zoo nach einem eher wetterbedingt schlechten Jahr 2013 diesmal fast im Soll von rund 600.000 zahlenden Tageskartenbesuchern. Ein erneuter Not-Zuschuss der Stadt scheint trotz des verregneten Sommers aber nicht erforderlich.
Tipps für Duisburger Senioren gegen Trickbetrüger
Kriminalität
Bei einem Infotag am Freitag in der Volkshochschule erklären Polizisten die häufigsten Maschen von Dieben und Betrügern – und geben Tipps, wie ältere Menschen sich dagegen schützen können. Besonders abgesehen haben es Täter häufig auf allein stehende, ältere Damen.
Halloween - Hier steigen die besten Grusel-Partys der Region
Halloween
Schon längst ist Halloween nicht mehr nur ein komischer Brauch, der irgendwann mal aus den USA zu uns geschwappt ist. Die Grusel-Nacht hat sich zum willkommenen Partyanlass gemausert. Locations in der ganzen Region locken mit aufwendiger Deko, um bei lauter Musik die bösen Geister zu vertreiben.
Fotos und Videos
Notfallübung im U-Bahn-Tunnel
Bildgalerie
Feuerwehr
HistoriCar 2014 in Duisburg
Bildgalerie
Oldtimer