Ein Engel der Kulturen für den Campus Duisburg

Das Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Mergen rollte am Donnerstag persönlich den „Engel der Kulturen“ vom Uni-Komplex an der Bismarckstraße zum neuen Audimax-Gebäude an der Lotharstraße.
Das Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Mergen rollte am Donnerstag persönlich den „Engel der Kulturen“ vom Uni-Komplex an der Bismarckstraße zum neuen Audimax-Gebäude an der Lotharstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Als dauerhaftes Zeichen für das friedliche Miteinander von Kulturen und Religion wurde das Symbol an Donnerstag am Audimax installiert.

Duisburg.. Die Bedeutung der kulturellen Vielfalt unterstreicht die Universität Duisburg-Essen mit einem Prorektorat für „Diversity Management“. Der „Engel der Kulturen“, der am Donnerstag als Bodenintarsie vor dem neuen Audimax an der Lotharstraße verlegt wurde, ist deshalb ein sichtbares und dauerhaftes Bekenntnis zum friedlichen Austausch von Kulturen, Weltanschauungen und Religionen.

Für Zusammenhalt der Gesellschaft

Am Uni-Komplex an der Bismarckstraße startete der mobile Teil der Aktion des Künstlerpaares Carmen Dietrich und Gregor Mergen, das nach Duisburg gekommen war und den Marsch über die Mülheimer und Lotharstraße bis zum Verlegeort am Audimax begleitete. „Ein guter Platz, die Menschen müssen hier direkt über den Engel laufen“, lobt Max Strecker, der Pfarrer der Evangelischen Studierendengemeinde Duisburg-Essen, den Standort. Am Campus Essen war der Engel bereits im vergangenen Jahr verlegt worden.

„Ich hoffe, dass er für möglichst viele ein Denkanstoß ist“, sagt Strecker, „die Religionen sollten Kraftquelle der Kulturen sein.“ Durchaus ausbaufähig sei das Verhältnis der Religionsgemeinschaften untereinander, räumt der Studentenpfarrer ein. „Es ist eher ein schiedlich-friedliches Miteinander, Kontakte gibt es vor allem auf der persönlichen Schiene.“

Kosmopolitisch und multikulturell

Etwa zu Seyma Karahan von der muslimischen Hochschulgruppe. Der 1986 gegründete Islamische Studierendenverein (ISV) verstehe sich als „kosmopolitisch und multikulturell“, sagt Karahan. „Unser Vorstand ist sunnitisch besetzt, aber wir fragen nicht nach der Glaubensrichtung.“ Der ISV bedaure, dass die UDE die Schließung der Gebetsräume auf beiden Campi verfügt habe. Statt dessen plant die Uni einen „Raum der Stille“, der von allen Konfessionen genutzt werden kann. „Wir befürworten das“, sagt Seyma Karahan.

„Wir haben das Projekt entwickelt, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken“, erklärten Carmen Dietrich und Gregor Mergen. Angesichts von „spaltenden Tendenzen“ wie Pegida-Aufmärschen auf der einen und islamistischen Hasspredigern auf der anderne Seite sei es an der Zeit, sich solchen Entwicklungen entgegenzustellen. „Wir freuen uns deshalb, dass Sie hier ein Zeichen setzen für das friedliche Zusammenleben der Kulturen.“

Der zweite Duisburger Engel steht im Lembruck-Skulpturenpark

Für Duisburg ist es der zweite Engel der Kulturen. Den ersten verlegten die Künstler vor fast einem Jahr im Skulpturenpark am Lehmbruck-Museum.

Mit einer kleinen interkulturellen Feier klang die Verlegung des Engels am Audimax aus. Der Einladung waren auch zahlreiche Flüchtlinge aus der Unterkunft Memelstraße gefolgt.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE