Ein Ausflug ins Traumland

Drei Minuten dauerte die Ewigkeit für die Mitglieder der Duisburger Band Fools Errant. Es waren drei Minuten nach Mitternacht. Drei Minuten, nachdem die Internet-Abstimmung beendet war. Drei Minuten, nachdem die Nachricht aus Köln hätten kommen sollen, ob sie beim Open-Air-Event von WDR 2 neben Andreas Bourani, Marlon Roudette, Madcon und Max Mutzke in Kleve auf der Bühne stehen würden. „Da dachten wir schon: Das war’s“, erzählt Gitarrist Martin Biernatowski. Doch um vier Minuten nach Mitternacht kingelte das Telefon, Fools Errant hatten im Voting die meisten Stimmen bekommen. Heute spielen sie ein Konzert vor 10 000 Zuschauern.

Die gute Nachricht kam vor zwei Wochen, seitdem hat die Band viel Zeit im Proberaum verbracht. „Wir wollten so professionell wie möglich an die Sache heran gehen“, sagt Bassist Dirk Wollert. 35 Minuten haben Fools Errant heute, und in denen sollen alle Töne stimmen, alle Übergänge passen, dazu noch genug Zeit bleiben, um zum Beispiel noch schnell eine Saite nachzustimmen. Denn wenn das Konzert erst mal begonnen hat, wollen die Sechs es genießen, auf der großen Bühne zu stehen. „Wir haben alle mehr Bock auf das Gefühl, als dass wir Angst vor dem Auftritt haben“, erklärt Martin. Ein gesunder Respekt sei aber schon dabei.

Die Band hofft, dass der Auftritt das langersehnte Sprungbrett zur Musikerkarriere sein könnte. „Wir alle träumen diesen Traum“, gibt Martin zu. Deshalb hätten sie schließlich auch mit der Musik angefangen. Sie wollen eine große Band werden. Das meinen sie völlig ernst, auch wenn sich so etwas nicht planen lässt. „Aber wir arbeiten auf diesen Moment hin“, sagt Dirk. Es scheint doch mehr Ziel als Traum zu sein.

Auf dem Weg zu diesem Ziel wollen sie heute erst mal neue Fans finden. „Welche Songs spielen wir? Wie mischen wir das Set, damit ein breites Publikum erreicht wird? Darüber haben wir uns Gedanken gemacht“, erzählt Martin. „Wir stehen jetzt an einem Punkt, an dem wir die beste Basis seit Beginn der Band haben“, sagt Gitarrist Jascha Jakobs. „Im besten Fall hören die Leute nach dem Auftritt in unser Album rein“, ergänzt Keyboarder Niklas Hahn. „Dann merken sie, dass unsere Musik vielfältiger ist als Hardrock.“ Und außerdem, dass man Träume auch ein bisschen planen kann.