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Kulturförderung

EG DU sieht keinen Anlass für Kritik an neuem Betreiber der alten Feuerwache

02.08.2012 | 19:08 Uhr
EG DU sieht keinen Anlass für Kritik an neuem Betreiber der alten Feuerwache
Die Auswahl der Betreiber für die Alte Feuerwache in Hochfeld (Foto) und die Vergabe sei transparent verlaufen und sachlich begründet, betont die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU).Foto: Fabian Strauch

Duisburg.  Die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EGDU) sieht auch nach der Kritik von Kulturschaffenden am neuen Betreiber der alten Feuerwache Hochfeld, keinen Anlass für Ärger. Sie betont, die Vergabe sei transparent verlaufen und die Auswahl der Betreiber sachlich begründet.

Der WAZ-Artikel „Geschäft ohne Risiko?“ hat Wellen geschlagen. Die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU), die die Verhandlungen um eine neue Nutzung der Alten Feuerwache geführt hat, spricht von „komplexen Zusammenhängen in Verbindung mit der Förderung eines Kulturbetriebs“. Sie betont, die Vergabe sei transparent verlaufen und die Auswahl der Betreiber sachlich begründet.

Die Projektträgerschaft der Alten Feuerwache sei 2011 durch ein Auswahlgremium der Stadt in Zusammenarbeit mit Akteuren des Stadtteils Hochfeld öffentlich ausgeschriebenen worden. Die potenziell neuen Betreiber – Norbert Knabben und Marc Harreiter – hätten nicht nur mit ihrem „förderkonformen“ Konzept überzeugt, sondern auch durch die privatwirtschaftliche Kooperation (Kanon Veranstaltungsagentur Norbert Knabben/EPS GmbH), ein zehnjähriges Know-How, einschlägige Referenzen sowie finanzielles Eigenengagement. „Kriterien, die – wie die Insolvenz des vorherigen ehrenamtlich agierenden Betreibervereins gezeigt hatte – heute unabdingbare Voraussetzung zur Führung des Kulturbetriebes Alte Feuerwache sind.“ Diese Einschätzung habe auch die Bezirksregierung geteilt.

Mögliche Gewinne

Anders als andere sozio-kulturellen Zentren des Landes verfüge die Alte Feuerwache über keine Basisfinanzierung durch die öffentlichen Hand, weil die einstige Förderung des Umbaus des Hauses aus dem Landesprogramm „Initiative ergreifen“ es vorsieht, dass der Betrieb über den Zeitraum der Zweckbindung „eigenständig wirtschaftlich tragfähig“ geführt werden muss und mögliche Gewinne wieder ins Projekt fließen müssen.

Kommentar
Ein plumper Versuch - ein Kommentar von Wilhelm Klümper

Wir als Journalisten sind Einflussnahme gewohnt. Meistens kommt das Gewogenmachen galant daher, wie das anerkennende Schulterklopfen von Honoratioren und Politikern, wenn ihnen unsere Berichterstattung gefallen hat.

Die Einwerbung von Landes- oder Bundesmitteln für ein privat geführtes Haus sei wünschenswert, wenn man denn wolle, dass die Angebote einem Stadtteil wie Hochfeld, zu Gute kommen. „Dies ist hier der Fall“, so die EG DU.

Da sich um öffentliche Mittel alle Duisburger Kultureinrichtungen und Kulturschaffende bewerben könnten, wirkten sie „nicht wettbewerbsverzerrend, sondern sind von der Kulturpolitik wohl eher wettbewerbsfördernd im Sinne guter Kulturqualität gedacht“, so die EG DU zu einer möglichen Förderung fürs Programm der Alten Feuerwache in Hochfeld durch das Land.

Geld fließt für gute Arbeit

Die Bewerbung der neuen Feuerwachen-Betreiber Norbert Knabben und Marcus Harreiter um eine Konzeptförderung des Kultusministeriums habe wegen einer Frist bis zum 15. Februar 2012 eingereicht werden müssen; da stand die offizielle Zulassung der neuen Träger durch die Bezirksregierung noch aus. Darin sieht die EG DU aber keinen Konflikt, sondern schlüssig: „Die beantragte Förderung ist an das Haus Feuerwache geknüpft. Soll heißen: Gibt es kein OK von der Bezirksregierung zur Projektträgerschaft, kommt auch die Konzeptförderung nicht zum tragen.“

Dass die Immobilie den Betreibern quasi mietfrei zur Verfügung gestellt werde – wobei sämtliche Betriebskosten zu tragen seien – und der Aus- und Weiterbilder EPS mit Fördermitteln am Arbeitsmarkt benachteiligte Jugendliche ausbildet, zeige umso mehr, was die Alte Feuerwache – und damit ihre Betreiber – für den Stadtteil und seine Bewohner leisten müsse.

Anne Horstmeier



Kommentare
03.08.2012
14:28
EG DU sieht keinen Anlass für Kritik an neuem Betreiber der alten Feuerwache
von b.scheuert | #6

Duisburgs Peinlichkeiten Teil 378. "Komplexe Zusammenhänge" werden umgangssprachlich als "Vitamin B" bezeichnet, aber das hört sich ja doof an. :-)

03.08.2012
11:42
EG DU sieht keinen Anlass für Kritik an neuem Betreiber der alten Feuerwache
von herb630 | #5

Und es gibt tatsächlich noch Menschen die sich wundern, dass die Wähler Politiker verdrossen sind.
Unfassbar.

03.08.2012
10:44
EG DU sieht keinen Anlass für Kritik an neuem Betreiber der alten Feuerwache
von Kulturredakteur | #4

"Knabben hat wohl beim Staatsbürgerunterricht geschwänzt und die basisdemokratischen Scharmützel bei den Grünen verpennt." (zitiert von Wilhelm Klümper)
Da hat der Sprecher des Grünen-Ortsverbandes Duisburg-Mitte und früherer KBW-Sympathisant (KBWichtig - klein und nichtig) wohl ein Eigentor geschossen.

03.08.2012
09:54
EG DU sieht keinen Anlass für Kritik an neuem Betreiber der alten Feuerwache ...
von herbert72 | #3

... denn in DU läuft alles sauber, nach Recht und Gesetz. Klar, Knabben gehört als Hardliner der Seilschaft Kantel/Janicki zum harten Kern des grünen Intrigantenstadels. Dass er den Zuschlag für Feuerwache bekommen hat, ist aber genauso richtig wie etwa die Entscheidungen, Janickis Lebensgefährten ohne jegliche formale Qualifikation zum hochdotierten Pressesprecher zu machen oder den Reisebürobesitzer Gerste zum Chef der DU Marketing. Selbstverständlich wollte der Alt-OB mit dem Gutachten zur LP zur Aufklärung beitragen. Selbstverständlich haben Schwarze und Grüne bei solchen Entscheidungen nur das Allgemeinwohl vor Augen. Kantel hat übrigens auf der letzten MV sehr beredt nachgewiesen, dass die Erde eine Scheibe ist, wenn man nur ...

03.08.2012
08:48
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.08.2012
01:50
EG DU sieht keinen Anlass für Kritik an neuem Betreiber der alten Feuerwache
von JanundPitt | #1

"(EG DU)... spricht von „komplexen Zusammenhängen in Verbindung mit der Förderung eines Kulturbetriebs“

Jedesmal, wenn von "komplexen Zusammenhängen" in DU die Rede ist, heißt das übersetzt, man will diese Zusammenhänge und die Gründe für ebendiese Entscheidung für ebendiese Betreiber nicht öffentlich und transparent begründen. Die Erfahrungen der letzten Jahre mit unserer Kommunalpolitik haben jegliches blindes Vertrauen gekillt.

Warum ist die Entscheidung ausgerechnet zu Gunsten dieser Betreiber gefällt worden? Warum zu dieser Micky-Mouse-Miete für eine attraktive, vollständig renovierte Immobilie, aus der sie fette Rendite ziehen können, ohne dass die Stadt auch nur einen Euro von den Gewinnen sieht?

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