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E-Learning macht Studieren an der UDE flexibler

24.01.2012 | 17:11 Uhr
E-Learning macht Studieren an der UDE flexibler
Am Mittwoch, den 17.01.2012 sitzt Jörg Grünauer , Technischer Laboringenieur an der Fakultät für Bildungswissenschaften Duisburg Learning Lab an der Universität in Duisburg in einem Technikraum des Institut. E- Learning ist ein neuer Forschungsbereich, der didaktische Methoden entwickelt .

Duisburg.   Am Lehrstuhl von Professor Kerres wird E-Learning nicht nur gelebt in Form von Vorlesungen auf Video-Portalen. Es wird auch erforscht und weiterentwickelt. Hörsäle ersetzen kann es jedoch nicht.

Vorlesungen nur noch per Video anschauen, Klausuren computergestützt schreiben - E-Learning klingt nach einem prima Mittel, der Studentenflut Herr zu werden. Dieser Idee schiebt Prof. Dr. Michael Kerres jedoch einen Riegel vor: „Es ist eine naive Vorstellung, zu glauben, dass E-Learning eine billige Alternative zum klassischen Unterricht ist“.

Er ist Professor für Mediendidaktik und Wissensmanagement an der Universität Duisburg-Essen und leitet hier das Duisburg Learning Lab sowie das Online - Studienprogramm „Master of Arts in Educational Media“. Er hält also nicht nur Vorlesungen, die später als Video auf Youtube oder Lernplattformen für Studierende abrufbar sind. Er forscht auch darüber, wie moderne Medien als didaktisches Mittel einsetzbar sind. „Ohne digitale Medien ist Lernen ja gar nicht mehr denkbar“, weiß Kerres. Aber: E-Learning ist keine Patentlösung für leere Hörsäle, sondern eine didaktische Variante, die das Studieren flexibler macht.

Flexibler Studieren

Sein liebstes Werkzeug ist aktuell „Drupal“, ein Community-System ähnlich wie Facebook, auf dem Netzwerke gebildet werden. Denn gezeigt hat sich, dass Studierende immer noch gern in Präsenzveranstaltungen gehen und mit Gleichgesinnten arbeiten, um echte Menschen zu erleben. „Die Abbrecherquote bei Fernstudiengängen liegt bei bis zu 90 Prozent“, sagt Kerres. An seinem eigenen Lehrstuhl liegt sie bei nur zehn Prozent, denn seine Forschungen ergaben, dass neben der Lernintensität die soziale Bindung existenziell ist.

Soziale Prozesse, die Studierenden im normalen Uni-Alltag gar nicht bewusst sind, werden für das virtuelle Lernen nachgebildet: „Man braucht das Gefühl, eingebunden zu sein, von Menschen angesprochen zu werden“, weiß der Forscher.

Wichtigstes Instrument ist deshalb das Learning-Lab, ein Labor, das eher wie ein Fernsehstudio aussieht. Mit Beamern und Beleuchtung, mit Kameras, separatem Regieplatz, mit Werkzeugen zur Bild- und Ton-Bearbeitung. Damit kann man sich den Menschen praktisch nach Hause holen. Ob zukünftig ein Studium ganz ohne persönliche und direkte Kontakte möglich ist, mag Kerres nicht prognostizieren. Sein zweitwichtigstes Kommunikationsmittel ist deshalb ein kapitaler Grill: An zwei Wochenenden im Semester treffen sich die Studierenden aus aller Welt in Duisburg und da gehört zum Fachgespräch auch das gemütliche Beisammensein.

Lernen ohne Grenzen

Dem E-Learning sind fachlich im Prinzip keine Grenzen gesetzt. Für Fachbereiche von der Landwirtschaft bis zur Zahnmedizin werden Möglichkeiten entwickelt. Ein Beispiel: Ein Gartenbauer entdeckt einen Schädling auf seinem Feld. Er fotografiert es mit seinem Smartphone, stellt es in ein Forum und die Gruppe diskutiert, was nun zu tun ist.

Studis reden Klartext

Neben dem Lern- ist auch das Campus-Management ein Thema. Prüfungsergebnisse online abfragen, zu Seminaren anmelden, all das sollte möglichst einfach und selbst erklärend passieren. In einem speziellen Labor lässt sich die Nützlichkeit einer Internetseite testen, hier wird etwa die Blickrichtung der Probanden gemessen, wie lange sie wo hin schauen, wie sie mit den Anwendungen klar kommen.

Das alles klingt nicht nach einem reinen Internet-Freak. Was sind sie denn nun, Herr Kerres?

„Interdisziplinär, ich habe zehn Jahre in einer Informatik-Fakultät gelehrt, zehn Jahre in der Psychologie und Pädagogik, so können wir Themen breit anpacken“. Praktisch, Kerres und seine Mitarbeiter können nicht nur neue Methoden erforschen und bauen, sondern auch gleich ihre Nutzbarkeit evaluieren. Und dann im schlimmsten Fall auch selbst wieder löschen.

Die Universität Duisburg-Essen beschäftigt am Lehrstuhl von Prof. Dr. Kerres 20 Wissenschaftler, zehn weitere Mitarbeiter sowie regelmäßig Gastwissenschaftler aus der ganzen Welt. Jährlich nimmt er eine Million Euro ein und ist damit einer der großen Lehrstühle an der UDE.
Weitere Informationen über das Learning-Lab: http://mediendidaktik.uni-duisburg-essen.de/learninglab

Annette Kalscheur

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