DVG will alte „N-Wagen“ gegen neuere Modelle austauschen
20.02.2013 | 00:17 Uhr 2013-02-20T00:17:00+0100
Duisburg. Die DVG plant den Komplettaustausch ihrer Straßenbahn-Flotte. Denn auch für die in die Jahre gekommenen N-Wagen werden irgendwann die Ersatzteile knapp, zudem würde auch der Einbau der neuen Zugsicherungstechnik in die Millionen gehen.
Die neuen Wagen sollen daher nach der Umrüstung auf die neue Tunneltechnik eingesetzt werden, frühestens also ab 2020. „Mit dieser Investition erhöht sich auch der Komfort für die Fahrgäste. Die neuen Wagen sind zehn Zentimeter breiter, sie bieten dementsprechend mehr Platz und können mehr Fahrgäste befördern“, sagt DVG-Vorstand Wandelenus.
Der Aufsichtsrat hat dem Austausch im Grundsatz bereits zugestimmt. Wie Mitglieder aus dem Gremium berichten, ist daran auch die Hoffnung geknüpft, dass die Straßenbahn damit auch für „Schlipsträger“ attraktiver wird. Gemeint sind Berufstätige, die sich ungern in eine alte und überfüllte Bahn quetschen, um zum Büro zu kommen. „Um mehr Leute in die Bahn zu bringen, müssen wir den Fokus vor allem auch auf die Leute richten, die nicht auf den ÖPNV aufgewiesen sind und die bisher lieber mit dem Auto zur Arbeit fahren“, sagte ein Aufsichtsrat der NRZ.
Stadt zieht Leasing-Modelle in Erwägung
Fraglich ist allerdings noch die Form der Finanzierung, denn die Kosten sind gewaltig. 45 der schmaleren „N-Wagen“ gehören derzeit zum DVG-Fuhrpark. Die Neubeschaffung der modernen Bahnen soll rund 100 Millionen Euro kosten. Weil der Austausch die Stadt nichts kosten darf, soll die DVG intern auch Leasing-Modelle in Erwägung ziehen.
Laut Technik-Vorstand Wandelenus wären die Kosten zur Hälfte förderfähig. Tatsächlich fließen aber weniger Mittel, weil der Topf mit den Landesmitteln aufgeteilt wird. Wandelenus: „Die Höhe der Förderung hängt davon ab, wie viele andere Verkehrsgesellschaften ebenfalls neue Bahnen bestellen.“

18:19
Auf dem Bild oben sieht man schon, daß zwei um 10 cm breitere Bahnen kaum unversehrt aneinander vorbeifahren könnten. Ergo werden manche Schienenabschnitte verbreitert werden müssen. Ob das bei der DVG bedacht wurde? Angesichts bisheriger planloser Frickelei vor allem bei der Gestaltung des U-Bahn- bzw. Straßenbahnnetzes hier in DU habe ich da meine Zweifel.
Über die Fortführung der Strab über den Rhein nach Westen wurde übrigens schon vor ca. 25 Jahren auf Anregung von nicht-auto-verhafteten Verkehrsclubs diskutiert. Damals war im Gespräch, alte Eisenbahtrassen über den Rhein dafür zu nutzen. Das fand die DVG immerhin "interessant". Passiert ist seitdem in gewohnter Manier nichts.
Diese Fantasie- und Tatenlosigkeit bei Entscheidungsträgern städtischer Einrichtungen hat in DU leider deprimierende Methode. Ein wesentlicher Grund, warum nichts richtig oder allenfalls quälend langsam vorangeht, und immer mehr Menschen dieser Stadt mit eigentlich viel Potential den Rücken kehren...
17:03
Ich bin nun seit 7 Jahren in DU, zwar kein Schlipsträger, doch so gerne fahre ich mit den N-Wagen auch nicht. Denn als ich von Kassel hierherzog, war ich erstaunt, dass eine "Großstadt" so ne alte Straßenbahn hat. Da war ich erstaunt. Wo ist da die Modernität? Wer war da jahrelang für verantwortlich?
Denn in Kassel, mit ca. 190.000 EW wirklich kleiner und seit ich denken kann mit dem gefühlt 6. neuem Straßenbahndesign und den vorhandenen ca. 9 Linien war ich einiges gewohnt. Es werden fast alle 4 Jahre neue Streckenabschnitte gebaut und die Bahnen platzen trotzdem weiter aus allen Nähten, da sie wirklich rege genutzt werden.
Hier in Duisburg sehe ich das nicht. Letztens kam ja die Meldung, es wird überlegt, die Straßenbahn nach Rheinhausen zu verlängern. Wow, es wird darüber nachgedacht. Wann war denn die letzte bauliche Tätigkeit einer Straßenbahn? Liebe DVG, schaut mal nach Kassel (oder woanders) hin, wo es läuft! Oder nennt mir einen guten Grund, warum es hier so lange dauert!
14:44
Der Gleismittenabstand ist an einigen Stellen zu gering für breitere Bahnen, deshalb wurde ja auch schon die im ersten Kommentar erwähnte Variobahn (Wagen-Nr. 2000) wieder eingemottet, nachdem sie wohl irgendwann defekt war.
Mich würde zwar auch interessieren wo genau das überall der Fall ist und wieviel eine Verlegung bzw. bauliche Anpassung kosten würde, aber ich würde mal davon ausgehen dass die DVG dies bereits geprüft und als unrealisierbar verworfen hat. Scheinbar ist es an einigen Stellen wohl nicht damit getan dass man nur die Schienen weiter auseinander verlegt, sondern die Gegebenheiten geben dies wohl nicht her ohne dass man z.B. gleich Gebäude am Rand abreissen, Straßen für den sonstigen Verkehr sperren o.ä. müsste.
Neue Bahnen sind aber irgendwann mal fällig und da wären durchgängige Niederflurbahnen mit größerer Kapazität und etwas größerer Breite schon ein deutlicher Fortschritt. Die DVV sollte ja auch eigentlich noch entsprechende Rücklagen haben auf die man dazu zur
..."zurückgreifen kann." - fehlte da noch :-)
Die DVG hat die Gleismittenabstände an vielen Stellen bereits auf das Normalmaß gebracht (so dass z.B. auch die 2,65 m - Stadtbahnen passieren können). Kritisch ist vor allen Dingen die Strecke von Meiderich Bhf bis zu Landschaftspark Nord. Hier wurde nichts getan, weil das Stück eigentlich noch als Tunnelstrecke für die U79/U99 vorgesehen war/ist.
Als nächstes wird übrigens die Trasse in Hochfeld "auseinandergezogen".
@Bully51: bei der Strecke der 903 ist besagter Bereich wohl das Hauptproblem. Aber wenn ich mich recht entsinne, dann war das auf der 901er Strecke doch noch an einigen Stellen mehr der Fall, oder? In Ruhrort z.B. geht es ja teilweise ziemlich eng zu - und die neuen Bahn müssten beide Strecken befahren können, was ja schon bei der Variobahn nicht der Fall war.
@ Daredevil: Die Strecke NACH Ruhrort wird gerade umgebaut (Ruhrorter Straße, jetzt Brückenzug über Ruhr und Häfen). IN Ruhrort wird es unmöglich, mit größeren Wagen zu fahren. Wird man wohl drumhrum fahren müssen, aber ob die Ruhrorter das wollen?
10cm bringen doch nicht viel. Wenn, dann muss man es jetzt auch richtig machen. Die Bahnen müssten die Breite der U79 haben. Die Engstellen zu beseitigen mag aufwändig sein, aber immer weiter rumwurschteln bringt Duisburg nicht voran. Wenn nun diese Bahnen bestellt werden, wird dieser nur leicht verbesserte Zustand mindestens wieder 20 Jahre Bestand haben.
11:09
10cm .. wow! Die N-Wagen sind die schmalsten Normalspur-Straßenbahnen überhaupt, da retten 10cm auch nicht viel. Über 13 Jahre hatte man Zeit, ganze 2 (!!) Straßenbahnlinien so zu legen, dass man auf Standard-Material zurückgreifen kann. 7 Jahre sind noch bis 2020. Der Tunnel muß bereits passend sein, sonst käme die breiterte U79 nicht durch. 2+2 Bestuhlung gäbe mehr Platz, Komfort und wäre pro Fahrgast vermutlich auch deutlich preiswerter in der Beschaffung. Man fragt sich, wer das alles plant. Eigentlich irgendwie "typisch Duisburg". Ob es im Jahr 2020 noch genügend potentielle "Schlipsträger" in Duisburg gibt, wenn das alles so weiter läuft, darf man bezweifeln.
06:43
Hatte die DVG nicht vor über 10 Jahren schon mal eine (!) ultramoderne Bahn (komplett Niederflur-Einstieg) vorgestellt; mit großem Pomp... (und ich glaube auch mit dem Hinweis, dass in Zukunft die Fahrzeugflotte so aussehen solle) !? Was ist daraus geworden !? Ich habe diese Bahn nicht einmal mehr auf Duisburger Schienen gesehen.....
Diese Bahn 2000 genannte Bahn war zu breit und konnte daher nur auf Teilstrecken fahren. War schon damals ne tolle Planung.
der wagen 2000 wird nicht mehr zum einsatz kommen,die steht hinten in der Ecke und gammelt vor sich in,das war eine Fehlinvestition gewesen. Die Variobahn wird zwar weiterhin möglichst verkauft,nur keiner interessiert sich für das Modell.