DVG kontert die heftige Via-Schelte der RP

Lange hat es mit der Stellungnahme gedauert, doch jetzt kontert die Stadt die massive Kritik von Regierungspräsidentin Anne Lütkes, der Öffentliche Personennahverkehr in Duisburg, Essen und Mülheim sei zu teuer. Anfang April hatte die Regierungspräsidentin in einem öffentlichen Brief auf die Kooperationspartner der Via verbal eingeprügelt. Die Zuschüsse lägen in allen drei Städten deutlich höher als beispielsweise in Bochum oder Gelsenkirchen. Das bisherige Konstrukt sei eine „wenig effektive Zwischenlösung“.

Nun kontert formal die Stadt, aber inhaltlich natürlich die DVG die harsche Kritik in einer Stellungnahme Und wie immer in solchen Fällen geht es um das verwendete Datenmaterial, und den Teufel, der ja bekanntlich immer im Detail steckt.

In diesem Fall sagt die DVG, es sei ja alles grundsätzlich nachvollziehbar, aber.... Die Regierungspräsidentin habe ja nur die Etat-Daten des VRR aus 2013 hinzugezogen, nicht aber die Ergebnisrechnung. Laut Etat-Daten liegt der Finanzierungsbedarf im Via-Raum bei 130 Euro je Einwohner, im Raum Bochum Gelsenkirchen nur bei knapp 85 Euro. Die Ergebnisrechnung aus 2013 weise allerdings für den Via-Bereich nur noch 115 Euro pro Einwohner aus. Schon mal ein Anfang.

Für die DVG kommt jetzt der Blick ins Detail, denn die drei einzelnen Via-Kommunen haben sehr unterschiedliche Finanzierungsbedarfe. Auf Grundlage der Ergebnis-Zahlen für 2013 kommt die DVG auf ÖPNV-Zuschüsse pro Einwohner von knapp 84 Euro in Duisburg, 130 Euro in Essen und 157 Euro in Mülheim.

Deutliche Unterschiede, bei denen die Duisburger glänzend da stehen. Vor allem, weil Duisburg die einzige Kommune ist, deren Finanzierungsbedarf in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gesunken ist. „Die Restrukturierungsmaßnahme der DVG zeigt also Wirkung“, heißt es in der Stellungnahme.

Allerdings steckt, wie sollte es anders sein, der Teufel auch hier in den noch kleineren Details. Sowohl das Essener Verkehrsunternehmen als auch das Mülheimer besitzen die Tunnelanlagen und müssen für deren Unterhalt aufkommen, in Duisburg gehören die Anlagen der Stadt. Berücksichtige man diese Mehrbelastung, läge der Finanzierungsbedarf im Via-Raum pro Einwohner nur noch bei 101 Euro. Und Duisburg hat mit seinem Finanzierungsbedarf von knapp 84 Euro fast den gleichen Bedarf wie Bochum und Gelsenkirchen, den die Regierungspräsidentin als Vergleich für ihre medienwirksame Schelte herangezogen hat.

Eine Warnung gibt die DVG in ihrer Stellungnahme aber mit auf den Weg: „Die konsequente Umsetzung von Restrukturierungsprogrammen vom Verkehrsunternehmen DVG, um die wirtschaftlichen Vorgaben ihrer Eigentümerin Stadt Duisburg einzuhalten, beinhaltet Personal- und Leistungsabbau sowie das Aussetzen von Investitionsmaßnahmen. Dieses Vorgehen ist in der Zukunft nicht weiterzuführen.“