DVG führt Begleitservice in Duisburger Bussen und Bahnen allein weiter

Der Begleitservice der DVG gibt gehbehinderten Menschen ein Stück Sicherheit zurück.
Der Begleitservice der DVG gibt gehbehinderten Menschen ein Stück Sicherheit zurück.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Weil das Projekt Bürgerarbeit endete, sollte der Begleitservice für Alte und Kranke in Busse und Bahnen eingestellt werden. Nun gibt es Entwarnung.

Duisburg.. Wer dem DVG-Begleitservice bittere Tränen nachgeweint hat, weil es Ende vergangenen Jahres hieß, dass er vor dem Aus stehe, der kann sie nun getrost trocknen. Am Montag teilte die Duisburger Verkehrsgesellschaft mit, dass diese kostenlose Hilfe für alte und kranke Personen nun doch weiter angeboten wird. Es gibt eben doch noch gute Nachrichten.

Zumindest für die 180 Stammkunden und -kundinnen der DVG, die bereits seit Jahren diesen Service in Anspruch genommen haben und dies auch weiterhin tun möchten. Anfangs, als der Service 2009 startete, waren die 22 Kräfte, die bewegungseingeschränkte Menschen bei Arzt- oder Friedhofsbesuchen, bei Einkäufen oder bei Treffen von Seniorengruppen begleitet haben, als 2-Euro-Jobber beschäftigt. Durch das Projekt „Bürgerarbeit“ der Bundesanstalt für Arbeit konnten die Begleiter ab Februar 2012 angestellt werden. Aber eben nur befristet bis zum 31. Dezember 2014.

Angebot aus Bordmitteln aufrecht erhalten

Nun wird die DVG dieses gern genutzte Angebot aus Bordmitteln aufrecht erhalten. So teilte die DVG nun mit, dass sie fortan mit eigenen Mitarbeitern die Aufgabe übernehmen und Fahrgästen, die sich unsicher fühlen, helfen wird, mit Bus und Bahn an ihr Ziel zu kommen. „Eingesetzt werden dafür Mitarbeiter, die bereits im Servicebereich tätig sind.

Den Begleitdienst übernehmen sie zusätzlich“, erklärte DVG-Sprecherin Annamaria Preuss auf Anfrage der NRZ. „In einer vierwöchigen Ausbildung wurden unsere 20 neuen Begleiter in Erste-Hilfe-Maßnahmen, Deeskalation, Fahrzeugtechnik, aber auch im sicheren Umgang mit Rollatoren und Rollstühlen geschult.“ Schließlich sollen sie den Kunden ein Stück der Sicherheit vermitteln, die diesen aufgrund einer Geh- oder auch Sehbehinderung verloren gegangen ist.

Ob die Quantität der Begleitungen auf dem Vorjahresniveau zu halten ist, vermag Annamaria Preuss derzeit nicht abzuschätzen: „Im Laufe der Jahre ist die Zahl der Anmeldungen für diese Dienstleistungen fast stetig gewachsen.“ War der Anlauf 2009 noch etwas schleppend, zählte die DVG bereits 2010 insgesamt 2100 Begleitungen. 2013 stieg die Zahl auf 3600 Begleitungen, das sind im Schnitt 67 pro Woche. 2014 sank die Gesamtzahl gering auf 3340 (im Schnitt 64 pro Woche).

Angebot ist notwendig

Doch die Zahlen machen nach wie vor deutlich, dass dieses Angebot notwendig ist und gerne in Anspruch genommen wird, bietet es doch bewegungseingeschränkten Menschen nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch einen zumindest teilweisen Rückgewinn ihrer verloren gegangenen Bewegungsfreiheit und damit oft die Chance, auch soziale Kontakte weiter zu pflegen.

Für einige Menschen ist diese Nachricht dennoch keine gute. Denn die 20 Kräfte, die sich bislang um den Begleitservice der DVG gekümmert haben, müssen sich nun nach dem Ende des vorwiegend aus Bundesmitteln finanzierten Projektes eine neue Arbeit suchen.