DVG: Bahnsanierung rüttelt Fahrplan durcheinander

Es läuft nicht gut für die DVG auf der Linie 903. Zuweilen läuft Richtung Dinslaken eine längere als im Fahrplan ausgewiesene Zeit auch gar nichts. Jedenfalls keine Straßenbahn und auch kein Ersatzbus. Sagt eine NRZ-Leserin aus Walsum (Name der Redaktion bekannt), die sich eine lange Wartezeit ersparen wollte und die zwei Haltestellen bis zu einer Arztpraxis in Dinslaken zu Fuß bewältigte, um rechtzeitig zu ihrem Termin zu kommen.

„Aber was ist mit denjenigen, die eine längere Strecke zurücklegen müssen und keine Alternative haben?“, fragt die 64-Jährige. Seit zwei Wochen halte dieser Zustand nun schon an. „Die Digitalanzeigen verkünden nur, dass es Verspätungen gibt, aber wie lange die Verzögerung dauert, wird nicht angezeigt.“ Bis zu 40 Minuten Wartezeit und sogar länger seien keine Seltenheit, versichert die Frau. Gerade an den Haltestellen Fasanenstraße nahe dem Gymnasium und am Betriebshof Walsum in der Nähe der Gesamtschule würden regelmäßig Trauben von Menschen, darunter jede Menge Schüler, lange auf die Bahnen warten.

„Und dann kommen auf einmal im Abstand von wenigen Minuten vier Bahnen hintereinander. Aber wann, das weiß vorher niemand. Das ist wie ein Lotteriespiel“, ereifert sich die Walsumerin. Auf ihre Nachfrage bei der DVG habe sie die Auskunft erhalten, dass eine defekte Weiche Probleme bereite. „Aber einen solchen Fehler zu beheben, kann doch nicht so lange dauern.“

Von einer kaputten Weiche sei ihr nichts bekannt, erklärt DVG-Sprecherin Annamaria Preuss auf Anfrage der NRZ. Die Probleme auf der Linie 903 indes seinen dem Sanierungsprogramm der DVG geschuldet, bei dem derzeit alle 45 Straßenbahnen wegen entdeckter Schäden am Unterbau und an den Achsen überprüft würden (wir berichteten). Wie auf der Linie 901 gibt es deshalb auch für die Linie 903, die vom Duisburger Süden bis nach Dinslaken fährt, streckenweise einen Ersatzverkehr mit Bussen. So fährt die 903 nur noch von „Dinslaken Bahnhof“ bis zur Haltestelle „Fischerstraße“ in Wanheimerort und umgekehrt. Für die Teilstrecke „Fischerstraße“ bis „Mannesmann Tor 2“ in Hüttenheim müssen die Fahrgäste in Pendelbusse umsteigen.

Und da liegt, laut der DVG-Sprecherin, das Problem, das sich auch auf den Norden der Stadt auswirkt. „Die Busse müssen sich in den normalen Verkehr einreihen während Straßenbahnen im Gleisbett daran vorbeifahren können. Die Busse brauchen also auf jeden Fall länger als eine Bahn für die selbe Strecke.“ Weil die Fahrer der Bahnen Anweisung hätten, eine gewisse Zeit auf verspätete Busse zu warten, komme es andernorts auf der Strecke zu Wartezeiten und auch dazu, dass mehrere Bahnen kurz hintereinander eintreffen, erläutert Preuss. Zudem hätten die Busse eine geringere Kapazität. Während eine Straßenbahn Platz für 130 Menschen hat, befördern selbst die größeren Gelenkbussen nur 100 bis 110.

Wie lange der Notfall-Fahrplan mit den Ersatzbussen gelten wird, vermag die DVG-Sprecherin derzeit nicht zu sagen. „Wir hoffen, Ende April mehr sagen zu können. Das ist eine sehr unbefriedigende Situation für die Fahrgäste, aber wir setzen alles daran, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.“