Stadtteilreport (2)
Duissern – Ein feines Viertel
06.08.2010 | 17:46 Uhr 2010-08-06T17:46:00+0200
„Duissern ist der Stadtteil, wo ich mich wohl fühle.“ Etwas genauer wissen will ich’s denn doch und Doris Stegemann bittet mich in ihren Garten: Hohe Bäume, am Ende eine massive Mauer, Rasen, Beete: „Meine Oase“, sagt sie stolz.
Wir machen uns dennoch auf den Weg, und Doris Stegemann, Mitglied des WAZ-Leserbeirats, erklärt mir ihre intensive Beziehung zu Duissern im Bezirk Mitte. Geboren in Wanne-Eickel zog sie vor 20 Jahren erstmals in „ihren“ Lieblingsstadtteil, aber irgendwann auch wieder weg: „Ich bin aber immer wieder hierhin zurückgefahren.“ Und vor zweieinhalb Jahren ist sie zurückgezogen und sagt voller Überzeugung: „Jetzt bin ich zu Hause.“
Zu Hause ist für sie der Bäcker um die Ecke, der kleine Laden nebenan, wo die Kassiererin den Namen des Hundes kennt. „Ich bin so ein Tante-Emma-Typ“, lacht sie und erzählt, dass der Einkauf von drei Teilen manchmal drei Stunden dauert, weil man überall jemanden trifft, den man kennt.
Den nahen Neudorfer Wald wie auch den Kaiserberg schätzt die 48-jährige Sozialarbeiterin als Auslauf für den Hund, den Goerdeler-Park, die Straßen rundum auch wegen des unvermuteten Lebens hinter den Häusern. Viele Ateliers gebe es dort, viele Menschen mit vielen Ideen.
Duissern gehört zum Stadtbezirk Mitte und hat 14.260 Einwohner, davon 7482 Frauen, 6778 Männer, 13.106 Deutsche, 1154 Ausländer.
Duissern wurde als Ratsdorf bereits im Mittelalter von Duisburg aus verwaltet. 1234 gründete das Zisterzienserinnenkloster Saarn (heute Mülheim) das Filialkloster Duissern, später siedelten die Nonnen nach Duisburg und erwarben 1608 das Dreigiebelhaus. 1920 wurden bei Grabungen an der Ecke Oranien- und Hansastraße Überreste des abgetragenen Klosters gefunden. 1934 öffnete der Zoo am Kaiserberg seine Pforten. (Quellen: Stadt Duisburg, Wikipedia)
Wir kommen zur Königsberger Allee, zwei Fahrbahnen, dazwischen ausgedehntes Grün unter mächtig-prächtigen Bäumen, mehr Park als Verkehrsweg. In den Seitenstraße sieht man in hoher Dichte Wohnhäuser, die Wohlstand und Gediegenheit widerspiegeln, viele schmucke Backsteinfassaden, individuelle Architektur, alt und – seltener – auch neu.
Doris Stegemann zeigt mir auf unserem Weg eine begrünte Fassade, dann eine sorgsam bepflanzte Baumscheibe, freut sich über die Nachbarn, die mit einer Hand voll Blumensamen zusätzlichen Charme aussäen.
Und sie hat auch einen Blick für die Schattenseiten ihres Viertels: „Es ist stellenweise ziemlich vermüllt.“ Die einen kümmerten sich um die Blumen am Straßenrand, die anderen ließen einfach ihren Abfall fallen. Und der sichtbare Wohlstand sei auch nur eine Seite des Stadtteils: „Duissern ist zweigeteilt.“
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Entlang der Bahnlinie sind die Fassaden tatsächlich schlichter, hier und da sehen wir leerstehende Läden und Wohnungen. Was Doris Stegemann fehlt in Duissern, sind weitere Radwege oder Behälter für Hundekot.
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Ausgelassen haben wir bei unserem Rundgang die Straße in Richtung Kaiserberg, wo früher – deutlicher als heute – das große Geld unter sich war. Inzwischen hat sich auch die Mittelschicht hier komfortabel eingerichtet. Auch die Werthacker-Siedlung lag abseits unseres Weges, soll aber erwähnt werden wegen der dort mustergültig praktizierten Nachbarschaft, wie sie für Geld weder zu kaufen noch zu mieten ist. Was Doris Stegemann an „ihrem“ Duissern noch schätzt, sind die guten Bus- und Bahnverbindungen und das Mietniveau: „Richtig überteuert ist es hier nirgendwo.“ Ihr persönliches Fazit nach 60 Minuten Duissern zu Fuß: „Ich kann mir gut vorstellen, hier alt zu werden.“

21:50
Wie heisst der Stadtteil? DJÄZZERN ?
17:51
Dieses Mitleid ist nichts anderes als sich über Andere zu stellen.
JETZT ABER NICHT ärgern
22:11
Mein Stadtteil! :O)
In weiten Teilen unterschreibe ich alles.
Und den merkwürdigen die hier posen um des posens willen... Da spricht der Sozialneid; nicht auf das Geld, sondern auf Menschen, die sich irgendwo zu hause fühlen.
Mein Mitleid!
14:05
Also die Hafengegend kann sich sehen lassen
09:53
mein gott wie kleingeistig manche hier sind.
es gibt in jederich betone jeder stadt auf der welt viertel wo man sich sehr wohlfühlt und in anderen nicht mal begraben sein will.
also was soll das gemeckere.
und jeder empfindet es ja völlig anders.
12:47
Duissern ist ok!
Trotzdem ist Duisburg eine SCHEIß Stadt!!!!!!
13:02
Wow! Immerhin Duisburg und Bochum kennengelernt...
Meine Kritik war aber auch mehr an #5 gerichtet.
12:31
@ #9
Nö, aber ich habe auch in Duissern gewohnt und vorallem in Bochum-Grumme und
Bochum Stadtparkviertel. und jetzt?
10:29
zu #5 und zu#7: Solch destruktive Aussagen kommen immer wieder von Menschen, die sich weder in Duisburg noch in ANDEREN Städten eine vergleichbare Wohnlage erlauben können!
Oder wohnt einer von denen in D-Kaiserswerth??
08:56
@ #4
Dann kennst du nicht viele Städte !