Duisburgs teuerste Schule schimmelt bereits

Das neue Berufskolleg in Duisburg-Mitte  wurde am 7. September 2011 in Betrieb genommen.
Das neue Berufskolleg in Duisburg-Mitte wurde am 7. September 2011 in Betrieb genommen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das neue Berufskolleg hat ein undichtes Dach sowie feuchte wie auch verschimmelte Räume. Es ist Duisburgs modernster und teuerster Schulstandort.

Duisburg.. Dies ist Duisburgs modernstes und kostbarstes Schulgebäude: Das neue Berufskolleg Duisburg Mitte in Neudorf. Kaum zu glauben: Dieser neue Schulstandort hat einen Dachschaden. Konsequenz: Beide Berufskollegs, die an diesem Standort untergebracht sind - das technische wie das kaufmännische - klagen über feuchte Räume und Wände in den oberen Etagen; zwei Lehrerarbeitsräume mussten wegen Schimmelbefalls gesperrt werden.

Zu allem Überfluss tropfe dann im technischen Berufskolleg vor sechs Wochen nach einem Heizungsrohrbruch noch mehr Wasser durch die Decke. Dieses Mal mussten vier Klassenräume gesperrt werden.

Es kam zu keinem Unterrichtsausfall

Nach Mitteilung des Immobilien-Management Duisburg (IMD) kam es jedoch zu keinem Unterrichtsausfall, da in dem Neubau, der im September 2011 bezogen wurde, ausreichend viele Klassenräume zur Verfügung stünden.

Klagen über anhaltend große Mängel und lange Mängellisten wies der zuständige IMD-Bereichsleiter Claas Frein als unzutreffend zurück: „Das Gebäude hat einen noch ungeklärten Schaden im Dach, das stimmt, dieser fällt sogar noch in die Gewährleistung. Diesen Schaden müssen wir erst noch lokalisieren, aber dann wird saniert. Ansonsten ist das Gebäude in einem Top-Zustand, es riecht sogar noch neu!“

„Fehlerhafte Bedienung mit der modernen Technik“

Manche vermeintliche Mängel hätten sich oft auch als „fehlerhafte Bedienung mit der modernen Technik“ aufgeklärt. So müssten beispielsweise die Fensterhebel in korrekter Position sein, damit in den Räumen die Lüftung oder die Heizung anspringe. Herrscht in einem (Klassen-)Raum relative Bewegungslosigkeit, erlöscht nach kurzer Zeit das Licht, weil ein elektronischer „Präsenzmelder“ verhindert, dass leere und (scheinbar) unbenutzte Räume beleuchtet oder beheizt werden.

Das „Zentrum für Berufliche Bildung und Weiterbildung“, so der offizielle Name, ging mit Beginn des Schuljahres 2011/2012, am 7. September 2011 in den Schulbetrieb. Es beherbergt das Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg , das Kaufmännische Berufskolleg wie auch das Weiterbildungskolleg der Stadt Duisburg mit zusammen gut 5000 Schülern.

Die Stadt Duisburg hat dieses Gebäude in einer vertraglich geregelten Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen der Privatwirtschaft errichten lassen und gekauft. Für den Bau und den Betrieb zahlt die Stadt für die Dauer von 25 Jahren jährlich einen Betrag von 7,1 Mio. Euro (= 591.000 Euro pro Monat) an das Bielefelder Bauunternehmen Goldbeck. Errichtung und Betrieb werden die Stadt am Ende stattliche 177 Mio. € gekostet haben.