Duisburgs Schulen warten auf Personal für gemeinsames Lernen

Tauschaktion der Diakonie Duisburg zum Thema Inklusion.
Tauschaktion der Diakonie Duisburg zum Thema Inklusion.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Wählerbündnis „Junges Duisburg“ fragt nach Personal und Finanzen für Inklusion an Schulen. Schulamt verweist auf künftig vier Bildungsbüros vor Ort.

Duisburg.. Seit Beginn des Schuljahres haben Kinder mit einer Behinderung in NRW ein Recht darauf, gemeinsam mit Schülern ohne Behinderung unterrichtet zu werden. Doch für das Wählerbündnis „Junges Duisburg“ (JuDu) sind die Rahmenbedingungen für das gemeinsame Lernen noch ungeklärt.

Insbesondere sei die Frage nach der Finanzierung offen, wie Uwe Becker von JuDu hervorhebt: „Mit welchen sonderpädagogischen Ressourcen die Grund- und weiterführenden Schulen zur Unterstützung des gemeinsamen Lernens rechnen können, ist für viele Schulen immer noch nicht klar“, sagt der Lehrer. Denn: „Die Landesregierung verweist darauf, dass die Zahl der an den Regelschulen zur Verfügung stehenden sonderpädagogischen Lehrkräfte erst mit den amtlichen Schuldaten erhoben werde, die Anfang 2015 zur Verfügung stehen“, so Becker weiter.

Tropfen auf dem heißen Stein

Er moniert dabei, dass die „zahlreichen Schulen“, die engagiert in den Prozess der „gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung gestartet sind“, immer noch nicht wüssten, mit welchen weiteren Lehrern sie rechnen könnten.

Insgesamt stünden landesweit 25 Millionen Euro für bauliche Investitionen und zehn Millionen Euro für schulisches Ergänzungspersonal bereit. Die Stadt Duisburg erhält aus diesen Töpfen rund 685.000 Euro für Baumaßnahmen und knapp 267.000 Euro für weitere pädagogische Kräfte. Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, findet Uwe Becker. „Dafür können wir vielleicht fünf bis sechs schulische Ergänzungskräfte pro Schuljahr beschäftigen. Und die sollen dann für alle Regelschulen in unserer Stadt tätig werden?“

Regionale Bildungsbüros geplant

Eine Kritik, die Ralph Kalveram, Leiter des Amtes für schulische Bildung, so nicht teilt. „Natürlich ist die Frage nach den Ressourcen drängend. Doch klar ist auch, dass nicht jede Schule alles bei der Inklusion machen kann“, sagt er. So müsse etwa nicht jede Bildungseinrichtung barrierefrei gemacht werden oder mit allen Lernmitteln wie Computer für Sehbehinderte ausgestattet sein, so Kalveram. Und: „Das Ganze ist auch ein kontinuierlicher Aufbauprozess, wir versuchen diesen mit der Schullandschaft zusammen zu gestalten.“

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sollten dafür unter anderem vier „regionale Bildungsbüros“ aufgebaut werden. Diese würden vor Ort gemeinsam mit Lehrern und Eltern entscheiden, welche Schule welche Ausstattung erhält. „Dann werden wir sehen, wie wir alles hinbekommen“, sagt Kalveram.