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Duisburgerin verhinderte Selbstmord auf den Gleisen

12.10.2012 | 17:49 Uhr
Duisburgerin verhinderte Selbstmord auf den Gleisen
Helene Bofenda-Bosonga mit Armin Roggon und Anja Kleimann von der Bundespolizeiinspektion DüsseldorfFoto: DE HAAS

Duisburg.   Eigentlich wollte Helene Bofenda-Bosongo zur Einschulung ihres Patenkindes fahren. Dann kam alles anders: Am Bahnhof rettete die Duisburgerin eine Frau, die sich auf den Gleisen das Leben nehmen wollte - für die 52-Jährige selbstverständlich, für die Polizei ein Grund, die Retterin zu würdigen.

Am 22. August war Helene Bofenda-Bosongo auf dem Weg nach Viersen. Die Rheinhauserin stand morgens am Bahnhof und wartete auf den Zug, mit dem sie zur Einschulung ihres Patenkinds fahren wollte. Doch der Weg der 52-Jährigen endete abrupt. Dafür ging der Weg eines anderen Menschen weiter: Helene Bofenda-Bosongo zog eine Frau von den Gleisen, die sich mit einem Sprung vor den Zug das Leben nehmen wollte. Am Freitag wurde die Retterin in den Räumen der Bundespolizei am Duisburger Hauptbahnhof empfangen.

Ein erster Schreck

„Es ist wahrscheinlich komisch für Sie, in einer Polizeidienststelle zu sitzen“, begrüßte Anja Kleimann von der zuständigen Bundespolizeiinspektion Düsseldorf Helene Bofenda-Bosongo. „Unsere anderen Kunden sitzen hier nicht so gerne.“ Und tatsächlich, erzählt Bofenda-Bosongo, habe sie sich zunächst erschrocken, als Post von der Bundespolizei bei ihr eintrudelte. „Ich dachte, ich hätte etwas Schlimmes gemacht“, sagt sie. Doch dann sah sie schon das Datum, das ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen wird, der 22. August.

Die aus dem Kongo stammende Duisburgerin sah den Zug schon in den Bahnhof einfahren, als sie eine Frau an der Bahnsteigkante bemerkte, die kurz zuvor noch unauffällig auf einer Bank saß. Helene Bofenda-Bosongo sah, dass sich die Frau auf die Gleise legen wollte, packte sie an der Taille und riss sie zurück. Einen Augenblick später donnerte schon der Zug vorbei. Später wurden bei der geretteten Frau psychische Probleme diagnostiziert, sie wurde in ein Krankenhaus eingewiesen.

Nicht nachdenken - helfen!

Helene Bofenda-Bosongo trug von der Rettungstat Rückenverletzungen davon, erholte sich körperlich aber schnell wieder. Eine Zeit lang mied sie allerdings den Bahnhof, doch auch den Schock hat sie überstanden. Was ihr selbst hätte passieren können, als sie sich in direkte Nähe des Gleises begab, realisierte Bofenda-Bosongo erst später. Ihr Vater habe ihr beigebracht, nicht nachzudenken, sondern sofort zu helfen, wenn jemand Probleme hat. Ihr selbst sei auch schon oft genug geholfen worden, deshalb sei ihr Handeln für sie selbstverständlich gewesen.

Weil es das eben nicht sei, habe die Bundespolizei die beherzte Hilfe von Helene Bofenda-Bosongo nun öffentlich gemacht. Ihr Einschreiten sei „ein kleiner Farbklecks, ein toller Moment“ in einem rauen Alltag gewesen, lobt Pressesprecher Armin Roggon. Dafür gab es Blumen – aber auch die Versicherung, nun einen Freund in der Düsseldorfer Bundespolizeiinspektion zu haben.

Zlatan Alihodzic



Kommentare
12.10.2012
22:24
Duisburgerin verhinderte Selbstmord auf den Gleisen
von xIESPPLayErIx | #1

Das ehrt die Frau sehr, sie hat meinen tiefsten Respekt verdient.
Courage ist einer der besten, aber leider seltensten Charakterzüge eines Menschen.

1 Antwort
Duisburgerin verhinderte Selbstmord auf den Gleisen
von silverstone | #1-1

Ich stelle mir die Frage ,wie es sein kann ,dass der Mensch so asozial geworden ist!


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