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Duisburgerin lebt in Texas ihren Pferde-Traum

13.08.2012 | 06:00 Uhr
Duisburgerin lebt in Texas ihren Pferde-Traum
Mit Ranch-Abenteuern verdienen Ira König (2.v.r.) und ihr Mann Juan Vendrell ihr Geld. Die gut zahlenden Gäste dürfen dann fürs Foto auch aufs Pferd klettern.Foto: privat

Duisburg.   Die 26-Jährige Ira König wanderte in die USA aus. Die gebürtige Duisburgerin verdient ihr Geld mit Ranch-Abenteuern - sie bietet gemeinsam mit ihrem Mann auf einer Ranch in Texas Natural-Horsemanship-Kurse an.

Das Thema Auswanderung ist schwer in Mode gekommen seitdem im Fernsehen entsprechende Doku-Soaps ausgestrahlt werden. Konny Reimann, der mit seiner Familie nach Texas auswanderte, wird oft als Deutschlands erfolgreichster Auswanderer bezeichnet. Zumindest ist er wohl der bekannteste.

Auch die Duisburgerin Ira König lebt seit einigen Jahren in Texas. Die 26-Jährige ist allerdings noch nicht so bekannt wie Konny Reimann, doch in Reiterkreisen, selbst in Europa, ist man auf das aufmerksam geworden, was sie gemeinsam mit ihrem Mann Juan Vendrell auf einer Ranch in Washington/Texas praktiziert: Natural Horsemanship .

„Horsemanship basiert auf der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd, und dem Umgang mit dem Pferd“, erklärt Ira König. „Es geht vor allem darum, Vertrauen aufzubauen.“ Oftmals hätten Reiter Probleme mit ihren Pferden, die sie sich nicht erklären können.

Bei Kursen, die Ira König und ihr Mann auf ihrer „TC Ranch“ in Texas anbieten, lernen die Reiter auch einiges über sich selbst, verspricht die Werbebroschüre. „Ein gängiger Fehler von Reitern ist es zum Beispiel, sich selbst viel zu stark unter Druck zu setzen, manche nehmen das Reiten viel zu ernst. Und je lockerer sie werden, desto erfolgreicher ist die Arbeit mit den Pferden.“

Nach dem Abitur nach Barcelona

Die Nachfrage nach den Horsemanship-Kursen ist gut. „Entweder die Teilnehmer kommen mit ihren eigenen Pferden zu uns oder sie trainieren mit unseren Pferden“, erklärt Ira König, die eigentlich etwas ganz anderes gelernt hat: Sie studierte nach ihrem Abitur in Barcelona Linguistik. „Aber die Liebe zu den Pferden war die ganze Zeit da.“ Und die brachte sie schließlich auch mit Mann zusammen, der sich schon länger mit Horsemanship beschäftigte. Vor drei Jahren zogen beide nach Amerika, wo im vergangenen Jahr Hochzeit gefeiert wurde.

Viel Landschaft gibt es rund um die Ranch: In Deutschland würde man sagen, man sei hier auf dem „platten Land“, in Texas nennt man es „Prärie“. Bis nach Houston dauert die Autofahrt etwa eine Stunde. Das deutsch-spanische Paar bietet auf der Ranch Abenteuer-Urlaub für Reiter und solche die werden wollen. Billig ist es nicht: 1500 Dollar kostet die Woche pro Person – ohne Flug.

Doch dafür bekommt man auch einiges geboten: Zu Pferde geht es bei Ausflügen zu den Creeks und Weiden mit den texanischen Longhorn-Rindern , mit dem Auto zum Westernreiten , zur Nasa oder zur Galleria in Houston und zu Orten, die man aus den Western-Klassikern kennt: San Antonio oder Alamo stehen da auf der Ausflugsliste.

Supreme Extreme Mustang Makeover

Ira König und Juan Vendrell zog es auch deshalb nach Amerika, weil man dort die Pferde artgerechter halten kann. Und neben den Kursen, die beide für Reiter geben, beteiligen sie sich noch an einem ganz besonderen Wettbewerb: In Texas können Wildpferde adoptiert werden.

Überall leben in den USA auf öffentlichem Land wilde Mustangs. Damit sie sich nicht zu stark vermehren, werden einige jedes Jahr gefangen und zur Adoption freigegeben: Für einen symbolischen Preis – nicht selten durch eine Versteigerung – bekommt man das Pferd, das dann nach einem Jahr in den Besitz des Käufers übergeht.

Um das Thema in den USA populärer zu machen, wurden Wettbewerbe ins Leben gerufen: Das „Supreme Extreme Mustang Makeover“. Ira König: „Man bekommt vier Monate Zeit, um das Pferd zu trainieren. Anschließend nimmt man an dem Wettbewerb teil und zeigt öffentlich, was man erreicht hat.“

Die 26-jährige Duisburgerin hat ihren Mustang im Mai adoptiert, für 200 Dollar. „Latigo ist fünf Jahre alt und kommt aus Nevada. Ich mache ganz gute Fortschritte mit ihm.“ Es gebe zwar auch ein Preisgeld bei dem Wettbewerb, doch für sie zählt mehr der olympische Gedanke: „Dabei sein ist alles.“

Alfons Winterseel



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