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Duisburgerin als Missionarin auf Zeit in Tansania

13.02.2016 | 13:00 Uhr
Duisburgerin als Missionarin auf Zeit in Tansania
Silvia Scholz im Kreise einzelner Schülerinnen, denen sie an einer Hauswirtschaftsschule in Poli Singisi ganz im Norden Tansanias Englisch-Unterricht gegeben hat.Foto: Silvia Scholz

Duisburg.   Das Jahr als Missionarin auf Zeit in Polo Singisi hat Silvia Scholz geprägt. Die junge Duisburgerin berichtet von ihren Erlebnissen.

Sie denkt jeden Tag an Tansania. Die Erfahrungen, die Silvia Scholz als Missionarin auf Zeit (MaZ) bei den katholischen Missionsschwestern vom kostbaren Blut in Poli Singisi auf 2000 Metern Höhe gemacht hat, wirken immer noch nach. Über ihren christlich sozialen Freiwilligendienst hält die 20-Jährige am Sonntag, 14. Februar, nach dem Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Friedenskirche einen kostenlosen Fotovortrag im benachbarten Gemeindehaus an der Taubenstraße. Vorher hat Silvia Scholz dieser Zeitung bereits von ihrem Jahr im ostafrikanischen Landes erzählt, in dem die Hambornerin an einer Hauswirtschaftsschule 14- bis 24-jährigen Mädchen Englisch-Unterricht gegeben hat.

Sehr üppig und sehr grün

Sehr groß, sehr weit, sehr üppig und sehr grün – so beschreibt Silvia Scholz ihre ersten Eindrücke. Und an ihren ersten Einsatz als Lehrerin kann sie sich auch gut erinnern. „Ich hatte ja überhaupt keine Erfahrung, dachte erst, dass mich die Schüler nicht ernst nehmen. Doch dann hat es ganz gut geklappt.“

Und auch sie lernt etwas von den Mädchen: Kisuaheli. Durch die Sprache bekommt die Deutsche Zugang zu den Menschen vor Ort, die neugierig auf sie sind. „Karibu“ ist ein Wort, das die Hambornerin fast den ganzen Tag hört. „Es bedeutet ,Willkommen’, aber auch so viel wie ,Komm näher, ich will dich kennen lernen’“, erzählt Silvia Scholz. Dennoch sei es schön gewesen, mit einer nur wenige Kilometer entfernt arbeitenden anderen Missionarin auf Zeit aus dem niederrheinischen Kempen zwischendurch mal Deutsch zu reden.

Froh ist Silvia Scholz auch, als sie für knapp zwei Wochen Besuch von ihrer Mutter und ihrem Bruder bekommt. Sie erzählt ihnen von ihrem straff durchorganisierten Tag, der morgens bereits um 5.30 Uhr mit einer Messe beginnt. Von den Fußballspielen, die sie sonntags für ihre Schülerinnen in der Freizeit organisiert, vom Christfest bei 30 Grad mit einem aus Zweigen zusammengesteckten Weihnachtsbaum und von Silvester mit anderen Freiwilligen auf Sansibar. Die Hambornerin zeigt Land, Nationalpark, aber auch ihr 10 Quadratmeter großes Zimmer mit kleinem Bad sowie die Mangos und Papayas, die vor der Tür wachsen. Am häufigsten isst die Duisburgerin Ugali, einen Maisbrei, mit Sukunawiki, einem grünen Gemüse, das wie Spinat aussieht und salzig schmeckt.

Dann muss sich Silvia Scholz von ihrer Familie verabschieden und einige Monate später auch schweren Herzens von Tansania – mit vielen landestypischen Tüchern und Kleidern im Gepäck und vor allem mit der Gewissheit, „dass ich alleine in einem fremden Land zurechtkomme“, sagt sie. „Das hat mich selbstbewusster gemacht“, sagt die junge Frau, die derzeit Psychologie in Münster studiert und im vergangenen August an ihre alte Wirkungsstätte in Poli Singisi zurückgekehrt ist. Es wird gewiss nicht der letzte Besuch in dem Land gewesen sein, an das sie jeden Tag denkt.

50 Euro Taschengeld und 25 Tage Urlaub

Das Projekt „MaZ – MissionarIn auf Zeit“ wird finanziell durch das staatliche „Weltwärts“-Programm unterstützt, ist aber zusätzlich auf Spenden angewiesen. Neben Unterkunft und Verpflegung gab es für die Hambornerin Silvia Scholz 50 Euro Taschengeld monatlich und rund 25 Tage Urlaub während ihres Jahres in Poli Singisi.

Daniel Wiberny

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2016-02-13 13:00
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