Duisburger Zechpreller wird nun im Gefängnis beköstigt

Nicht Fastfood, sondern hochwertiges Essen für bis zu 130 Euro bezahlte ein 50-jähriger Neudorfer regelmäßig nicht.
Nicht Fastfood, sondern hochwertiges Essen für bis zu 130 Euro bezahlte ein 50-jähriger Neudorfer regelmäßig nicht.
Foto: Arne Poll
Was wir bereits wissen
Ein Neudorfer hat es sich regelmäßig in Restaurants gut schmecken lassen. Gezahlt hat er aber in sechs Fällen nicht. Jetzt wird er im Knast beköstigt.

Duisburg.. Jeder hat das Recht, ein Strafurteil des Amtsgerichts vor dem Landgericht überprüfen zu lassen. Doch zuweilen grenzt dieses Ansinnen an eine Unverschämtheit. So bei dem notorischen Zechpreller, der am Freitag in der Berufung versuchte, um einen Aufenthalt hinter Gittern herumzukommen.

Das Amtsgericht hatte den 50-jährigen Neudorfer im September 2014 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. In sechs Fällen hatte er im März 2014 innerhalb von zwei Wochen in Restaurants in der Innenstadt üppig gespeist. Die Rechnungen zwischen 60 und 130 Euro war er allerdings schuldig geblieben. Obendrein hatte man ihn bei einer Zugfahrt ohne Fahrschein erwischt.

Einschlägig aufgefallen

Der 50-Jährige versuchte sich zu verteidigen: Ausnahmsweise habe er gerade mal eine Arbeit gehabt, doch sein Chef habe ihm den Lohn nicht überwiesen. Er habe kein Geld gehabt, sei so depressiv geworden, dass ihm alles egal gewesen sei; auch der Umstand, dass seine Tafelfreuden regelmäßig mit Besuchen der Polizei endeten.

Diesen Rechtfertigungsversuch nahmen ihm die Richter nicht so ganz ab. Denn der 50-Jährige war in den vergangenen zehn Jahren bereits mehrfach einschlägig aufgefallen. Wegen Zechprellerei in 27 Fällen - manchmal hatte er zweimal an einem Tag Gastronomen um ihr Geld gebracht - hatte er schon einmal hinter Gittern gesessen. Zu einem Gerichtstermin in Düsseldorf war der Angeklagte außerdem per Bahn angereist - ohne Fahrschein, versteht sich.

Keine positive Sozialprognose

Dass es mit der Rechtstreue des Angeklagten nicht weit her ist, bewies zudem der Umstand, dass er zur Tatzeit schon unter Bewährung stand. Und nur wenige Tage nach dem jetzt angefochtenen Urteil war er erneut ohne Ticket in der Bahn erwischt worden.

Die Berufungskammer sah sich außerstande, dem Mann eine positive Sozialprognose auszustellen und die Strafe noch einmal zur Bewährung auszusetzen. Daran änderte auch der Umstand nichts mehr, dass der 50-Jährige inzwischen einen Teil der Rechnungen beglichen hat. Die acht Monate hinter Gitter werden sich wohl noch um eine viermonatige Bewährungsstrafe, die nun aller Voraussicht nach widerrufen wird, verlängern.