Duisburger Youtube-Aufsteiger Eren Bektaş platzt der Kragen

Eren Can Bektaş kann den "Hass" nicht verstehen, den ihm einige im Internet und auf der Straße entgegen bringen.
Eren Can Bektaş kann den "Hass" nicht verstehen, den ihm einige im Internet und auf der Straße entgegen bringen.
Foto: Fabian Strauch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Eren Can Bektaş (17) begeistert mit seinen Coversongs auf Youtube und Facebook rund 90.000 Fans. Mit der Berühmtheit kamen aber auch die Beleidigungen.

Duisburg.. "Es ist nicht auszuhalten. Es ist einfach nicht mehr auszuhalten. Ich zweifle an dieser Menschheit", sagt Eren Can Bektaş sichtlich genervt. Der 17-jährige Duisburger, dessen Amateur-Musikvideos immerhin rund 90.000 Leuten bei Facebook und Youtube gefallen, hat ein Video veröffentlicht, in dem er keineswegs harmonische Töne anschlägt. Denn parallel zu seiner wachsenden Fangemeinschaft wächst auch die Zahl der Kommentatoren, die offenbar nicht viel von dem jungen Duisburger halten. Die Beleidigungen wurden mehr, und sie wurden ausfallender.

"Ich habe versucht, diesen Hass runter zu schlucken, diese Leute zu ignorieren, aber irgendwann ging es nicht mehr", sagt Bektaş im Gespräch mit dieser Redaktion. Auch Tage nach der Veröffentlichung seines Wut-Videos kocht es noch in ihm. Er sucht nach den richtigen Worten, um seinen Ärger zu beschreiben, weil er weiß, dass er sich selbst in seinem Video im Ton vergriffen hat ("Ihr Pisser", ihr "Nutten"). "Ich bin nur ein ganz normaler 17-jähriger Junge, der versucht, mit Videos hochzukommen. Wenn den Leuten nicht passt, was ich mache, brauchen sie es sich doch nicht anschauen", sagt Bektaş.

Anfeindungen in der Schule und auf der Straße

Cyber-Mobbing Und dann berichtet der Schüler, dass er zuletzt nicht nur im Netz angegangen, sondern auch mehrfach auf der Straße attackiert worden sei. Im Mai sei eine Situation auf einer Kirmes gar so bedrohlich gewesen, dass Bektaş sich und seine beiden Freunde von seinem Onkel abholen lassen musste. "Ein paar Mädels haben mich erkannt und kamen zu uns rüber. Das hat einer größeren Jungengruppe nicht gefallen. Die wollten uns dafür schlagen", so Bektaş. Und auch an seiner Schule, dem Landfermann-Gymnasium, gebe es Mitschüler, die sich über ihn lustig machen würden.

Die Familie des 17-Jährigen ist zwar erschrocken über die Anfeindungen, die ihr Sohn erlebt, unterstützt ihn aber dennoch bei der Realisierung seines Traumes von einer Karriere im Musikgeschäft. Die ersten Hürden hat Bektaş auch schon genommen: Mit seinen Facebook- und Youtube-Videos hat er die Aufmerksamkeit des Kölner Produzententeam um Dennis Lydorf von Delyxe Music auf sich gelenkt. Seinen ersten Plattenvertrag unterschrieb er im April. In den Sommerferien arbeitet Bektaş an seinem Debütalbum, das noch in diesem Jahr erscheinen soll.