Das aktuelle Wetter Duisburg 15°C
Extremsport

Duisburger will 100 Kilometer durch die Sahara laufen

10.02.2012 | 11:10 Uhr
Duisburger will 100 Kilometer durch die Sahara laufen
Anderthalb Nummern zu groß sind die Laufschuhe von Extremsportler Martin Jansen. Bei Läufen in extremer Hitze, wie er sie betreibt, schwellen die Füße durch Wärme und Belastung stark an. Foto: Daniel Elke / WAZ FotoPool

Duisburg.   Während in Europa eisige Temperaturen herrschen, bereitet sich der Extremsportler Martin für eine heiße Herausforderung vor: Im März will er am Wüstenlauf quer durch die Sahara teilnehmen. Dann erwarten ihn dort tagsüber Temperaturen von über 30 Grad am Tag.

Zwei Extremläufer haben wir getroffen: Der eine wagt die Strapaze in eisiger Kälte beim „Brockenlauf“ im Harz, der andere stellt sich im März der Hitze eines Wüstenlaufes durch die Sahara. Wie er sich fit für die Wüste macht, erzählt Martin Jansen:

Er kauft seine Laufschuhe stets anderthalb Nummern größer. „In der Wüste schwellen durch Wärme und Belastung die Füße stark an. Und größere Schuhe sind da gut gegen Blasenbildung.“ Der 35-Jährige sollte vielmehr darauf achten, dass es keine Brandblasen werden. Denn ihm steht die hitzigste seiner bisherigen Herausforderungen bevor: die „100 Kilometer del Sahara“. Ein Wüstenlauf, der von Ost nach West quer durch Tunesien führt. Und dort herrschen zum Lauftermin Anfang März bereits Temperaturen von über 30 Grad am Tag.

Fünf Etappen an vier Tagen

Der Extremläufer Martin Jansen aus Duisburg-Neudorf wird an dem Wüstenrennen - 100km del Sahara - in Tunesien teilnehmen. Foto: Daniel Elke / WAZ FotoPool

In fünf Etappen an vier Tagen gilt es für die auf exakt 200 Teilnehmer begrenzte Gruppe, das Ziel zu erreichen. Der längste Abschnitt ist ein voller Marathon über 42,195 km im heißen Sand. Und ein sieben Kilometer langes Teilstück muss nachts bewältigt werden. Da zeigt sich besonders die Tücke der Wüste als Sport-Arena: So heiß es tagsüber ist, so bitterkalt wird es in der Nacht.

„Wir schlafen in Berberzelten. Unser Hauptgepäck wird in Jeeps transportiert. Im Rucksack haben wir alle nur unsere Pflichtausrüstung dabei“, so Jansen. Dazu gehören 1,5 Liter Wasser, Salztabletten und eine Signalrakete für Notfälle. Eine Fotokamera steckt der Neudorfer ebenfalls ins Gepäck. Eindrucksvollere Motive als dort gibt es kaum zu finden. Veröffentlichen will er sich nach der Rückkehr in die Heimat auf seiner Internet-Homepage.

Bezeichnung Extremsportler ist hart erarbeitet

Dieser Name ist tatsächlich Programm. Denn Martin Jansen wanderte schon allein durch halb Lappland, er hat den Jakobsweg gemeistert, fuhr mit dem Fahrrad von Mailand nach Düsseldorf und kletterte auf den in 5895 Meter Höhe gelegenen Gipfel des Berges Uhuru Peak in Kenia. Die Bezeichnung „Extremsportler“ hat sich der gebürtige Essener, der lange in Mülheim gelebt hat und 2008 nach Duisburg gezogen ist, wirklich hart erarbeitet. Dieser Wüstenlauf ist die nächste Prüfung für seinen inneren Schweinehund.

„Ich will es schaffen. Ich will mir bewiesen, dass ich das kann“, sagt Jansen. Doch bei allem Ehrgeiz lautet sein allerwichtigstes Ziel: gesund und sicher ankommen.

Damit das klappt, will das bekennende und rennende Mitglied des ASV Duisburg auf keinen Fall ganz allein laufen. „Ich suche mir eine Gruppe, die ein ähnliches Tempo hat. Es sollen alle 200 Meter Fahnen als Wegesmarkierungen aufgestellt sein. Doch ein mulmiges Gefühl bleibt, wenn ich allein unterwegs wäre. In der Wüste kann man sich auch ganz schnell verlaufen.“

Spezialbrille schützt vor feinem Wüstensand

Um Wüstentauglichkeit zu erlangen, hat Jansen seine Ausrüstung angepasst: Eine Plastikbrille – so voluminös, dass jeder Skiläufer ehrfürchtig staunen würde – schützt die Augen vor feinsten Sandkörnern. Über seine Spezialschuhe zieht er zusätzlich Wüstengamaschen. Doch auch die beste Ausstattung hilft nicht, wenn die „Puste“ versagt. Deshalb gibt Jansen, der nebenher noch richtig gut Badminton spielt, in zehn Trainingseinheiten pro Woche Vollgas. „Brockenläufer“ Richter (hier zum Portrait des Extremsportlers ) kennt er übrigens nicht, obwohl der auch in Neudorf lebt. Dabei wären beide ideale Trainingspartner. Bei dem Pensum. . .

Thomas Richter



Kommentare
Aus dem Ressort
DNA-Spur führte nach 16 Jahren zu mutmaßlichem Sexualtäter
Prozess
Ein damals 19-jähriger Duisburger soll 1998 eine 75-Jährige missbraucht haben. Damals hatte der Vergewaltiger die Frau gezwungen ihn nach der Tat mit einem Taschentuch zu säubern. Jetzt konnten die DNA-Spuren aus dem Taschentuch einer Person zugeordnet werden. Die Frau ist inzwischen verstorben.
Verbaler „Showdown“ pro und contra Gefahrstofflager
Gefahrstofflager
Montag und Dienstag lädt die Bezirksregierung alle interessierten Bürger zur Expertenanhörung in die Rheinhausenhalle . Dann diskutieren Experten alle Fragen zum Talke-Gefahrstofflager. Rederecht haben aber nur für Bürger, die schriftlich Einspruch einlegten
Vor Duisburger Privatschule staut sich der Autoverkehr
Straßenverkehr
Fast täglich steht Michael Schmidt auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz vor der privaten St.-George’s School im Stau. Dienstpersonal und Eltern, die die Kinder abholen, blockieren die ganze Straße. Über Lösungsmöglichkeiten für das Problem diskutierte er jetzt mit Schulleiter Robert Troilett.
Polizei fasst mit drei Haftbefehlen gesuchten Duisburger
Haftbefehl
Seine Freiheit büßte am Donnerstagmorgen vorübergehend ein 43-Jährigen in Duisburg-Laar ein. Die Polizei nahm den mit gleich drei Haftbefehlen Gesuchten fest. Der Duisburger war der Streife wegen seiner unsicheren Autofahrweise aufgefallen. Der 43-Jährige stand unter Drogen- und Alkohol-Einfluss.
Warum es beim Köln-Spiel wenig Parkplätze an der Arena gab
Pokalspiel
MSV-Fans, die Dienstagabend mit dem Auto zum Pokalspiel gegen Köln fuhren, mussten länger als sonst einen Parkplatz suchen. Rund um die MSV-Arena hatte die Stadt Duisburg für die Begegnung zusätzliche Parkverbote eingerichtet. Warum in so vielen Straßen nicht geparkt werden durfte.
Mercator-Stühle auf der Bahnhofsplatte
Es geht endlich weiter mit der Gestaltung der kahlen Bahnhofsplatte. Mercator-Stühle und eine Lange Bank hatten sich Bürger gewünscht. Wie finden Sie das?

Es geht endlich weiter mit der Gestaltung der kahlen Bahnhofsplatte. Mercator-Stühle und eine Lange Bank hatten sich Bürger gewünscht. Wie finden Sie das?

 
Fotos und Videos
Horrorhaus
Bildgalerie
Fotostrecke
Rundgang durch Beeck
Bildgalerie
Stadtteile