Duisburger Wagenburg-Bewohner kritisieren Richter

Es gab in der Vergangenheit mehrere (Protest-) Aktionen für den Erhalt des Bauwagenplatzes.
Es gab in der Vergangenheit mehrere (Protest-) Aktionen für den Erhalt des Bauwagenplatzes.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Gerichtlich festgesetzte Räumung des Duisburger Bauwagenplatzes bis 31. Mai konterkariere politischen Willen. Hoffnung auf Gespräche mit der Stadt.

Duisburg.. Die Bewohner des Bauwagenplatzes in Homberg legen noch einmal nach: Nachdem das Amtsgericht Ruhrort der städtischen Räumungsklage stattgeben hat, muss sich Richter Hilland harte Kritik gefallen lassen.

Sein Ratschlag, dass sich die Wagenburg-Leute gegebenenfalls einen neuen Standort suchen sollen, zeige, dass er sich mit der Thematik nicht ausreichend befasst habe. Denn es sei längst klar, dass die Stadt kein Ersatzgelände anbieten könne. Außerdem konterkariere der Richter mit seiner Entscheidung, dass der Bauwagenplatz bis 31. Mai dieses Jahres geräumt werden muss, den politischen Willen. Die Bewohner verweisen auf den mehrheitlichen Beschluss der zuständigen Bezirksvertretung in einer Sondersitzung am 24. September 2015, nach dem der Platz an der Ehrenstraße auf reduzierter Fläche erhalten bleiben soll.

Wie Sprecher Fred Walt jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilt, werde man nach einer internen und einstimmigen Entscheidung gegen das Urteil Berufung einlegen.

Mehr als 1730 Unterschriften

Allerdings hofft er, dass darüber am Landgericht nicht verhandelt werden muss, sondern die bereits angekündigten und in Kürze stattfindenden Gespräche mit der Stadt noch zu einer zufriedenstellenden Lösung führen. Nach Angaben der Bauwagenplatz-Bewohner wurden über eine Online-Petition bereits mehr als 1730 Unterschriften für den Erhalt des Platzes gesammelt. Dort leben aktuell zwölf Menschen in elf Wagen, dazu gibt es vier Gemeinschaftswagen. Ein Wagen war kürzlich abgebrannt. Wie Polizeisprecher Ramon van der Maat mitteilt, war ein unbeaufsichtigt gelassenes Feuer in einem offenen Kohleofen die Ursache. Verletzt wurde niemand. Es geht um fahrlässige Brandstiftung. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft.