Duisburger Tierheim muss Aufnahmestopp für Katzen verhängen

Unsere Fotos zeigen eine Auswahl aus dieser Galerie.
Unsere Fotos zeigen eine Auswahl aus dieser Galerie.
Foto: Tierheim Duisburg
Was wir bereits wissen
Das Tierheim in Duisburg-Neuenkamp zieht zum zweiten Mal die Notbremse. Zu viele Fundtiere und eine Sicherstellung von über 40 Katzen und Katern aus einer Wohnung haben die Kapazitäten erschöpft. Einige der Tiere könnten Besitzer haben, die ihre Katzen als vermisst meldeten.

Duisburg.. Nichts geht mehr. Weil die Unterbringungskapazitäten erschöpft sind, hat das Duisburger Tierheim erneut einen Aufnahmestopp für Katzen verhängt. Es ist das zweite Mal, dass der Verein Tierschutzzentrum, der das städtische Tierheim an der Lehmstraße in Neuenkamp betreibt, zu dieser rigorosen Maßnahme greifen muss. Nach einer Überbelegung im Jahr 2012 als gut 200 Tiere sämtliche Räumlichkeiten bevölkert hatten, traf der Verein die Entscheidung, bei gut 140 Katzen die Notbremse zu ziehen.

„Wir nehmen keine gesunden Fundkatzen und keine Tiere aus privater Haltung mehr an. Das dient dem Schutz dieser Tiere“, erklärt Monika Lange, Vorsitzende des Tierschutzzentrums. Denn jede Katze, die ins Tierheim kommt, muss zunächst in die Quarantäne. Hier können 70 Samtpfoten untergebracht werden, die erst einmal auf Krankheiten untersucht werden, um zu verhindern, das andere Tiere sich anstecken. Bei einer Überbelegung könnte das kaum unterbunden werden.

Nicht übereifrig handeln

Dieser Engpass, der zum aktuellen Aufnahmestopp führte, stehe im direkten Zusammenhang mit der Sommerzeit, sagt Monika Lange: „In dieser Zeit werden viele Katzenwelpen geboren. Die Wurzel des Übels ist, dass viele Katzenbesitzer ihre Tiere unkastriert draußen rumlaufen lassen. Werden die dann unbeabsichtigt trächtig, wird der Wurf zuweilen bei uns abgegeben oder ausgesetzt, von anderen gefunden und auch zu uns gebracht.“ Zudem gebe es unzählige verwilderte Katzen im Stadtgebiet, die ebenfalls bis zu zwei Mal im Jahr vier bis sechs Nachkommen zur Welt bringen können.

„Weil die Menschen sich im Sommer öfter draußen aufhalten, stoßen sie dann auch eher auf Katzenmütter und ihre Jungen“, weiß Monika Lange aus Erfahrung. Sie rät allerdings allen, die solche Findelkatzen im Schrebergarten oder wo immer auch sonst entdecken, diese zunächst aus der Ferne zu beobachten. „Zumeist hat sich nämlich die Mutter nicht aus dem Staub gemacht und ihre Jungen zurückgelassen.

Über 40 Katzen in einer Wohnung gefunden

Doch wenn Menschen sich dem Wurf zu sehr nähern, versteckt sich auch die Mutter.“ Erst mit gebührendem Abstand könne man beurteilen, ob die Kleinen verlassen wurden oder sich die Mutter weiter kümmert. „Wenn das Muttertier das tut und die Kleinen gut aussehen, sollte man sie auch dort belassen. Da sind sie besser aufgehoben als bei uns“, appelliert Monika Lange an die Duisburger Bevölkerung, nicht übereifrig zu handeln.

Den Druck im Tierheim erhöht hat zudem eine große Sicherstellung im Stadtteil Rheinhausen, über deren nähere Umstände gestern beim Ordnungsamt nichts in Erfahrung zu bringen war. Nach Kenntnis von Monika Lange war die Tierschutzabteilung des Ordnungsamtes Anfang Juli davon in Kenntnis gesetzt worden, dass es in einer Wohnung in Rheinhausen jede Menge Katzen gibt. „Bei einem Besuch dieser Wohnung haben dann die Beamten über 40 Katzen und Kater in dieser Wohnung vorgefunden, sichergestellt und zu uns gebracht“, schildert Monika Lange den Vorfall soweit er ihr bekannt ist.

„Andererseits“, so die Vorsitzende des Vereins Tierschutzzentrum, „gibt es gleichzeitig eine auffallend hohe Zahl von Vermisstenmeldungen zu Katzen aus Rheinhausen. Da liegt die Vermutung nahe, dass diese Person, die so viele Katzen in der Wohnung gehalten hat, die Tiere möglicherweise auf der Straße aufgesammelt und mit zu sich nach Hause genommen hat.“

Galerie im Internet

Das Problem sei, dass die meisten der Tiere nicht gechipt seien. Lange: „Ansonsten könnten wir schnell über den Computer den rechtmäßigen Besitzer ausfindig machen und ihm sein Tier zurückbringen.“

Um zu vermeiden, dass nun alle Rheinhauser, die ihr Tier vermissen, im Tierheim auflaufen und eine Menschenflut verursachen, derer die Mitarbeiter auch nicht Herr werden können, hat das Tierheim auf seiner Internetseite jeweils eine Galerie der sichergestellten Katzen und Kater veröffentlicht.

Wer meint, sein Tier wiederzuerkennen, sollte sich beim Tierheim zuvor anmelden (Telefon: 0203/93 55 090). Zudem sollte man einen Nachweis mitbringen, dass es sich um die vermisste eigene Katze handelt. Eigene Fotos könnten da zum Beispiel ganz hilfreich sein.

Eine Besichtigung aller Tiere ist zur Zeit nicht möglich. Die Katzen befinden sich noch im Quarantäne-Bereich, da einige von ihnen Schnupfen haben. Bei anderen vermuten die Mitarbeiter des Tierheims, dass sie trächtig sind.