Duisburger tauschen Auto gegen Fahrrad

Michael Kleine-Möllhoff radelt täglich nach Essen zum Arbeitsplatz. Beim Stadtradeln verzichtet er drei Wochen lang als „Radel-Star“ völlig auf das Auto.
Michael Kleine-Möllhoff radelt täglich nach Essen zum Arbeitsplatz. Beim Stadtradeln verzichtet er drei Wochen lang als „Radel-Star“ völlig auf das Auto.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Stadtradeln können die Bürger drei Wochen lang etwas für Klima und Gesundheit tun. Bislang machen 416 Bürger mit, weitere können sich noch anmelden.

Duisburg.. Teilsperrung der A40, rappelvolle Autobahner, dichter Berufsverkehr: Mehr Argumente braucht kein Duisburger, um am Montag bei lauen Temperaturen unter strahlender Morgensonne ins Büro zu radeln. Insgesamt 416 Bürger setzen in den nächsten drei Wochen auf die organisierte Bewegung per Muskelkraft. Beim „Stadtradeln“ tauschen sie den Autositz gegen den Fahrradsatte.

Zum achten Mal startet das Klima-Bündnis, das Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas, die Radel-Aktion, bei der die beteiligten Kommunen um die Wette Fahrradkilometer sammeln. Ganz achtbar haben sich die Duisburger da bei ihrem ersten Antritt im vergangenen Jahr geschlagen. „Am Ende hatten wir rund 500 Teilnehmer, die rund 125 000 Kilometer gefahren sind“, bilanziert Karl-Heinz Frings vom Umweltamt, der auch die aktuelle Aktion betreut. Zahlen die zeigen: Auch wenige Kilometer am Tag summieren sich über die drei Wochen zur stattlichen Strecke. Im Durchschnitt strampelte im vergangenen Jahr jeder „Stadtradler“ 250 Kilometer.

Nur ein einziger Ratsherr dabei

Die Feststellung zum Start 2015: Der Enthusiasmus ist ausbaufähig. Kurz vor dem Start zur kleinen Auftakt-Tour in den Rheinpark, zu der eine Stadtradel-Gruppe am Montagabend an der Königstraße aufbrach, hatten sich 416 Teilnehmer gemeldet. Wenn’s gut läuft, kann Duisburg zumindest das Meldeergebnis des vergangenen Jahres einstellen.

Ob es zu einem Spitzenplatz unter den sportlichsten Städten reicht, muss das Ergebnis zeigen. Sicher scheint schon jetzt: Bei der Ermittlung der „fahrradaktivsten Kommunalparlamente“ – auch die werden bei der Aktion ermittelt – droht der Stadt die rote Laterne. Von den 84 Mitgliedern des Rates geht einzig Alan Imamura (AfD) als tretendes Beispiel voran, als Bezirksvertreter sind Michael Kleine-Möllhoff (Süd) und Herbert Führmann (Hamborn) mit im Sattel – beide sind als Vorstandsmitglieder des Fahrradclubs ADFC allerdings radelnde Überzeugungstäter, Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz und Planungsamtsleiter Hendrik Trappmann sind quasi Pflicht-Teilnehmer, aber beide überzeugte Hobbyradler.

Das müssen auch die „Radel-Stars“ sein, die während der Aktion drei Wochen lang ganz auf das Auto verzichten. Michael Kleine-Möllhoff aus Wedau ist erneut dabei, eine Premiere ist es für Gerrit Pape, der aus Buchholz zum Job bei der Targo-Bank radelt. Nicht ihren Pkw, sondern nur den Schlüssel gaben beide am Montag symbolisch ab. So bleibt für Notfälle noch der Zweitschlüssel.