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Höhenrekord

Duisburger Student stieg 7020 Meter hoch im Ballon auf

15.02.2012 | 18:29 Uhr
Duisburger Student stieg 7020 Meter hoch im Ballon auf
Der Duisburger Student Benjamin Eimers flog mit seinem Gasballon 7020 Meter hoch und brach damit einen 15 Jahre alten Rekord..

Duisburg.   Der Duisburger Student Benjamin Eimers stieg mit seinem Gasballon in eine Höhe von 7020 Metern auf und brach damit einen 15 Jahre alten Rekord - der lag bei grade mal 4600 Metern. Höhenangst war für den 26-Jährigen dabei kein Thema.

7020 Meter hoch - höher ist vor ihm noch kein Gasballonfahrer in Deutschland gefahren. Der Duisburger Informatikstudent Benjamin Eimers hat mit dieser Höhe am 11. Februar einen 15 Jahre alten Rekord gebrochen - der lag bei gerade mal 4.600 Metern mit einem Gasballon der Größe.

Wie war es denn da oben? „Kalt“, sagt der 26-jährige lachend, „zeitweise waren es Minus 32 Grad“. Bei der Temperatur würden Stifte nicht mehr schreiben und die Displays der Messgeräte sein nur noch schwer lesbar.

Und wie ist das mit der Höhenangst? „Wenn man im Ballonkorb steht, fehlt der Bezug zur Erde“, erklärt Eimers, „Höhenangst ist eine reine Kopfsache - einige, die schon mit mir mitgeflogen sind, erzählen, dass sie auf hohen Türmen oder Leitern Angst hätten, im Ballonkorb aber nicht“. Das läge daran, dass man die Höhe durch fehlende Mauern oder ähnliches anders wahrnehme. „Und ich kenne sowieso keine Höhenangst, weil ich das von Kindesbeinen an gewohnt bin, im Ballonkorb mitzufahren.“

Berühmte Fußstapfen

Mit vier Jahren ist er das erste Mal in einem Ballon mitgeflogen - mit seinem Vater. „Beim Ballonsport ist das genauso wie bei anderen Sportarten - Michael Schumacher und Nico Rosberg zum Beispiel stammen auch aus Rennfahrerfamilien“.

Heißluftballon vs. Gasballon
Die Füllung macht den Unterschied
Die Füllung macht den Unterschied

Im Gegensatz zu Heißluftballons sind Gasballons selten - laut Benjamin Eimers gibt es weltweit nur noch ungefähr 80 Stück davon. Ein so kleiner Ballon, wie er ihn für den Rekord geflogen hat, ist noch seltener - davon gäbe es nur drei Stück weltweit. Gasballons werden im Gegensatz zu Heißluftballon mit sogenanntem Traggas befüllt. Benjamin Eimers’ Ballon beispielsweise fliegt mit Wasserstoff, manche verwenden aber auch das Edelgas Helium, was nicht so leicht brennbar ist wie Wasserstoff. Der Ballon fliegt, weil das Gas eine geringere Dichte als die ihn umgebende Luft besitzt - das führt zum Auftrieb. Gasballone können bis zu vier Tage lang am Stück in der Luft sein, Heißluftballons dagegen nur einige Stunden. Gasballon-Startplätze befinden sich meist an Orten, an denen eine kostengünstige Wasserstoffversorgung gesichert ist - die befinden sich oft in Industrie-Nähe. Für den Startplatz in Gladbeck, von dem aus die Piloten aus Eimers’ Verein starten, wurde im Jahr 2006 extra eine Gas-Pipeline gelegt - sie wird vom Chemiepark Marl aus versorgt.

Benjamin Eimers tritt in berühmte Fußstapfen - sein Vater Wilhelm Eimers ist dreifacher Gasballonweltmeister und war 1994 der erste Mensch, der mit einem Ballon von Deutschland nach Großbritannien fuhr, um später in Irland zu landen. Solch lange Fahrten hat auch schon Eimers Junior hinter sich - er fuhr mit seinem Vater 46 Stunden nach Polen.

Die längste Zeit, die er alleine in dem kleinen Gasluftballon verbrachte, war ein wenig mehr als 24 Stunden. Und selbst wenn er mit der Beobachtung aller Instrumente und dem Halten des Funkkontakts dort oben viel zu tun hat, sind solche langen Flüge schon ein wenig einsam. „Da guckt man schon mal so zwei, drei Stunden einfach nur raus und genießt den Ausblick“.

15 Jahre alter Rekord

Bei dem Höhenrekord war Eimers allerdings nur etwas über einer Stunde in der Luft. „Da macht dann auch die Kälte im Gesicht nicht so viel aus wie wenn man länger oben ist.“ Der geglückte Rekordversuch am 11. Februar, bei dem der Ballon zeitweise mit einer Geschwindigkeit von 137 Kilometer pro Stunde fuhr, hatte eine lange Vorlaufzeit.

„Man braucht das perfekte Wetter für solch eine Fahrt - möglichst keine Wolken am Himmel und kein Wind in Bodennähe, der die Ladung erschweren könnte. Und auch die Windrichtung muss stimmen“, erklärt der 26-jährige, „außerdem muss es sehr kalt sein - in den Wochen vorher ist es nie kalt genug gewesen für diesen Flug“. Kalte Luft sei schwerer als warme - dadurch habe der Ballon einen besseren Auftrieb. Je kälter die Luft sei, desto höher komme man mit dem Ballon.

Der Aufstieg ging schnell - fünf Meter pro Sekunde legte Benjamin Eimers zurück. Den Druck auf den Ohren beim Aufsteigen nimmt der Student sportlich: „Ballonfahren ist generell ein sehr anstrengender Sport - dort oben geht alles langsamer, jede Bewegung kostet viel mehr Kraft als unten“.

Außerdem habe man die Grenze, an der die Luft so dünn ist, dass man ein Sauerstoffgerät braucht, schnell erreicht. „Wenn das dann ausfällt, hat man bei der dünnen Luft da oben nur eine Minute lang einen klaren Kopf, um das Ersatzgerät aufzusetzen“. Und ist es dort oben so friedlich, wie man sich das vorstellt? „Bis 1000 Meter hört man jedes Hundebellen und vor allem Autobahnen“, verneint Eimers, „weiter oben sind es dann Flugzeuge“.

Informationen zum Verein

Wer sich für den Gasballon-Sport interessiert, kann sich an Benjamin Eimers’ Verein wenden, der sich auch um den Ballonstartplatz in Gladbeck, von dem aus der Rekordflug gestartet wurde, kümmert.

Alle Informationen zu dem „Niederrheinischen Verein für Luftschifffahrt 1902 e.V.“ gibt es unter der Telefonnummer 02043- 276 497 und im Internet: www.ballon.org.

Jule Körber

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2012-02-15 18:29
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