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Duisburger Steinbart-Gymnasium unterrichtet Filmgeschichte

02.03.2016 | 11:00 Uhr
Duisburger Steinbart-Gymnasium unterrichtet Filmgeschichte
Vanessa Walter (17), Karim Schlotter (18) und Dustin Renken (18) besprechen mit ihrer Lehrerin Bozena Leschczyk (v.l.) nicht nur Gemälde, sondern auch Bewegtbilder.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Kinoklassiker statt Ölgemälde: Der Kunst-Grundkurs im Steinbart-Gymnasium bespricht nicht nur Bilder auf Leinwand, sondern auch auf Zelluloid und DVD.

Edward Cullen war gestern. Wenn bei Vanessa (17), Dustin (18) und Karim (18) Vampire über den Bildschirm fliegen, dann sind es Nosferatu oder Roman Polańskis Graf Krolock. Im Kunstunterricht drücken die drei Zwölftklässler des Steinbart-Gymnasiums nicht nur Schulbänke, sondern auch die Kinositze im Filmforum. Möglich macht es das Programm „Klassiker sehen – Filme verstehen“.

Die Deutsche Filmakademie hat dafür Unterrichtskonzepte und spezielle Fortbildungen entwickelt, bei denen sich Kunstlehrerin Bozena Leschczyk zur Fachfrau für Filmgeschichte hat ausbilden lassen. „Da an Schulen immer mehr die Medienkompetenz erweitert werden muss, passt das super.“ Seitdem bespricht sie mit ihren Schülern im Kunstunterricht nicht nur den klassischen Abi-Stoff, sondern auch mal Western-Klassiker wie „Zwölf Uhr mittags“. Filme schließlich seien eng verwandt mit gemalten Bildern: „Es sind Bilder, die eine Abfolge zeigen. Ich finde, dass man in Filmen, die gut gemacht sind, mindestens genauso viel über die Entstehungszeit erfährt.“

Pro Quartal zwei Kinofilme mit Nachbesprechung

Über zwei Jahre läuft das Programm, in jedem Quartal gibt es ein neues Oberthema: Stummfilme, Streifen der 50er-Jahre und Western standen schon auf dem Programm. Demnächst soll es um Animationen gehen. Im Filmforum werden dazu zwei Filme in – meist englischsprachiger – Originalfassung gezeigt. Einen Tag später kommt ein Vertreter der Deutschen Filmakademie in den Unterricht und bespricht die Filme. „Die Nachbesprechungen sind sehr interessant, weil wir da nochmal genau auf Einzelheiten eingehen, auf die wir vielleicht sonst nicht achten würden“, sagt Schüler Karim.

Nach der Stunde leihen die angehenden Abiturienten aus einer Kiste weitere DVDs zum Oberthema aus und bearbeiten in Kleingruppen Aufgaben. Auf der Couch zurücklehnen und nur Chips essen ist da nicht drin. „Am Anfang war es eine komplette Umstellung. Man schaut ja Filme, die man privat sonst nie gesehen hätte“, meint Vanessa. „Man guckt auch nicht ganz normal, sondern konzentriert sich auf Besonderheiten, wie zum Beispiel die Kameraperspektiven“, fügt Karim hinzu.

Analysen von „Metropolis“ bis „Gran Torino“

Manchmal müssen auch die Hauptfiguren genau analysiert und verglichen werden, so wie es der 18-jährige Dustin bei „Gran Torino“ und „Dirty Harry“ gemacht hat: „Da beide Charaktere von Clint Eastwood gespielt werden, gibt es dort viele Parallelen“, erklärt der 18-Jährige ganz fachmännisch. Auch mitTechnik und Kulisse kennt er sich mittlerweile aus und kann aus dem Stehgreif über die Dreharbeiten von „Metropolis“ (1927) erzählen. Während Vanessa die Entwicklung des Vampir-Genres besonders interessant fand, war Karim sofort Feuer und Flamme für die James-Dean-Streifen der 50er.

Wenn die Drei heute ins Kino gehen, schauen sie mit anderen Augen hin. Karim: „Ich musste schon oft ein bisschen Schmunzeln, wenn ich Stilmittel wiedererkannt habe.“

Info:
„Klassiker sehen – Filme verstehen“ ist ein Projekt der Deutschen Filmakademie und der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Reihe wendet sich an Schüler der Mittel- und Oberstufe. Die Projektteilnahme ist kostenlos. Im Vorfeld findet eine Lehrerfortbildung statt. Infos und Material auf: www.filmklassiker-schule.de

Anna Erns und Sabrina Szameitat

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Duisburger Steinbart-Gymnasium unterrichtet Filmgeschichte
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2016-03-02 11:00
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