Duisburger Steinbart-Gymnasium liegt bei Neuanmeldungen vorn

Das Mercator-Gymnasium führt zum neuen Schuljahr ein Sportprofil ein. Von Konkurrenz wollen die Rektoren der Innenstadt-Gymnasien nicht viel wissen.
Das Mercator-Gymnasium führt zum neuen Schuljahr ein Sportprofil ein. Von Konkurrenz wollen die Rektoren der Innenstadt-Gymnasien nicht viel wissen.
Foto: fotoagentur-ruhr
Was wir bereits wissen
Aber: Rund 30 Kinder werden abgelehnt – und auf die anderen Innenstadt-Gymnasien verteilt. Rektoren sind mit den Zahlen zufrieden.

Duisburg/Mitte.. Spieglein, Spieglein an der Wand – welches ist das beliebteste Gymnasium im Land? Zumindest für den Bereich Duisburg-Mitte, in dem vier Gymnasien um die Gunst der Schüler konkurrieren, gibt es nun eine Antwort. Die Stadt hat die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen veröffentlich.

Das „Steinbart“ kann sich vor Anmeldungen kaum retten, das „Hildegardis“ hat am deutlichsten verloren – worüber Rektor Christoph Oster aber nicht allzu unglücklich ist. „Mercator“ und „Landfermann“ bleiben im Vergleich zum Vorjahr gleichauf und werden vielleicht ein paar Nachzügler aufnehmen, die am „Steinbart“ keinen Platz bekommen haben. Von einer Konkurrenzsituation, wie es sie in verschärfter Form vielleicht früher einmal gab, wollen die Schulleiter ohnehin nicht mehr viel wissen. Gabriele Boden, Rektorin des Mercator-Gymnasiums: „Herr Haering, Herr Buchthal und ich arbeiten vertrauensvoll zusammen, es gibt mittlerweile gemeinsame Lehrerfortbildungen.“

Neuer Sport-Schwerpunkt

An der Sportklasse liege der Andrang nicht, schätzt Ralf Buchthal, Rektor des Landfermann. Er könne sich eher vorstellen, dass die Kinder, die sich sonst beim Hildegardis angemeldet hätten, nun das „Steinbart“ gewählt haben. Zwischen beiden Bildungseinrichtungen liegen nur wenige hundert Meter. „Wir haben auch nach unserem Tag der offenen Tür positive Rückmeldungen bekommen. Manchmal liegt es ja auch am Gefühl, dass die Kinder und Eltern haben, an welcher Schule sie sich anmelden.“ Allerdings muss Buchthal rund 30 Jungen und Mädchen enttäuschen. Verbunden sind die Ablehnungen aber mit Empfehlungen, welche Gymnasien noch Plätze frei haben. „Viele haben als Zweitwunsch beispielsweise das „Landfermann“ angegeben.“

Dort freut sich Rektor Christof Haering über einige Neuzugänge. „Kinder, die aus anderen Stadtteilen oder sogar aus Mülheim kommen, haben sich mit unserem Profil beschäftigt, finden es zum Beispiel gut, dass man bei uns Latein, Griechisch oder Japanisch wählen kann“, weiß Haering. Ansonsten habe die Schulwahl auch etwas mit Tradition zu tun. Wenn etwa schon die Geschwister oder Eltern auf dem „Landfermann“ waren, fällt beim Nachwuchs die Wahl eben auch auf diese Schule. Und manchmal liege es schlicht daran, für welches Gymnasium sich der beste Freund aus der Grundschule entscheidet. „Später, in der Oberstufe, verschwimmen die Grenzen sowieso. Da kooperieren wir mit dem Steinbart und Mercator, damit unsere Schüler möglichst viele Leistungskurse belegen können.“

Da man am „Mercator“ im Dellviertel in der Oberstufe einen Sport-Leistungskurs wählen kann, bietet das Gymnasium ab Sommer erstmals auch ein Sportprofil in der Unterstufe an. Bisher konnten sich Jungen und Mädchen zwischen einer Kreativ- und Naturwissenschaften-Klasse entscheiden. „Wir haben Schülern mit guten Noten eine Teilnahme an so einem Profil geraten. Sie bekommen dann zwei Extrastunden in dem Bereich“, erläutert Schulleiterin Gabriele Boden. Für Nachmeldungen gebe es nur noch ein paar Plätze.

„Wir sind ganz froh, dass das Interesse nicht gleich groß ist. Wir hätten eine fünfte Klasse gar nicht unter bekommen“, sagt Christoph Oster, Rektor des „Hildegardis“. Die Frage sei nur gewesen, wie viele Mädchen- und Jungen-Klassen es würden. Das steht nun fest: Drei reine Mädchen- und eine Jungen-Gruppe werden eingerichtet. Drei Jungs wurden abgelehnt, aber sie kamen auch ohne gymnasiale Empfehlung. Mit der Koedukation sieht sich Oster auf einem guten Weg. „Natürlich ist es ein bisschen unruhiger auf dem Pausenhof geworden. Die Jungs spielen mehr Ball, die Mädchen quatschen eher.“ Im Laufe der Zeit werden sich die Gruppen, auch im Unterricht, mischen.

Die Anmeldezahlen in Duisburg-Mitte fürs Schuljahr 2015/2016

Schule

Anmeldungen 2014

Aufnahme 2014

Anmeldungen 2015

Steinbart-Gymnasium 107 107 150
Mercator-Gymnasium 87 87 80
Landfermann-Gymnasium 137 131 129
Hildegardis-Gymnasium 144 144 106
Gesamtschule Mitte 187 166 190
Globus-Gesamtschule 101 131 121
Hauptschule Gneisenaustraße 26 36 11
Gustav-Heinemann-Realschule 107 108 65
Karl-Lehr-Realschule 78 81 82

120 Viertklässler mehr wechseln die Schule

Während die Stadt in den nächsten Jahren eher von einem Rückgang der Schülerzahlen ausgeht, gibt es für das Schuljahr 2015/2016 noch einmal einen Ausreißer nach oben. „Wir müssen rund 120 Kinder mehr unterbringen als im vergangenen Jahr, das sind vier bis fünf zusätzliche Klassen“, rechnet Ralph Kalveram vom Schulamt.

Insgesamt sei es schwierig, dass Wahlverhalten der Eltern vorherzusagen. „Wir stellen fest, dass die Eltern in der Regel die Schulform mit dem höchsten Abschluss bevorzugen.“ Die Gymnasien seien „unantastbar“. Aber auch die Gesamtschulen erleben in diesem Jahr, im Vergleich zum Vorjahr, wieder einen Ansturm. Die Gesamtschule Duisburg-Mitte wollen 190 Kinder besuchen, „Globus am Dellplatz“ 111 Jungen und Mädchen. Bei der Hauptschule setzt sich der Negativtrend fort. Nur elf Grundschüler wollen zur Hauptschule Gneisenaustraße. „Aus sich heraus hat die Hauptschule keine Nachfrage.“ Allerdings werde wohl in diesem Jahr nochmal eine neue fünfte Klasse zustande kommen.

Für die Sekundarschule will Kalveram bei den Eltern verstärkter werben. Sie soll künftig ein gemeinschaftliches Lernen bis zur zehnten Klasse ermöglichen – so wie eine Gesamtschule, allerdings ohne eigene Oberstufe.